„Das Geheimnis der 24. Gasse“





 



Sahel, Fatemeh und Kiana haben mit Reza und Ali in der 24. Gasse gespielt. Irgendwann haben sie zu Ali gesagt, er solle den Ball auf den Mond schießen. Er hat es versucht, allerdings ist der Ball dann ist ein Fenster von Ashraf-Khanoom geflogen. Und das Fenster ist zerbrochen. Ashraf-Khanoom ist eine ältere Dame und die Frau von Haj Seifollah.

Die Kinder laufen um die Ecke und verstecken sich in vier Fässer, die Rezas Vater gehören. Reza bleibt draußen und beobachtet was passiert. Als ein Sicherheits-Beamter, der zufällig vorbei kommt, außer Sichtweite ist, fordert Reza die anderen auf, aus den Fässern zu steigen und meint sie sollen schnell verschwinden, denn es sind die Fässer seines Vaters. Aber wohin sollen sie verschwinden? Was ist wenn Ashraf-Khanoom tot ist? Schließlich hat sie sich bis jetzt immer noch nicht am Fenster gezeigt. Sie können dann doch nicht einfach Hause gehen.

Aber derjenige, der Schuld an allem hat versteckt sich noch in einer Tonne. Ali kommt heraus als er hört, dass man ihm die Schuld gibt. Haben denn nicht alle gesagt, er soll den Ball zum Mond schießen?! Und soll er alleine dafür verantwortlich sein?

Es kommt noch schlimmer: Fatemeh hatte eigentlich nur auf ihren Vater gewartet, um mit ihm zu einer Hochzeitsfeier gehen. Jetzt hat Ali auch das noch vermasselt.
Reza ist fassungslos und ruft immer wieder nach seinem Vater.
Das nervt Sahel so sehr, dass sie ihm klar macht, dass ihr Vater Polizist ist, der sogar einen Stern auf Schulter hat – und sie alle hinter Gitter bringen kann.
Reza ist verzweifelt: das Fenster ist kaputt, sein Onkel ist Versicherungsvertreter und die Fässer, in denen er seine FreundInnen versteckt hat, sind die seines Vaters.
Sahel droht ihm, wenn er weiter so nervt, dass sie seinen MitschülerInnen erzählen werden, dass Rezas Vater zwei Frauen hat.
Vielleicht ist aber Ashraf-Khanoom gar nicht tot? Kianas Mutter war gestern noch bei ihr und hat ihr eine Spritze gegeben, da es ihr nicht so gut ging. Also, meint Kiana, muss sie jetzt tot sein.
Also sind sie jetzt alle Mörder? Reza meint, dass sie alle verhaftet werden. Sahel ist zuversichtlich, dass ihr Vater, der Polizist, das sicherlich verhindern wird. Und Fatemeh meint, sie sei eine Braut, und die werde nicht ins Gefängnis gesperrt.

Der Sicherheitsbeamte taucht wieder auf. Die Kinder verstecken sich in den Tonnen, nur Reza bleibt draußen. Der Beamte macht sich sorgen um Reza, ob er wohl krank sei? Schließlich geht er weiter und bittet Reza, seinen Vater zu grüßen und ihn daran zu erinnern das er ihm noch nicht seinen Lohn gezahlt habe.
Die Kinder kommen wieder aus den Tonnen und Reza will, dass sie alle nach Hause gehen. Die Kinder beginnen untereinander zu streiten über die Berufe der Mütter, kommen aber bald wieder dahin, dass Reza mit dabei war. Und als sie erneut drohen, die Geschichte mit den zwei Frauen von Rezas Vater zu verbreiten und außerdem, dass er Haarteile trägt, sieht Reza ein, dass er in der Sache mit drin hängt.

Aber kann Ashraf-Khanoom wirklich tot sein? Die Kinder haben gehört, dass man stirbt wenn man im Zentrum getroffen wird. Egal ob das „Zentrum“ nun der Bauch oder der Kopf ist, sie wollen es ausprobieren und versuchen die Szene nachzustellen. Da taucht der Sicherheitsbeamte wieder auf. Er wundert sich, dass die Fässer anders stehen als vorher. Und bewegt sich da nicht sogar eines. Reza solle nicht mit den Kindern aus der 24. Gasse spielen. Da hätte gerade jemand wieder ein Fenster zerbrochen. Und das sei für die gesamte Nachbarschaft eine riesige Schweinerei.
Also muss Ashraf-Khanoom wirklich tot sein! Nur Ali ist sich sicher, dass sie nicht tot sein kann, da er diesmal ganz anders geschossen habe als damals. So wie den Elfmeter, den Messy damals geschossen habe, will Reza wissen – und damit kommen die beiden Jungs in Streit.
Als der Krankenwagen zu hören ist und darauf die Polizei kommen sie wieder auf den Boden der Tatsachen. Wenn man vor Gericht kommt und nicht „vor Gott“ schwört, wäre das nicht eine Möglichkeit? Quatsch, befinden die anderen. Egal wie man schwört, man darf dann keine Lügen erzählen.

