FAQ

Der Name „KinderKulturKarawane“ steht für unser Konzept: Die Kinder und Jugendlichen dieser Welt bringen uns ihre Perspektiven als Kulturbotschafter*innen während einer „Karawane“ durch Deutschland und Europa näher. Natürlich ist das Programm nicht nur für Kinder, sondern vor allem auch für Jugendliche und darüber hinaus Publikum jeden Alters. Die jungen Künstler*innen der KinderKulturKarawane sind in der Regel zwischen 10 und 20 Jahre alt.

Unser Slogan lautet „Eine Bühne für die Jugend der Welt“. Diese Bühne bietet vor allem eine Plattform für gleichberechtigten Dialog und Austausch, der sich besonders in den Workshops mit den Gruppen wiederfindet.

Engagierte aus den Bereichen: (inter-)kultureller Austausch, kulturelle Bildung, BNE, globales Lernen, Umweltbildung, SDGs und Jugendaustausch können die Gruppen für verschiedene Formate einladen.

Dabei ist es hilfreich, folgende Fragen zu klären:

1. Was möchte ich durchführen?
Plane ich z.B. eine gesamte Projektwoche, ein Festival, ein Ferienprogramm oder eher nur einen Workshoptag / Auftritt in der Schule?

2. Welche Gruppe / welches Thema passt dazu am besten?
Was ist unser Themenschwerpunkt? Oder das Jahresthema in der Gemeinde / Schule? Möchten Sie sich mit Klimagerechtigkeit und Kinderrechten befassen oder eher mit kultureller Bildung?

3. In welchem Zeitraum / Zeitrahmen möchte ich das Projekt / die Veranstaltung anbieten?
Soll das Projekt im Frühjahr/ Sommer draußen oder im Herbst stattfinden? Wie lange können wir eine Gruppe einladen / einbinden und unterbringen?

4. Wer könnte Kooperationspartner vor Ort sein?
Mit welchem strategischen Partner kann ich zusammen arbeiten? Welches Jugend / Kultur / Gemeindezentrum kann mir Räumlichkeiten stellen? Wer aus dem Eine-Welt Zentrum ist Expert*in in dem anvisierten Thema? Welche Schule, welcher Kinder- und Jugendträger möchte die Zielgruppe vermitteln?

5. Wo kann ich dafür Fördermittel finden?
Gibt es ein Amt für Kultur / Umwelt / Jugend, welches Anträge entgegennimmt? Welche regionale Stiftung / Sparkasse fördert unser Vorhaben? Gerne geben wir auch Tipps für die Suche nach Förderungsmöglichkeiten.

Bei den Workshops zeigt sich der Ansatz der KinderKultur­Karawane besonders gut: Hier begegnen sich Kinder und Jugendliche auf Augenhöhe, sie lernen voneinander und haben Spaß. In zwei bis dreistündigen Workshops, manchmal auch an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen, trainieren die Teilnehmer*innen gemeinsam Tanz, Theaterszenen, Zirkus- und Akrobatikeinlagen oder musizieren. So werden in der direkten Begegnung unterschiedliche künstlerische und kreative Ausdrucksformen erlernt, wodurch viele Jugendliche ihre Talente in Tanz, Theater oder im Musizieren entdecken und dabei Selbstwirksamkeit erfahren.

Die Workshops werden in der Regel von den jungen Künstler*innen der Projekte durchgeführt, so lernen Jugendliche direkt und eigenständig voneinander ("Peer-to-Peer"). Die Erwachsenen begleiten den Prozess und lassen den Jugendlichen dadurch viel kreativen Freiraum bei ihren Begegnungen.

Eine ideale Gruppengröße für die Workshops sind etwa 25-30 Personen, die oft nochmals in kleinere Gruppen aufgeteilt werden. Nach Absprache sind aber auch Workshops mit größeren Gruppen möglich.

Der Träger der KinderKulturKarawane ist das gemeinnützige Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH mit Sitz in Hamburg. Als gemeinnützige GmbH erwirtschaftet das Projekt keine Gewinne. Alle Einnahmen werden für die fortlaufende Arbeit des Projekts verwendet. Durch die Mittel werden vor allem die Partnerprojekte im Globalen Süden sowie die logistische Arbeit und Koordination der KinderKulturKarawane finanziert. Zu 50% finanziert sich das Projekt aus öffentlichen Fördergeldern, unter anderem von Brot für die Welt, Engagement Global, der NUE, BMBF u.a. Die anderen 50% werden durch die Aufwandsentschädigungen der lokalen Veranstalter beigetragen.

Die wenigen Mitarbeiter*innen des Projekts konnten ihre Arbeit und ihren Einsatz für das Projekt bislang über wechselnde Fördergelder, Honorare oder ehrenamtliche Leistungen sicherstellen. Weitere Tätigkeiten für das Projekt wie Praktika, FSJ können allenfalls mit einer Aufwandsentschädigung bedacht werden.

Das Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH ist keine Spendenorganisation. Wir möchten den partnerschaftlichen Austausch mit unseren Kolleg*innen im Globalen Süden stärken. Wir übernehmen alle entstehenden Kosten für die Gruppen (Visakosten, Flüge, Tourbus, Tourbegleiter*in / Übersetzer*in, Taschengeld, Versicherung, Werbemittel) Zudem transferieren wir den dahinterstehenden Projekten finanzielle Mittel für jeden Auftritt und Workshop. Damit können sie Ideen und Infrastrukturen weiter entwickeln und somit vielen anderen Kindern- und Jugendlichen Zugang zu (kultureller) Bildung gewährleisten und nachhaltig arbeiten.

