„Es war ein unvergesslicher Abend bei euch“

Der Schulleiter der Internationalen Schule begrüßt den Generalkonsul der Republik Peru.
Copyright: Jeremy Carter, ISN

Für „Arena y Esteras“ war es sicherlich eine der ganz besonderen Stationen ihrer Reise durch Deutschland im Rahmen der KinderKulturKarawane 2013: der Aufenthalt in Neustadt an der Weinstraße!
Die Internationale Schule in Neustadt (ISN) hatte die Gruppe zu einem kulturellen Abend eingeladen. Leiter dieser Schule ist ein Peruaner. Zu Besuch zudem der Generalkonsul der Republik Peru, Herr Areggo Sablich aus Offenbach, der sich auch in das Goldene Buch der Stadt eintragen durfte.
Auf der Bühne traf  „Arena y Esteras“ dann zusätzlich auf peruanische Musiker – und auf einen Chor der ganz besonderen Art. Friedrich Georgens, Lehrer an der ISN und für den Kulturabend verantwortlich, wollte nicht nur einen interkulturellen Abend gestalten, sondern auch einen generationenübergreifenden. Das Besondere an dem Chor ist das Alter: das jüngste Mitglied ist 73 Jahre und das ältestes 92 Jahre alt.
Die Aufführung von „Arena y Esteras“ begeisterte natürlich alle, vor allem aber die Zuschauer aus Peru – vom Generalkonsul bis zu den Musikern.
„Beim anschießenden Publikumsgespräch gab es vor allem Fragen zum sozialen Aspekt des Stücks, das durch die künstlerische Nacherzählung der Geschichten von Rosita, Andres, Maria, Juancito und Timoteo, die Schicksale von mehreren Kindern zu Zeiten des internen Konflikts von Peru und damit auch die Entstehungsgeschichte des Viertels Villa El Salvador erzählt, in dem auch die Gruppe Arena y Esteras ihre Ursprünge hat.“, berichtet die Tourbegleiterin der Gruppe, Katrin Wilkniß. „In den 80er und 90er- Jahren war die Landflucht in Peru dramatisch, nicht nur wegen der sehr ungleichen Verhältnisse zwischen Stadt und Land was die Grundversorgung, Bildung und Gesundheitsaspekte angeht, sondern vor allem durch den bewaffneten Konflikt zwischen der Regierung und der Guerrilla-Gruppe „Sendero Luminoso“, der letztlich auf den Schultern der Zivilbevölkerung ausgetragen wurde, vor allem die ländlichen Bevölkerung erschütterte und zur Flucht in die Stadt zwang. Besonders dramatisch war die Situation für die Kinder, die in der Stadt arbeiten mussten, ausgebeutet wurden oder einfach auf der Straße weiterleben mussten. In den Jahren war Villa El Salvador eines jener Viertel, die sich am Stadtrand von Lima bildeten, zunächst ohne jegliche Versorgung oder Planung. Jedoch hatten die Bewohner von „Villa“ von Anfang an die Vision, dass es nur kollektiv und mit basisdemokratischer Organisation vorangehen kann. Und so leben heute, nach nur wenigen Jahrzehnten Existenz, 50.000 Menschen und Villa El Salvador, obwohl es auf Wüstensand entstand, hat sogar neben Krankenhäusern, einer Universität, Schulen, Nachbarschaftsvereinigungen, Kulturzentren und einem ausgebauten Straßennetz, Grünflächen in jedem Bezirk, Parks, und Spielplätze. Das ist dem unermüdlichen Kampf der Bewohner zu verdanken.
Diese Geschichte hat das Publikum sehr berührt, vor allem als sich zum Ende des Gesprächs eine Frau meldete, die selbst aus dem Viertel ist, und der Gruppe mit Tränen in den Augen für ihre wichtige Arbeit dankte, für ihren unglaublichen Mut und die Kraft, die die KünstlerInnen der Gruppe daran setzen, die Kultur, ihre Kultur, und die Geschichte ihres Landes „allen näherzubringen, nicht nur denjenigen, die das Geld haben um ins Theater zu gehen.“, wie Jhosselin, Artistin von Arena y Esteras sagt.“

„Arena y Etseras“ auf der Bühne in Neustadt (Weinstraße)
Copyright: Jeremy Carter, ISN

Der Bürgermeister von Neustadt war so begeistert von der ganzen Veranstaltung dass er die Gruppe spontan zu einem Besuch in das im Museum für Neue Kunst des „Zentrum für Kunst und Medientechnologie“ in Karlsruhe einlud.

