Viviendo y Soñando

Die „Corporación Educativa y Cultural Simón Bolívar“ (CSB) ist seit Februar 1980 im Nordosten der 2-Millionen Stadt Medellín in Kolumbien engagiert. Ihre Arbeit erstreckt sich über das Barrio „Kennedy“, den Bezirk 6 bis hin zum Nordosten der Stadt. Der Stadtteil, in dem über 45.000 Menschen leben, ist geprägt von niedrigem Sozialstatus und einer hohen Gewaltrate.

Das Barrio Kennedy
Das Stadtviertel „Kennedy“, indem die CSB ihren Hauptsitz hat, befindet sich in dem Bezirk 6, im Nordosten von Medellín. Nach der Statistik von 1995 lebten 23.760 Einwohner im Barrio Kennedy, davon 11.580 Männer und 12.160 Frauen. Die zunehmende Gewalt und die daraus resultierenden Konsequenzen betrafen besonders Frauen und Kinder der Bevölkerung. Die besorgniserregende Situation führte 1995 zu einer Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen und Institutionen des Barrios. Sie machten es sich in erster Linie zur Aufgabe an einem besserem Zusammenleben zu arbeiten.
Die Angebote Bildung und Erziehung beschränken sich auf eine Privatschule, sechs öffentlichen Schulen und fünf Kindergärten. Damit kann die Nachfrage im Barrio Kennedy nicht gedeckt werden. Hinzu kommt, dass die Situation in anderen Barrios der Stadt nicht anders aussieht.
Kulturelle Arbeit im Barrio Kennedy gibt es schon seit langem. Die Theatergruppe „Kennedy“ z.B. wurde von einigen Personen aus dem Aphabetisierungsprogramm der 80er Jahre gegründet. Ihre Arbeit konzentriert sich besonders auf den Aspekt von Kunst und Kultur . Der Kindergarten „Susanita Díaz“ hat die Bildung von Kindergruppen gefördert, die durch Tanz- und Theateraufführungen lernten, sich auszudrücken. Auch die Musikgruppen des Barrios , allen voran die RAP-Bands, werden von Einwohnern begeistert aufgenommen.Das kulturelle Angebot bietet den Einwohnern des Viertels die Möglichkeit sich aus ihrem Alltag zu lösen und ihren Gefühlen, Hoffnungen und Träumen in anderer Form Ausdruck zu verleihen.

Die Geschichte der „Cooperación Simón Bolívar“
Die CSB hat 1980 mit Alphabetisierungsprogrammen begonnen und richtete ihre Arbeit sehr schnell vor allem auf die Gewaltprävention. Sie hat durch ihre Jugendarbeit, ihre Projekte zur Gewaltprävention und kulturellen Initiativen einen erfolgreichen Beitrag dazu geleistet, die Bandenkriege einzudämmen und die Kriminalität zu reduzieren.

Aufgaben & Ziele
Eine der wichtigsten Aufgaben der CSB besteht in der Initiierung und Begleitung von sozialen, kulturellen sowie politischen Prozessen, die sie mit Hilfe der Einwohner und der Organisationen und Institutionen des Barrios umsetzen. Damit der Erfolg dieser Ziele gewährleistet werden kann, orientiert sich CSB an Konzepten der Volksbildung, die zur Zeit allerdings einem Wandel unterlegen sind.
Sie haben mittlerweile bessere Bedingungen für die Entwicklung und das Zusammenleben der Einwohner in der nordöstlichen Zone geschaffen. Durch die Unterstützung der sozialen, kulturellen und politischen Aktivitäten wurde die aktive Teilnahme der Einwohner an der sozialen Entwicklung und an dem politischen Leben der Stadt begünstigt.
Die CSB engagiert sich in verschiedenen Bereichen. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin den Prozess und die Dynamik der sozialen Interaktion zu steurn. Ganz wichtig war dabei immer die Entwicklung von Praxiskonzepten zum „Verlernen von Gewalt“ und der Wiederherstellung eines friedlichen Miteinanderlebens.