Wie bei den meisten NGO's ist das Fortbestehen des Büros für Kultur- und Medienprojekte gGmbH abhängig von der Gewährleistung der Finanzierung. Die Auszahlung von Fördergeldern ist in der Regel zeitlich begrenzt und die finanzielle Zukunft des Projekts muss permanent neu gesichert werden. Deswegen freuen wir uns sehr über Spenden zur Unterstützung unserer Arbeit. Besonders nachhaltig unterstützen Sie uns durch eine Mitgliedschaft in unserem Förderverein.

Das Ziel der Zusammenarbeit mit den Partnerprojekten im Globalen Süden ist die langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Mit einigen Projekte arbeiten wir bereits seit vielen Jahren zusammen. Das ermöglicht z.B. ehemaligen, jüngeren Teilnehmer*innen später als Workshopleiter*in bei einer Tour dabei zu sein und macht die KinderKulturKarawane zu einem nachhaltigen Projekt.

Wir freuen uns auch über neue Projekte, die an der KinderKulturKarawane teilnehmen und unser globales Netzwerk bereichern möchten.

Eine Voraussetzung für die gelungene Teilnahme an der KinderKulturKarawane ist, dass die Vision und Mission des soziokulturellen Projektes zu uns passt. Desweiteren sollte die künstlerisch-kulturelle Arbeit einen hohen Stellenwert im Sinne von „Arts for social transformation“ (Dokument auf Spanisch) besitzen. Es sollte auch gewährleistet sein, dass eine Teilnahme sozialpsychologisch durch die Projektleiter*innen vor, während und nach der Tour entsprechend begleitet werden kann.

Auch organisatorisch sollte das Projekt bereits Erfahrungen vorweisen können, eine entsprechende Infrastruktur (z.B. in Form eines Kulturzentrums) ist ebenfalls von Vorteil.

Wir ermuntern alle neugierigen Projekte dazu, sich bei uns zu bewerben. Welche Infos wir von den Gruppen benötigen, erfahren Sie in diesem Dokument (auf Englisch). Nach der Sichtung der Materialien melden wir uns telefonisch oder per E-Mail.

Es gibt viele Möglichkeiten, um sich bei der KinderKulturKarawane zu engagieren:

Wir bieten jährlich einen Platz für das FSJ Kultur. Außerdem bieten wir Praktikumsplätze zwischen zwei und sechs Monaten an. Wir suchen auch fortlaufend nach engagierten Menschen, die unsere Gruppen auf den Touren begleiten. Mehr Infos zu FSJ, Praktika und Tourbegleitung gibt es hier.

Daneben gibt es die Möglichkeit, unser Projekt dauerhaft durch eine Mitgliedschaft in unserem Förderverein zu unterstützen und in diesem Rahmen auch bei Veranstaltungen mitzuhelfen. Mehr Infos zu unserem Förderverein gibt es hier.

Die Arbeit der KinderKulturKarawane trifft auf Begeisterung, wird manchmal aber auch kritisiert. Kritikpunkte sind dabei zum Beispiel: Die Gruppen würden durch ihre Auftritte Stereotype oder Klischees verstärken, z.B. über schwarze Menschen, wenn afrikanische Gruppen sich in traditionellen Kostümen auf der Bühne zeigen. Oft werden in diesem Zusammenhang auch die Abbildungen der Gruppen auf Fotos kritisiert.

Wir möchten mit unserem Projekt den gleichwertigen Dialog zwischen Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt fördern. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei der direkte Austausch mit den Gruppen, z.B. in Workshops oder Diskussionen mit dem Publikum, die nach den Aufführungen stattfinden .

Zu dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit gehört auch, dass die Projekte ihre Bühnenproduktionen eigenständig entwickeln und dabei auch die künstlerische Freiheit in der Umsetzung haben. Auch die Bildmaterialien werden von den Partnerprojekten selbst ausgewählt und uns zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass sie sich so darstellen, wie sie wahrgenommen werden möchten und wie es ihrer aktuellen Auffassung entspricht.

Durch die Workshops bleibt es nicht bei der Rezeption einer kulturellen Darstellung der Gruppen, sondern der persönliche Austausch auf Augenhöhe wird gefördert. Durch die Thematisierung von verschiedenen SDGs gibt es viele Anknüpfungspunkte und Ziele, die gemeinsam umgesetzt werden können. Kulturalisierenden Mechanismen und "Othering" wird so vorgebeugt. Eigene Vorstellungen werden hinterfragt und eine multiperspektivische Sicht auf die Welt ermöglicht.

Wir laden herzlich dazu ein, die Gruppen daher selbst zu fragen, warum sie evtl. aus eurozentrischer Sichtweise "typisierte" Merkmale oder Kostüme in ihren Produktionen oder Aufnahmen verwenden. Oft wundern die Gruppen sich über die Diskussionen zu dem Thema hierzulande, da sie in ihrem Heimatland mitunter ganz anders geführt werden und sie diese Kritik nicht erwartet hätten. Daneben besitzen in vielen Ländern kulturelle Traditionen einen hohen Stellenwert und werden vollkommen anders wahrgenommen als z.B. in einigen europäischen Ländern.

Wir möchten mit unserem Projekt zum interkulturellen Dialog einladen und dadurch Vorurteile abbauen. Im besten Fall kann jede*r auf diese Weise nicht nur etwas über die andere, sondern auch über die eigene Kultur und die eigenen "kulturellen Filter" lernen.