„Arena y Esteras bedankt sich bei dem tollen Publikum, der Nachbarin von Arena y Esteras, Herrn und Frau Georgens für die nette Betreuung, bei den peruanischen Landsleute und dem Herrn Bürgermeister für den tollen Empfang. Es war ein unvergesslicher Abend  in Neustadt (Weinstraße)!

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„Gracias a la vida que me ha dada tanto“

Marcelo zusammen mit Oberbürgermeister Vaupel in Marburg kurz vor der Abreise

Jetzt ist Marcelo seit einer Woche wieder zuhause in El Alto. Natürlich geht es ihm blendend – er vermisst eigentlich nur die Wärme aus Deutschland, die er zum Schluss in Marburg und Frankfurt erleben konnte.
Der Empfang für ihn war sehr emotional. Sein Mutter vergoss viele Tränen, weil sie ihren Sohn so lange nicht gesehen hatte und er jetzt viel kräftiger und vor allem gesund wieder vor ihr stand. Der Vater weinte vor Freude und sagte zu Marcelo: „Willkommen in Deinem Zuhause, Sohn.“
Für Marcelo war aber der schönste Moment, seinen Bruder Alex umarmen zu können und diesem Helden, wie Marcelo meinte, noch einmal „Muchas gracias!“ sagen zu können.

Obwohl es sehr früh am Morgen war, kam die ganze Familie, um Marcelo willkommen zu heißen. Er genoss aber nicht nur diese familiäre Wärme, sondern auch, die frische Luft seiner Heimat zu spüren. Er nahm die Menschen der Nachbarschaft war, die zur Arbeit gingen und spürte, dass er wieder in seinem Leben zurück ist. Gleich hat er mit seiner Mutter überlegt, wie man Unterstützung finden kann für die, die noch in der Dialyse sind. Sie sind  in den letzten Jahren für Marcelo zu Freunden geworden.
Im Laufe des Vormittags kamen dann auch viele Freundinnen und Freunde von Marcelo zu Besuch, um ihn willkommen zu heißen. Es war eine sehr schöne Stimmung, berichtet Marcelo, und es wurde viel gelacht. Marcelo verteilte seine kleinen Geschenke (vor allem wohl Schokolade…) und zu erzählen gab es wahrlich genug.

Gleich am nächsten Tag hat Marcelo damit begonnen, Arbeit zu suchen, zunächst zwar erfolglos, aber es scheint gut möglich, dass er das ZETA-Projekt im Fernsehen bald weiterführen kann. Der Bürgermeister von La Paz hat in willkommen geheißen, hatte aber nicht viel Zeit an dem Tag und wird sich in Kürze mit Marcelo treffen. Auch da gibt es also bald Unterstützung bei der Jobsuche.
An der Universität war Marcelo auch schon, um zu klären, wie es jetzt mit dem Abschluss seines Studiums laufen wird. Gleich danach hat er seinen Arzt aufgesucht, der jetzt für Marcelo auf Dauer verantwortlich ist. Der war erstaunt und erfreut zugleich, Marcelo so entspannt zu sehen und zu erfahren, dass die Transplantation so phantastisch gelaufen ist. Er hat Marcelo dann die notwendigen Medikamente gegeben und ihm gesagt, dass er sich keine Sorgen machen müssen, alles sei für die Zukunft bestens organisiert. Die Kosten für die Medikamente werden zwar im Prinzip vom Staat übernommen, aber nur bis zu einem gewissen Höchstsatz. Die von der Uni-Klinik Marburg verschriebenen Medikamente kosten € 200,00 pro Monat mehr, die Marcelo selbst tragen muss. Wir haben aus den Spendengeldern – mit Einverständnis von OB Vaupel – Marcelo für die ersten sechs Monate diesen Mehrbetrag finanziert und werden auf Dauer – zumindest für einige Jahre – über Daueraufträge diese Mehrkosten übernehmen können. Irgendwann wird Marcelo dann hoffentlich so viel Geld verdienen, dass er die Mehrkosten selber tragen kann.

