Das Programm






„Noch nicht frei“ ("Not yet Uhuru")

Fortune Sibanda verlässt mit seiner Frau und seiner ältesten Tochter seine Heimat Simbabwe, um sein Glück im benachbarten Südafrika zu suchen.

Auf ihrem illegalen Weg, bei dem sie den riesigen Fluss Limpopo überqueren, der die  beiden Länder Simbabwe und Südafrika trennt, verliert Sibanda seine Frau und seine Tochter an Krokodile. Er selbst kann dem Tod nur knapp entrinnen. Es gelingt ihm seinen Weg weiter zu gehen in ein Land, von dem so viele Fälle von fremdenfeindlichen Angriffen bekannt sind.

Comrade Jackson “fire” Cebekhulu ist Leiter eines informellen Viertels und Squatter Camps im Süden von Johannesburg, namens West Side. Die Menschen dieser instabilen und illegalen Siedlung hat jegliche Geduld mit der Ortsgemeinde und der politischer Führung verloren. Der Grund dafür ist der Mangel an Arbeit, sauberen Toiletten, Elektrizität, sauberem Wasser und Häusern, letztlich alles Grundbedürfnisse.

Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch und Armut und Hunger werden zum Fluch in den Leben dieser Menschen. Der Ärger kocht in der Gesellschaft und dies drängt wiederum ihre Gemeindeleiter zu einem Protest gegen die vorhandenen Missstände, der die Regierung sofort zum Handeln zwingen soll. Aber der beabsichtigte Aufstand endet unschön.

Vuyo Apleni, Bürgermeister von Groß-Mbuzana, kann die Gemeinde aufgrund von strikten Sicherheitsbedingungen nicht persönlich besuchen, um sich ihrer Probleme anzunehmen. Stattdessen will er mit den Bewohnern durch eine Liveübertragung im Radio und Fernsehen von der UHURU COMMUNITY TELEVISION & RADIO STATION in Kontakt kommen. Im Interview mit der Fernsehmoderatorin Dimpho Kwena gibt der Bürgermeister gute Ratschläge gegenüber der arbeitslosen Jugend. Jedoch kann er seine persönlichen negativen Gefühle gegenüber den Menschen, die in West Side lebend, nicht zurückhalten.

Die persönlichen Sichtweisen und Gedanken des Bürgermeisters über die Siedlung West Side verärgert diese nicht nur, sondern treibt ihre Gemeindeleiter, einschließlich Comrade Jackson „fire“ Cebekhulu, dazu, den Bewohnern Gewalt und fremdenfeindlichen Angriffen nahe zu legen.

In West Side leben viele Ausländer, die dort kleine Geschäfte wie z.B. Cafés oder Lebensmittelgeschäfte leiten. Da ist z.B. Fortune Sibanda (Simbabwer und Automechaniker), der sich mit Hilfe von Autoreparaturen in ganz Soweto über Wasser hält. Oder Jamna Scarfe (Äthiopierin und Kleinunternehmerin), die freiwillig Suppe kocht und diese Schulkindern anbietet, und Ulkeria Okeke (Nigerianerin und ehemalige Lehrerin in Nigeria), die freiwillig den Schulkindern im Squatter Camp hilft. All diese Menschen werden zu Opfern von fremdenfeindlichen Angriffen.

Der Oberste Gerichtshof erklärt die Gemeindeleiter von West Side für schuldig und verurteilt sie zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Eine Botschaft der Hoffnung ist, dass der Präsident der Republik Südafrika und seine Regierung 300 Milliarden Rands (ca. 30 Mrd. Euro) in die Entwicklung der Infrastruktur investiert. Diese Maßnahme gibt der arbeitslosen Jugend im ganzen Land sehr viel Hoffnung, da Arbeit geschaffen und die Qualifizierung der Jugendlichen vorangebracht wird.

Das Stück besteht aus Fernsehszenen, die von UHURU COMMUNITY TELEVISION & RADIO STATION übertragen und von der berühmten Fernsehmoderatorin Siyanda Mnqgithi präsentiert werden.

Musik und Tanz sind sehr wichtige Bestandteile in diesem gut recherchierten und ausdrucksstarken Stück.