Die Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen, Frauen, Eltern, Lehrenden und die kulturellen Initiativen, die deren Fragen, ihre Bedürfnisse und ihre Hoffnungen berücksichtigen, tragen enorm zur Gestaltung des Lebens im Barrio bei. Die kulturellen und künstlerischen Angebote bieten dabei die Möglichkeit, der Kreativität freien Lauf zu lassen und dabei das soziale Miteinander zu fördern. Es werden menschliche Werte wie Solidarität, Respekt und Verantwortung als pädagogische Richtlinien gefördert, um Konflikte zu lösen und das soziale und kommunale Zusammenleben zu fördern.

Die CSB will verschiedene Achsen aufbauen, um die Entwicklungen voranzutreiben. Dazu gehören Planung und Verwaltung der lokalen Entwicklungsprozesse, Förderung des gemeinschaftlichen und städtischen Zusammenlebens, eine rechtliche Gleichstellung der Geschlechter und Schaffung eines ökologischen Bewusstseins. Dabei sollen die pädagogischen Prozesse der Programme und in den Zentren gefördert werden. Die Zentren wiederum ermöglichen die Interaktion mit bestimmten Bevölkerungsgruppen.

Programme

  • „Sozialpolitischen Planung zur Förderung der Entwicklung und des Zusammenlebens“
    Es werden Projekte erarbeitet, deren Fokus besonders in der Gewaltprävention liegt. Im Sinne „Gewalt zu verlernen“ sind sie bestrebt ein Netz von Organisationen zu bilden, um die Kriminalität in der Stadt zu reduzieren.

  • „Verwaltung und Forschung“
    Man beschäftigt sich mit der Konstruktion und Stärkung institutioneller pädagogischer Anträge. Förderung, Beratung und Entwicklung sozialer Forschungsarbeiten stehen im Vordergrund.

  • „Kommunikation für die Entwicklung“
    Die Kommunikation der Bevölkerung ist ein wichtiges Element, um soziale, kulturelle sowie politische Prozesse zu beleben. Daher trägt dieses Programm einen großen Teil dazu bei, den Grad der Entwicklung und den des Zusammenlebens der Einwohner im „Barrio Kennedy“ und in der nordöstlichen Zone Medellins zu verbessern. Projekte sind unter anderem ein institutionelles Information- und Kommunikationssystem, ein Studio für kommunales Radio, ein Studio zur Produktion von Bildungsfernsehen und eine Schule für Kommunikation.

  • „Stärkung der Institution“
    Dieses Programm dient vor allem, um die Kapazitäten der Planung und Verwaltung zu stärken sowohl im Hinblick auf die Teamarbeit als auch der politischen und technischen Gestaltung, Mechanismen der Informationsvermittlung und Förderung neuer Mitglieder. Das Programm zielt auch auf die Nachhaltigkeit der Institution.

 

Zentren:

  • Kindergarten „Susanita Díaz“
    Durch pädagogische Vorschläge und Anregungen werden Selbständigkeit, Aufgaben, Rechte und Werte der Kinder gefördert. Um diese Ziele zu erreichen, motiviert und unterstützt das Zentrum die Teilnahme des Zusammenschluss der Erziehenden, die Kompetenzen der Lehrenden und die Systematisierung der Erfahrungen im Bereich Bildung und Erziehung. Der Kindergarten Susanita Díaz ist eines der erfolgreichen Projekte, die in diesem Zusammenhang realisiert wurden.

  • Jugendzentrum „Viviendo y soñando“
    Im Mittelpunkt dieses Zentrums steht, mit Jugendlichen Vorschläge und Konzepte zu entwickeln, bei denen besonders die Gleichstellung des Geschlechts im Vordergrund stehen soll. Ihre Aktionen fördern die sozial-kulturelle und politische Teilnahme der Jugendlichen im „Barrio Kennedy“, dem Bezirk 6 und der nordöstlichen Zone.
    Sie arbeiten in verschiedenen künstlerischen Bereichen. Sie wollen mit ihren musikalischen oder künstlerischen Projekten den Menschen einen Einblick in ihr alltägliches Leben geben. Es wird jedoch nicht nur Armut und Gewalt thematisiert, sondern auch ihr Freude am Leben und am Träumen und ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Weitere Informationen

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