Marcelo hat viele Pläne. Vor allem will er auch wieder Kunst machen, bei Teatro Trono, in einer Band als Schlagzeuger – wo auch immer. Das Lied von Violetta Para „Gracias a la vida que ha dado tanto“ geht ihm dabei nicht auch dem Kopf:

Ich danke dem Leben, das mir so viel gegeben:
Es gab mir mein Lachen, es gab mir mein Weinen,
und lässt mich das Glück von dem Leid unterscheiden.

 

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Maurico Rosencof wird 80!

Am Sonntag, 30.6.2013, wird Mauricio Rosencof 80 Jahre alt.
Wir gratulieren sehr, sehr herzlich!

Mauricio Rosencof ist Autor, Dramatiker, Dichter, Regisseur. Er hat damals zusammen mit Raul Sendic die legendären MLN-Tupamaros aufgebaut und wurde von der Miltärdiktatur über 13 Jahre unter unvorstellbaren Bedingungen gefangen gehalten. Dass er in dieser Zeit der quasi „Nicht-Existenz“ nicht verrückt geworden ist, verdankt er nicht nur seinem Lebenswillen und dem Schreiben, sondern auch seinem ungebrochenem Humor.
Uns ist Mauricio seit 25 Jahren ein mehr als nur ein Freund und Wegbegleiter. Vielfältig war die Zusammenarbeit mit ihm in dieser Zeit: Lesereisen, Theaterinszenierungen, Buchveröffentlichungen auf Deutsch. Immer verbunden mit vielfältigen Gesprächen und vor allem einem Glas guten Weines.
5 Jahre lang (2006 – 2011) war Maurico Rosencof zuletzt auch Kulturdirektor von Montevideo und hat in dieser Zeit das Stadtteilkultur-Programm „Esquinas culturales“ installiert. 2009 hatte aus diesem Programm „De Ninguna Manera“ an der KinderKulturKarawane teilgenommen.
Jetzt hat sich Mauricio aufs Schreiben konzentriert. Letzte Woche ist „Diez minutos“ in Uruguay erschienen, ein Jahr vorher „Sala 8“. Leider gibt es zurzeit keinen Verlag, der die neuen Bücher auf Deutsch herausbringen will…

Mauricio Rosencof im Juni 2013

Mauricio Rosencof kurz vor seinem 80. Geburtstag.
Foto: Ariel Colmegna (EL PAIS)

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Rainbow House of Hope in Österreich

„Vom 22. bis 28. Mai 2013 besuchte eine Theatergruppe aus Uganda, bestehend aus 7 Jugendlichen im Alter von 12 – 20 Jahren und einem Betreuer, im Rahmen eines EU – Projekts die NÖ Mittelschule Langenlois. (Von der Ankunft in Langenlois haben wir bereits berichtet.) Diese Gruppe kommt vom Projekt „Rainbow House of Hope“, das ist eine Schule für sozial benachteiligte Jugendliche. Dort werden sie ermutigt, selbst aktiv zu werden und somit ihre Lebensumstände zu verbessern. Die Jugendlichen waren wie immer in Gastfamilien untergebracht. Unsere SchülerInnen konnten, in den Workshops und in persönlichen Gesprächen neue Erfahrungen über das Leben anderer Jugendlicher gewinnen. Es haben sich auch persönliche Freundschaften ergeben. Der Höhepunkt ihres Aufenthaltes war die Aufführung des Theaterstückes „Mirembe“, in dem die Jugendlichen ihr Land und deren Probleme darstellten. Unsere SchülerInnen haben auch sehr davon profitiert, dass die Kinder aus Uganda sehr gut Englisch sprechen. (Die Amtssprache ist Englisch).“
(Petra Nagl, Lehrerin und Koordinatorin des Projektesan der NMS Langenlois)
Eine Bildergalerie vom Projekt an der NMS in Langenlois findet man hier.