Workshopped by M.U.K.A Project
Directed by Brian Nhlanhla “Spider”Phakathi
©M.U.K.A Project 2012

Besetzung

Charakter                                         gespielt von:

Siyanda Mgqithi:                              Duduzile Emmaculate “dudu” Moyo

Demonstrant 1:                                Duduzile Emmaculate “dudu” Moyo

Dimpho Kwena:                               Ntabjane Vallery “Second” Radingwana

The Big Fat Wolf:                              Ntabjane Vallery “Second” Radingwana

Demonstrant 2:                                 Ntabjane Vallery “Second” Radingwana

Jamna Scarfe:                                  Sinenjabulo Nomfundo “Laptop” Ndlovu

Klassenlehrerin:                              Sinenjabulo Nomfundo “Laptop” Ndlovu

Demonstrant 3:                                Sinenjabulo Nomfundo “Laptop” Ndlovu

Ulkeria Okeke                                    Tracy Noxolo “Tracy” Hlongwane

Demonstrant 4:                                 Tracy Noxolo “Tracy” Hlongwane

Ijoma:                                                   Tracy Noxolo “Tracy” Hlongwane

Little Pig 3:                                          Tracy Noxolo “Tracy” Hlongwane

Jackson “Fire” Cebekhulu:               Brian Thabiso “Nkawu” Nyoni

Fortune Sibanda                                Bhekumuzi Maxwell “Max” Magagula

Demonstrant 5:                                  Bhekumuzi Maxwell “Max” Magagula

Little Pig 2:                                           Bhekumuzi Maxwell “Max” Magagula

Thabo:                                                  Zubenathi “Nathi” Mabele

Demonstrant 6:                                  Zubenathi “Nathi “Mabele”

Mayor Vuyo Apleni:                             Brian Nhlanhla “Spider” Phakathi

Zu den Hintergründen

Die meisten der aktiven Mitglieder bei M.U.K.-A. - Project sind Schüler oder Jugendliche. Zusammen mit einigen der älteren Mitarbeiter besuchen sie die betroffenen Squatter Camps. Unter vier Augen führen sie Gespräche und sammeln Informationen.
Danach fordern sind alle Mitgleider von M.U.K.A. - Project aufgefordert, nach Zeitungsartikeln, Liedern, TV- oder Radiobeiträgen, politischen Reden oder Magazingeschichten zu suchen, die für das Thema interessant sein könnten.

Nach der Materialsichtung gibt es einen Workshop. Ziel dieses Workshops ist es, ein Theaterstück in groben Zügen zu konzipieren. Da werden Charaktere geboren, der Regisseur hilft dabei, Handlungsstränge zu entwerfen und passende Lieder zu finden. Der Choreograph hört sich die Musik und die Songtexte an und fängt an, sich eine Choreografie auszudenken. Anschließend wird das Ergebnis dieser Arbeit als erstes den Menschen vor, die in den Slums wohnen, denn sie sind es, die dem Stück Leben einhauchen.
Auf diese Weise entstehen die meisten unserer Stücke. Sie sind allesamt Gemeinschaftsproduktionen - Autorenschaft, Regie und Choreographie liegen beim M.U.K.A.-Projekt.

Was versteht man unter einem Squatter Camp?

Ein Squatter Camp ist ein relativ abgeschottetes Lager, in dem Arme auf engstem Raum in Blech- oder Holzhütten leben. Eine fünfköpfige Familie hat in der Regel gerade mal 3 auf 5 Meter Platz. Werden die Kinder erwachsen, bauen sie sich nebenan ihre eigene Hütte, das führt zu einer immer größeren Dichte. In den Hütten existiert keine Privatsphäre, innerhalb der Familien kommt es oft zu Vergewaltigungen, ungewollten und Teenagerschwangerschaften.
Aufgrund der Befragungen kann M.-U.K.A.-Project belegen, dass ein Kind, welches seine Eltern schon früh beim Sex beobachtet, selbst früher als andere Kinder sexuelle Erfahrungen macht oder nichts dabei findet, Sex zu haben. Hinzu kommt, dass Arbeitslose gelangweilt sind und sich oft mit billigem Alkohol, Zigaretten oder Drogen und reichlich ungeschütztem Sex zu trösten versuchen – dies erklärt wiederum die hohe Zahl der HIV-Erkrankungen.

9 Personen
Technik: Bühne 6m x 4m, Licht, CD-Player + Verstärker
Workshop:
Theater, Tanz, Trommeln, Gewaltprävention