Arena y Esteras
Zirkustheater, Peru

Das Projekt „Arena y Esteras“ verbindet in seinen Zirkus-Theaterinszenierungen soziale und künstlerische Interessen mit politischem Engagement. Die Produktionen der Gruppe beschäftigen sich häufig mit traditionellen Erzählungen der indigenen Bevölkerung Perus. Die Geschichten werden mit traditioneller und moderner lateinamerikanischer Musik und stimmungsvollem Licht inszeniert. Zahlreiche Zirkuselemente wie Jonglage mit Keulen und Bällen oder Einräder bringen viel Dynamik in die Produktionen. Die aufwändig gestalteten Kostüme zeigen dabei oft Tiere aus dem Regenwald oder Fabelwesen.

Geschichte

Auch bei der sozialen Arbeit des Projekts spielt die Rückbesinnung auf Traditionen der indigenen Bevölkerung im Sinne des „Buen Vivir“ eine große Rolle. Übersetzt heißt „Arena y Esteras“ Sand und Strohmatten. Das Projekt befindet sich in „Villa El Salvador“ (VES), einem Vorort von Lima (Peru) in einem Wüstengebiet. Siedler aus dem Hochland hatten zur Zeit der Gründung des Viertels in den 1970ern einfache Hütten aus Strohmatten hergestellt, in denen sie lebten. Seitdem hat sich die Infrastruktur stark verbessert, der größte Teil der Bevölkerung lebt nun in befestigten Gebäuden, es gibt Universitäten und eine Metro-Anbindung. Gewalt und Armut stellen vor Ort aber weiterhin große Probleme dar.

Soziokulturelles Engagement

„Arena y Esteras“ ist heute ein Zusammenschluss von Künstler*innen, Pädagog*innen und Lehrer*innen unter dem Motto: „Für das Recht auf ein Lächeln“. Sie mischen sich in die lokale Politik ein, streben gesellschaftliche Veränderungen an und lassen sich dabei von Menschenrechten, kultureller Identität, Gleichberechtigung der Geschlechter und Respekt vor der Schöpfung leiten.

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Mit der künstlerischen Arbeit will „Arena y Esteras“ eine Gemeinschaft formen, in der jede*r in sozialer Verantwortung und Würde leben kann. In Schulen, auf der Straße, im Park – überall also, wo gelebt wird – greifen sie die Themen auf, die Menschen ansprechen, und suchen gemeinsam nach künstlerischen Antworten. Die Darsteller*innen sind Schüler*innen, junge Arbeiter*innen, Mütter oder einfach Nachbar*innen. 2012 wurde „Arena y Esteras“ für seine Arbeit mit dem Peruanischen Nationalen Kulturpreis ausgezeichnet.

Protest für das Klima von Arena y Esteras
Protest für das Klima von Arena y Esteras. Foto: Arena y Esteras

Die Jugendlichen von „Arena y Esteras“ sind engagiert in Netzwerken zur nachhaltigen Entwicklung und inzwischen auch sehr aktiv bei „Fridays for Future“ in Lima. Seit Jahren arbeitet das Projekt zu Fragen von Klimawandel und Klimagerechtigkeit und hat deshalb auch an unserem Projekt „CREACTIV für Klimagerechtigkeit“ teilgenommen.

Aktuelle Produktion: »Amarú«

Die aktuelle Produktion der Gruppe basiert auf einer peruanischen Legende, in der Wasser als Element eine zentrale Rolle spielt. Ein Thema, von dem wir alle betroffen sind. Während einer großen Dürre, sorgt der „Amarú“ – ein drachenartiges Fabelwesen – dafür, dass wieder Regen fällt. Die vollständige Geschichte auf Spanisch mit deutscher Übersetzung kann hier heruntergeladen werden.


Bilderstrecke „Amarú“ (8 Bilder)

Weitere Informationen

Webseite von Arena y Esteras (auf Spanisch)
Facebook-Seite von Arena y Esteras