Die Langenloiser SchülerInnen hatten sich bereits zuvor im Unterricht mit dem Herkunftsland ihrer Gäste aus Uganda auseinandergesetzt. Neben Gegenüberstellungen der geographischen, etc. Gegebenheiten im Rahmen des Curriculums wurden auch Mitglieder der österreichisch-ugandischen Freundschaftsgesellschaft eingeladen, um die Jugendlichen bereits vorab mit kulturellen und sozialen Gegebenheiten inUganda vertraut zu machen.
Laut Berichten der Lehrerin Petra Nagl wurden die Jugendlichen sehr gut in Langenlois aufgenommen und es wurden gute Freundschaften geschlossen. Die Jugendlichen aus Kampala, die zum Teil unter sehr widrigen Umständen aufgewachsen sind, konnten die Gleichaltrigen LangenloiserInnen mit der hohen künstlerischen Qualität ihrer Darbietungen begeistern. Die „Message“, dass die Möglichkeit besteht, über kreative und kulturelle Beschäftigung zur Entwicklung des Selbstbewusstseins und neuer Perspektiven beizutragen, konnten die Jugendlichen aus Uganda durch ihre Biographien und die beeindruckenden künstlerischen Darbietungen hervorragend vermitteln. Gemeinsam wurden Themen, wie etwa die Rolle von Jugendlichen zwischen Tradition und Moderne, erörtert.
(Einen Bericht über den gesamten Aufenthalt der Gruppe vom „Rainbow House of Hope“ in Österreich kann man hier herunterladen.)

Schülerberichte:
„Ab 27.5.2013 hatten wir Besuch von Jugendlichen aus Uganda, die dort in einem Schulprojekt organisiert sind, das „Rainbow House of Hope“ heißt. Ziel dieses Schulprojektes ist es, sozial benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive durch eine künstlerische Ausbildung und Schulbildung zu geben. Die Gruppe aus Uganda war bei uns, um Geld für das Projekt zu verdienen und unsere Kultur kennen zu lernen.
Die Ugander kamen deswegen zu uns weil, sie in einem sehr armen Land wohnen und weil sie uns zeigen wollten, was alles in ihnen steckt. Wir durften diese talentierten Kinder live erleben. Wir hatten eine Theater- Aufführung am 28.5.2013. Im Theaterstück ging es um das Leben in Uganda, dass dort Bürgerkrieg herrschte, Mädchen oft sehr jung verheiratet werden und wie das Familienleben stattfindet. Wir machten einen Workshop mit ihnen, bei dem wir einen traditionellen Tanz aus Uganda lernten, begleitet auf afrikanischen Trommeln, die ebenfalls von unseren Schulkollegen gespielt wurden. Diese Aufführung war ca. 2 Stunden lang voller Aufregung und Tränen. In jeder Bewegung befanden sich Gefühle und Leidenschaft. Sie trommelten uns ihre Leidenschaft und ihr Gefühl auf ihren Trommeln vor. Auch wenn man es nicht glauben kann, dass man mit einer Trommel Gefühle ausdrücken kann, aber es funktioniert. In einer Szene zum Beispiel zeigten sie uns, dass es Kindersoldaten gibt und diese oft umgebracht werden.
Wir würden uns auf ein Wiedersehen mit den Jugendlichen freuen, aber auch auf andere Kinder aus einem anderen Land.“

