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Arena y Esteras 20 Stück 2020

AMARU

Das Zirkustheater-Stück AMARU ist eine „creaciòn colectiva“ der Gruppe.  Sie basiert auf der Legende des Amaru und ist die Vision eines Wetlbildes aus der Zeit vor den Inka, die den Kampf um Wasser und den Ursprung des Lebens durch Regen darstellt.

„Amaru“ ist nicht nur der Wächter des Wassers, sondern auch der Garant einer Lebensform. Er wacht darüber, dass die „Gewalt, die Gewalt erzeugt“, nicht die Welt bestimmt, und es ist so als ob die Natur in diesen Zeiten eine Stimme bekommt.

„Die Welt zeigt uns eine sterbende Natur, die Wälder gehen dahin, die Pole schmelzen, die Luft kann man nicht atmen und das Wasser ungenießbar, die Blumen und Lebensmittel sind aus Plastik, und Himmel und Erde spielen verrückt.“ (Eduardo Galeano)

„Man erzählt, dass sich vor langer Zeit eine schreckliche auf das Land der Quetschua ausbreitete. Die Flechten und Moose haben sich zu Staub reduziert, und fingenr auch größten Pflanzen unter dem Wassermagel an zu leiden.

Der Himmel war vollständig klar, nicht die kleinste Wolke zog auf, so dass die Erde die Sonnenstrahlen ohne jede Entlastung durch Schatten abbekam. Die Steine fingen an zu bröckeln und die heiße Luft schleuderte Staub hier und dort Staubwolken hoch. Wenn es nicht bald regnen würde, würden alle Pflanzen und Tiere aussterben.

In dieser Trostlosigkeit widerstand nur die Qantu-Pflanze hartnäckig, die nur sehr wenig Wasser benötigt, um in der Wüste zu wachsen und zu gedeihen. Aber selbst sie begann zu vertrocknen.

Man erzählte, dass die Pflanze, als sie ihr Leben Tropfen für Tropfen verdampfen fühlte, all ihre Kräfte in die letzte Blütenknospe steckte, die ihr noch geblieben war. Während der Nacht vollzog sich in der Blume eine magische Metamorphose.

Mit den ersten Sonnenstrahlen der Morgendämmerung, durch das Fehlen von Tau erschüttert, brach der Schössling vom Stängel ab. Und anstatt auf den trockenen Boden zu fallen, flog er weg, verwandelt in einen Kolibri.

Dieser Kolibri nahm Kurs auf die Berge. Er überquerte die Lagune von Wacracocha und schaute dabei durstig auf die Wasserfläche. Aber er hielt nicht an, um auch nur einen Tropfen zu trinken. Er flog weiter, höher und höher, immer weiter und weiter mit seinen winzigen Flügeln. Sein Ziel war der Gipfel des Berges, auf dem der Gott Waitapallana lebte.

Waitapallana genoss den Sonnenaufgang, als er den Duft der Qantu-Blume roch, seiner Lieblingsblume, die er zum Schmücken seiner Kostüme und Feste benutzte. Aber es gab keine Pflanze um sie herum. Er sah nur den tapferen kleinen Kolibri, der nach Qantu roch, der an Erschöpfung in seinen Hände starb, nachdem er um Gnade für das ausgetrocknete Land gebeten hatte.
Waitapallana blickte nach unten und entdeckte den Schaden, den die Dürre auf dem Land der Quechua- anrichtete. Er setzte den Kolibri sehr vorsichtig auf einen Stein.

Leider konnte er nicht verhindern, dass zwei riesige Bergkristalltränen aus seinen Augen flossen und den Berg hinunterrollten. Alles bebte, als sie fielen, und dabei große Felsbrocken abbrachen.

Die Tränen von Waitapallana fielen in den Wacracocha-See und weckten dadurch die Schlange Amaru auf. Dort, auf dem Grund des Sees, ruhte ihr Kopf, während sich ihr unvorstellbarer Körper meilenweit um die Bergkette schlängelte. Flügel hatte sie, die einen Schatten auf die Welt werfen konnten. Er hatte den Schwanz eines Fisches und Schuppen in allen Farben.Er hatte einen glühenden Kopf, mit glasklaren Augen und einem roten Maul.

Der Amaru kam aus seinem jahrhundertelangen Schlaf und wachte auf, und die Erde bebte. Er erhob seinen Kopf über das schäumende Wasser der Lagune, breitete seine Flügel aus und bedeckte so das geschundene Land mit Schatten.
Als er hervortrat, erhob sich der Amaru in die Luft und verdunkelte die brennende Sonne. Viele Krieger bereiteten sich auf den Kampf gegen Amaru vor, der plötzlich einen unerbittlichen Kampf aufnahm. Aus der Schnauze des Amaru kam ein Nebel, der über die Hügel streifte. aus der Bewegung seiner Flügel fielen sintflutartige Regenfälle, aus seinem Fischschwanz fiel Hagel, und aus den goldenen Reflexen seiner schönen Schuppen wurde ein Regenbogen geboren.

Als er hervortrat, erhob sich der Amaru in die Luft und verdunkelte die brennende Sonne. Viele Krieger bereiteten sich auf den Kampf gegen Amaru vor, der plötzlich einen unerbittlichen Schlagabtausch aufnahm. Aus der Schnauze des Amaru kam ein Nebel, der über die Hügel streifte. aus der Bewegung seiner Flügel fielen sintflutartige Regenfälle, aus seinem Fischschwanz fiel Hagel, und aus den goldenen Reflexen seiner schönen Schuppen wurde ein Regenbogen geboren. Der Glanz seiner Augen war Stärker als die Sonne. Sein Atem waren dicke Wolken die die Gebirge bedeckten. Aus seiner Schwanzflosse entstand reichlich Hagel. Wenn er seine nassen Flügel bewegte, begann tagelanger Regen. Und aus den Reflektionen seiner vielfarbigen Schuppen tauchte er auf, und kündigte Stille an.

Nach all dem wurde das scheinbar ausgestorbene Leben auf der Erde wiedergeboren. Das Land war wieder mit Grün bedeckt, die Flüsse und Bäche füllten sich wieder mit Wasser, und das Leben darin wurde ebenfalls wiederbelebt.

Danach rollte sich Amaru wieder in den Bergen zusammen, senkte seinen leuchtenden Kopf in den See und schlief wieder ein. Die Mission des Kolibris war also erfüllt.
Erleichtert sahen die Quechua ihr Reich wieder aufleben, vom Regen genährt, gleichzeitig entdeckten sie neue Wasserwege, dort wo die Erschütterungen des Amaru die Erde absinken ließen.

Und seit damals erzählen sie jedem, der wissen will, dass in den Schuppen des Amaru alle Dinge, alle Wesen, ihr Leben, ihre Realitäten und ihre Träume geschrieben stehen. Und sie vergessen nie, wie eine kleine Blume der Wüste die Welt vor der Dürre gerettet hat.