Ein Brief von ARENA Y ESTERAS aus Peru

Ein Brief von ARENA Y ESTERAS aus Peru

Fast zweieinhalb Monate war ARENA Y ESTERAS im Rahmen der KinderKulturKarawane im Herbst in Deutschland unterwegs. Vor allem im Rahmen von „creACTiv für Klimagerechtigkeit“, aber auch bei unserem CULPEER-Projekt in Köln und an anderen Orten hat die Gruppe unter der Leitung von Ana-Sofia Pinedo Toguchi beeidnruckende Arbeit geleistet. Seit dem 11. November ist Gruppe wieder zuhause und alle denken noch sehr gerne und intensiv an die Zeit in Deutschland zurück.

Hier ein Brief von Ana-Sofia an die „FreundInnen der KinderKulturKarawane… und alle“:

Nach einigen Tagen zurück in Peru hat sich unser Körper immer noch nicht wieder an die graue Landschaft hier gewöhnt, an den lauten Verkehr und an den Gestank der sich erhitzenden Abgase. Viele Bilder bleiben uns erhalten: so viel Grün war ein Geschenk an unsere Augen; keine einzige Plastiktüte, die die Märkte verlassen hat und kleine Kinder, die mit dem Fahrrad fahren, ohne Angst, angefahren zu werden; zu gehen ohne Angst, ausgeraubt oder getötet zu werden für ein Handy. Es gibt so viel Freiheit und Farben an den Schulen zu sehen, die uns aufgenommen haben, verglichen mit den grauen Uniformen und der militärischen Autorität der peruanischen Bildung. Sehr viele Unterschiede!

Aber die größte Lektion ist ohne Zweifel, die Solidarität in einer viel weiteren Dimension kennenzulernen. Hier in Villa El Salvador solidarisch zu sein, ist vielleicht die einzige Form, unsere Regierungen zu überleben. Daher sind Spendensammlungen für eine medizinische Behandlung des kranken Nachbarn oder kommunale Arbeit, um einen aufgegebenen Spielplatz zu verbessern, tägliche Formen des öffentlichen Widerstandes, um mit Würde die Armut anzunehmen wie das Schicksal, was unvermeidlich wirkt.

Aber in Deutschland haben wir Menschen gesehen, die „alles haben“ und die aus einer komfortablen Position, das Gleiche für „den Anderen“ suchen. Es ist ein Gesicht, das man nicht kennt, aber eines, das mit Liebe darauf wartet, sein Haus zu öffnen, das Bett zu bereiten und Essen anzubieten mit der Berufung als Freund. Das hat einen enormen Wert, weil das Konzept des „Anderen“ verschwindet, wie im traditionellen Quechua. Wenn sie dich begrüßen, ist die Frage nicht: „Wie geht es dir?“, sondern „Geht es uns gut?“ Weil der andere nicht als er selbst gesehen wird, bist du wir und genauso wie ich. So sind wir ayni, eine große Familie, eine Gemeinschaft. So ist es viel einfacher, die Erde als unser großes Haus zu sehen. Das Leid des einen ist der Schmerz aller, grausamer als wenn es um ein Kind geht.

So hat die KinderKulturKarawane ein gemeinsames Netzwerk gespannt, etwas sehr Wichtiges in Zeiten voll mit (materiellen) Gütern, die niemandem Gutes tun – außer dem Markt und seinen Schergen. Und mit dem Streben nach dem Materiellen, das uns erschöpft, leert sich unsere emotionale Seele. Und dieses „Alles Haben“ der deutschen Gesellschaft – wie in vielen Staaten der sogenannten Ersten Welt – lässt die Ankunft von Einsamkeit und Trauer so sehr in den Menschen zu, dass sie ihre Tage damit verbringen, ihr Haus, überflutet mit Gegenständen und Artefakten, zu betrachten, aber ohne Menschen, Leben und Menschlichkeit.

Hier entsteht das Wunder der KinderKulturKarawane, die genauso wächst, wie die Familien wachsen durch die Stärke der Herausforderungen und Erfolge. Die Macht eines Netzwerkes nährt Deutschland in vielen Städten mit der Bedeutung der Individuen, wissend, dass ihre Mühe und ihr Einsatz den Unterschied macht für eine Welt, in der die Grenzen, die Farbe der Haut oder die Sprache nicht stärker sind als das Lachen, eine Melodie oder eine szenische Geste. Die Macht eines Netzwerkes nährt die Träume mutiger Kinder, die das Unglück haben, im „falschen Teil der Welt“ geboren zu sein.

Und jwtzt sind wir wieder hier, in unserem Teil der Welt, fühlen uns stolzer denn je, hier zu leben, weil wir hier einen Aufgabe haben: ein Schrei der Unzufriedenheit zu sein … eine Zugkraft zu sein … eine Revolution der Freude zu sein … um die Welt zu bewegen und die Hand hochzuhalten … um zurückzukehren zum Respekt für unsere Wurzeln, für unsere Mutter Erde … weil wir im Wesen genau das sind und nichts mehr: die Erde, das Wasser, die Luft und das Feuer. Um einen Weg zu säen, der betreten werden wird durch mutige Kinder. Mit dem Ziel, die Welt weiterhin zu verändern, ein für alle Mal und danach wieder …

Danke KinderKulturKarawane
Danke Schulen, Lehrer, Jugendliche, Schüler, Familien, Freunde
Bis bald!!!
Ana Sofía
Arena y Esteras

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