„Die sieben Ugander, darunter vier Frauen, Mädchen und drei Männer, lehrten uns am ersten Tag einen der vielen, traditionellen Tänze. Sie teilten uns in zwei Gruppen, die eine tanzte und sang, die andere trommelte. Sie zeigten uns die Tanzschritte und ihre Reihenfolge. Es wurde für uns immer schwierig den Takt und die Reihenfolge korrekt einzuhalten, denn die Tanzschritte wurden immer schneller. Sie nannten uns VIP’s (= Very Important Persons). Es waren zudem noch Lehrer aus Dänemark anwesend, diese wurden VVIP’s (= Very Very Important Persons) genannt, sie machten sich Notizen auf ihren Tablet-PCs. Wir hatten eine zehn-minütige Pause zwischen der Probe und der Aufführung, in dieser Pause war uns die Freiheit gelassen, zu speisen und zu trinken. Vor der finalen Aufführung hatten wir noch zwei Generalproben, als die Zeit für die Aufführung gekommen war, konnte die Aufregung förmlich spüren. Es wurde zwar so mancher Fehler begangen, aber das fiel niemanden so richtig auf.“

„Beim Uganda-Workshop spielen Alex und ich eine Trommel. Neben mir spielt Lukas auch eine Trommel, nur mit anderem Rhythmus. Alex und ich müssen gleichzeitig auf die Trommel schlagen, aber Lukas dagegen muss in einem anderen Rhythmus spielen, damit es noch besser und schöner klingt. Manuel spielt auch eine Trommel, diese hat nur eine kleine Trommeloberfläche und daher klingt es noch anders als unsere Trommeln. So bekommen wir einen guten Klang zusammen und die anderen können gut zu diesem Klang den Uganda-Tanz tanzen. Ich fühle dabei, dass ich in Afrika in der Wildnis mitten zwischen afrikanischen Menschen stehe, die gerade ein Fest feiern. Die Männer trommeln ganz fest und die Frauen und Kinder tanzen ihren traditionellen Tanz. Ich denke, dass sie mich herzlichst begrüßen und für ihr Fest, das sie gerade feiern, einladen.“

„Wir hatten im Mai einen Workshop mit einer Artistengruppe aus Uganda in Afrika. In einem 2-stündigen Workshop tanzten wir einen dort einheimischen Tanz und 6 von uns durften auch Trommeln spielen, was ziemlich kompliziert für mich war. Weil mir dieser Tanz zu kompliziert war, habe ich mich für das Trommeln entschieden, was, wie sich herausstellte auch nicht gerade einfach war, weil ich ja nicht gerade ein sehr musikalischer Mensch bin. Ich finde auch die Standbilder aus dem Theaterspiel sehr interessant, weil uns so die Situation die in Uganda ist näher gebracht wird. Wir mussten eine Familie in Uganda und in Österreich beim Essen darstellen. In Uganda sitzt man auf dem Boden und isst aus einem Topf, in Österreich sitzt man an einem Tisch und jeder hat seinen eigenen Teller. Es war gar nicht so einfach, dies ohne Utensilien darzustellen.
Auch die Theater-Aufführung „Mirembe-die Dorfschönheit“ war sehr interessant, weil man am Anfang die Situation, den Bürgerkrieg und die Verheiratung von minderjährigen Mädchen dargestellt sah. Sehr interessant war auch, dass man, wenn man in eine soziale Schicht z.B in die der Armen geboren wird, kann man nicht in eine höhere Stufe aufsteigen.“

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Freundschaften durch Begegnung und künstlerische Arbeit

Fast zwei Wochen war „Arena y Esteras“ in Köln zu Gast beim Georg-Büchner-Gymnasium – eine wunderbare und vor allem beeindruckende Zeit. Die Schule hatte die Gruppe im Rahmen eines Partnerschafts-Aufbauprojekts eingeladen, gemeinsam mit einer Mädchenschule aus Kenia. Die Grundidee war, Freundschaften auf der Basis des gemeinsamen Austauschs und der künstlerischen Kreation zu stiften und eine längerfristige Kooperation zwischen den drei Ländern zu initiieren. Dabei stand nicht einebestimmte Metodik im Vordergrund, sondern der Schaffung von Freiräumen, in denen sich die TeilnehmerInnen der Gruppen aus den drei Städten miteinander treffen, übereinander erfahren und voneinander lernen konnten.

