Taller de Vida

Vor dem Bürgerkrieg, der seit Jahrzehnten Kolumbien erschüttert, sind über 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Viele haben den Mord an nahestehenden Menschen mit ansehen müssen oder als Kindersoldaten auf einer der beiden Seiten mitgekämpft. In den Slums von Bogotá, wo viele von ihnen untergekommen sind, bietet „Taller de Vida“, die Werkstatt für das Leben, den Flüchtlingen Hilfe bei der Integration in der Fremde an. In Kooperation mit dem kolumbianischen Theaterverband stehen auch Theaterworkshops für Kinder und Jugendliche auf dem Programm. Durch die Aufarbeitung des Erfahrenen sollen sie neue Kraft für die Bewältigung des oftmals schwierigen Alltags schöpfen.
„Das Teatro Taller de Vida wird von uns, einer Gruppe von Jungen und Mädchen, gebildet, die vertrieben wurden und die seit 1996 unter bewaffneten Konflikten leben. Mit unserer Gemeinschaft wollen wir die Teilnahme an und Verbindungen zu bewaffneten Gruppen verhindern.
Die Möglichkeit, über szenische Künste miteinander zu kommunizieren, ist die Eröffnung einer neuen Ausdrucksebene, in der junge Männer und Frauen als „Friedenskonstrukteure“ agieren können und die sie dazu befähigt, zum Wandel der aktuellen Lage unseres Landes beizutragen.
Über das Medium des Theaters und der Sozialforschung können wir unsere Gefühle als Jugendliche deutlich machen, die Liebe zum Leben mitteilen. Diese gibt uns die Fähigkeit, Kompromisse mit unserer eigenen Lebensgeschichte einzugehen, eine Geschichte vieler Jugendlicher in unserem Land, die ähnliche Erfahrungen machen; außer dem Kompromiss immer wieder an ein neues Kolumbien zu denken, in dem Friede, soziale Gerechtigkeit und Gleichheit herrschen.
Unterstützt uns, damit diese Botschaft von Leben und Hoffnung zu hören ist und unsere Stimme sich nicht in der Stille verliert.
Denn wir müssen im Dialog mit der ganzen Welt an unser Land denken, es spüren und sehen, um andere Rechte als Gewalt, Tod, Straflosigkeit zu schaffen und nur so wird der Name Kolumbiens und der Kolumbianer mit dem Wort „Leben“ in Verbindung gebracht werden, denn wir weigern uns zu wachsen und uns in Erwachsene zu verwandeln, die für den Krieg sind.“

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