Ob Ashraf-Khanoom wohl in den Himmel kommt? Sie soll ja in der Nachbarschaft immer viel herumgekeift haben. Wenn sie aber ein großes Begräbnis bekommt, dann ist das egal. Kommt man denn nur mit einem großen Begräbnis in den Himmel?
Wieder kommt der Sicherheitsbeamte vorbei. Er hat es sehr eilig. Will er die Polizei verständigen?
Die Kinder versuchen auf verschiedenen Wegen herauszufinden, ob Ashraf-Khanoom wirklich tot sein kann. Yalda muss ganz dringend ein Klo finden – das macht die Lage nicht einfacher.

Plötzlich ist Yalda weg. Wird sie jetzt alles erzählen? Kommen sie jetzt alle ins Gefängnis?
Wieder kommt der Sicherheitsbeamte vorbei. Die Kinder sind in den Fässern versteckt, Reza steht auf einem Fass.
Der Beamte fragt sich, was hier in der Nachbarschaft nur los sei: Der eine umarmt Fässer, die andere sucht eine Toilette, irgendeiner hat ein Fenster eingeschlagen, und der Vater des Jungen zahlt nicht rechtzeitig, und der Junge will in ein Ölfass pinkeln…
Dann klingelt das Handy des Beamten und es scheint um TV-Aufnahmen in der 24. Gasse zu gehen.

Also ist Ashraf-Khanoom doch tot, und jetzt kommt es sogar schon im Fernsehen. Wieder geht es hin und her, ob sie nun tot sein kann oder nicht. Aber letztlich: was kann schon groß passieren? Wenn Ashraf-Khanoom tot ist, wird Haj Seifola wieder heiraten. Aber Yalda ist weg und wird erzählen, wer für den Tod verantwortlich ist.
Die Kinder überlegen in den Fässern zu beten und Gott um Vergebung zu bitten. Er ist sicherlich großzügig. Aber hört Gott das überhaupt, wenn man in den Fässern betet?

Der Sicherheitsbeamte kommt zurück und fragt Reza, ob ihm die Fässer gehören und ob er ihm zwei Fässer für eben nur 10 Minuten leihen könne. Seine Leiter sei kaputt und er müsse eben nur seine Antenne richten, da es gleich im Fernsehen was zu sehen gebe.
Reza will die beiden Fässer nicht herausgeben. Er zeigt auf eine anders Fass, das ist dem Beamten aber zu verbeult.
Reza ist verzweifelt und heult. Schließlich zieht der Beamte ab.
Während die Kinder meinen, dass sie da großes Glück gehabt haben, ist Reza deprimiert, weil Gott ihm jetzt bestimmt nicht mehr vergeben wird, da er gelogen hat.

Da kommt der Beamte schon wieder zurück und bietet Reza Geld für die Fässer, oder seine Uhr als Pfand. Aber Reza will nicht und bietet stattdessen an, die Fässer selbst vorbeizubringen. Der Beamte will seine private Adresse nicht herausgeben. Da klingelt sein Handy erneut und nun will er mit einem Pick-Up kommen, um alle 4 Fässer zu holen.
Da stellt sich heraus, dass der Beamte schon längst wusste, dass Reza Kinder der 24. Gasse in den Fässern versteckt hatte.
Die Kinder wollen herausfinden, was in der 24. Gasse gerade passiert und beschließen, dass Kiana auf die Fässer steigen soll und nachschauen. Während sie gerade beschreibt, wie wohl eine Leiche weggetragen wird – und das kann ja nur Ashraf-Khanoom sein – taucht diese hinter den Kindern auf. Sie war beim Bäcker gewesen…

9 Personen
Technik: Bühne 6m x 5m, Lichtanlage
Workshop:
Theater