Colectivo El Nido de las Artes

Colectivo El Nido de las Artes

Das « Colectivo el Nido de las Artes » ist eine Gruppe von ursprünglich fünf jungen Menschen, die 2012 in Estelí (Nicaragua) in einem der ärmsten Viertel, Boris Vega, begonnen haben, mit Zirkusworkshops Kunst als Werkzeug für sozialen Wandel zu nutzen. Mit ihrem Projekt „El Nido de las Artes“ wollen sie jungen Menschen Teilnahme an der Gesellschaft ermöglichen. Sie wollen Kindern ohne Perspektiven neue Zukunftschancen eröffnen.

Einer der Gründer des Kollektivs ist für die KinderKulturKarawane ein „alter Bekannter“: er war 2005 und 2008 mit der „Escuela de la Comedia und del Mimo“ aus Granada in Nicaragua als junger Artist mit der KinderKulturKarawane unterwegs.Durch Zirkus, Theater, Clownerie und verschiedene andere künstlerische Ausdrucksformen will das Projekt die soziale Integration junger Menschen fördern, die einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt sind, die ihre Persönlichkeit bedrohen. Das Colectivo el Nido de las Artes geht davon aus, dass jeder Mensch künstlerische Talente hat. Diese sind wichtig für das Selbstwertgefühl jedes jungen Menschen, und sie zu stärken, formt kritische junge Menschen, die an der Gesellschaft teilhaben können.

Das Viertel Boris Vega im Südwesten von Estelí ist ganz neu und hat seinen Namen zu Ehren eines jungen Mannes, der in den 80er Jahren zur Verteidigung seiner Stadt gestorben ist. Die ersten Menschen, die sich hier niederließen, lebten in einer völlig ländlichen Umgebung. Die Bewohner dieses Viertels stammen aus den Bergen Nord-Nicaraguas, vertrieben durch Krieg und Hunger; die meisten Familien waren alleinstehenden Frauen mit ihren Kindern.

1988 kam Rafael Juncadella in das Viertel. Er hatte vorher Alphabetisierungsprogamme geleitet, und die Bewohner von Boris Vega wollten ihm ihre Lage schildern. Der Besuch hatte Folgen: er ermöglichte 1992 den Beginn der Partnerschaft von „Nou Barris“ in Barcelona mit „Boris Vega“. Es begannen ein kultureller Austausch und Solidaritätsaktionen zur Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner des Viertels.

Zuerst konzentrierten sich die Projekte auf die Alphabetisierung von Erwachsenen, dann folgten Workshops im Nähen, Kochen, Schreibmaschine-Schreiben, Kosmetik. Ziel war, die Frauen zu qualifizieren, ihr eigenes kleines Unternehmen gründen und somit Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.

Später sorgte die zunehmende Zahl von Jugendbanden für weiteren Handlungsbedarf. Es gab Trainings in Theater- und Zirkusaufführungen, psychologische Betreuung und Beratung wurden organisiert, um den jungen Menschen sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen und neue Perspektiven zu eröffnen.

Viele Projekte mussten wegen fehlender Mittel eingestellt werden, da die politische Situation in Nicaragua die Partnerschaftsarbeit erschwert. Es gibt im Barrio keine Computerwerkstätten mehr, keine Englisch-Kurse, die Bibliothek ist geschlossen.

Das Colectivo del Nido de las Artes aber konnte sich festigen, vor allem dank des Engagements der Zirkus-KollegInnen aus Barcelona, mit denen es von Beginn an eine intensive Zusammenarbeit gab. Das Kollektiv will die künstlerisch-kreative Arbeit weiterhin den Kindern des Viertels anbieten. Darüber hinaus suchen sie nach Möglichkeiten auch andere eingestellte Aktivitäten wieder aufnehmen zu können.
Die Kinder und Jugendlichen lernen bei „El Nido de las Artes“ mit Zirkus, Theater, Akrobatik, Clownerie, Stelzen etc. eigene Spektakel zu entwickeln, in denen sie das gesamte erworbene Wissen in die Praxis umsetzen. Das Hauptziel ist es, die Shows mit sozialen Themen nutzen zu können, um der Öffentlichkeit eine positive Botschaft zu vermitteln.

Colectivo El Nido de las Artes

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