In der ersten Woche stand das Kennenlernen im Mittelpunkt, die zweite Woche war der Umsetzung des kulturellen Austauschs gewidmet. In Trommelworkshops, mit Bewegungstheater und Chorgesang haben die  Gruppen interkulturell zusammen gelernt. Sie haben Szenen entworfen, die sie dann gemeinsam bei der Abschlussveranstaltung aufgeführt haben.
Es gibt viele positive Erfahrungen und Schlüsse zu ziehen aus dieser intensiven Zeit, die zunächst auch für diese Schule ein Pilotprojekt war, aber auch ein Beispiel sein kann für andere Schulen. Vor allem sind es die zwischenmenschlichen Momente, das gemeinsame Lachen zum Beispiel. Es geht vielleicht am Ende nicht darum, eine tiefe Freundschaft aufzubauen – das wäre zu viel verlangt für eine dann doch kurze Zeit. Sondern eher darum festzustellen, dass die anderen eigentlich genauso fühlen oder die gleiche Musik mögen, wie man selbst. Die vermeintlichen kulturellen oder “Herkunfts“-unterschiede änderten nichts  an dem Gefühl, vor allem ein junger Mensch zu sein.

Und diese jungen Menschen schafften es, ohne die gesprochene Sprache und mit ganz wenig Mitteln nicht nur, sich zu verständigen. Sondern sie haben sich verstanden, sind sich nahe gekommen. Die vermeintlichen Unterschiede spielen kaum eine Rolle, Toleranz wird erfahrbar und Grenzen werden überschritten.

“Also für mich war es am schwierigsten, mich von der Familie zu verabschieden”, sagte Flor (von „Arena y Esteras“) “weil ich sie schon von der letzten Tour 2011 kenne und wir Freunde geworden sind. Aber ich weiß, dass meine Gastschwester jetzt meine richtige Schwester besuchen wird und ich die Familie hoffentlich auch irgendwann mal wieder sehen werde – und das beruhigt mich”. Der Abschied von den Gastfamilien in Köln viel allen schwer. Yosselhin (auch von „Arena y Esteras“ fand die Kölner so entspannt und herzlich waren und interessiert, ihr die Kultur und Geschichte der Stadt näherzubringen.
Und so ist das berührende Fazit der Gruppe aus Peru „Wir danken euch KölnerInnen für diese zwei Wochen, dafür dass ihr uns mit offenen Armen und Türen empfangen habt, dass wir alle voneinander gelernt haben und dass wir alle ein Stück zusammengewachsen sind.“

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„…nun werd ich für ein Jahr nach Lateinamerika gehen!“

kampnagel28

Das Finale auf Kampnagel

Fast zwei Wochen war „Arena y Esteras“ an der „Gretel-Bergmann-Schule“ in Hamburg Allermöhe. Allermöhe gilt als Stadtteil „mit Entwicklungsbedarf“ – die Elternhäuser vieler SchülerInnen gelten als eher bildungsfern. Wie ein Sprung ins kalte Wasser muss es für die verantwortlichen Lehrerinnen gewesen sein, als die zuständige „Kulturagentin“ das Projekt vorschlug. Um so größer ist jetzt nach dem erfolgreichen Abschluss des Projektes die Freude und Begeisterung eben diesen Sprung gewagt zu haben.
„Wir sind von dem Projekt so begeistert und möchten die Gruppe sehr, sehr gerne in 2 Jahren wieder zu uns einladen. Das haben wir schon mitgeteilt. Natürlich müssen wir dazu die Schulleitung fragen. Auch hätten wir die Gruppe dann gerne nicht gerade in der heißesten Phase bei uns, in der Realschulprüfungen und mündliches Abitur laufen, sondern lieber zu Schuljahresbeginn z.B. im September.  Wir werden unbedingt den Kontakt zu „Arena y Esteras“ aufrecht erhalten. Es sind tolle Freundschaften entstanden und wir hatten das Glück, sie 2 Wochen bei uns zu haben – kürzer fänden wir viel zu schade, dann kann man auch in den Workshops nicht so viel erreichen.
Bei unseren Schülern hat der Besuch wie eine Bombe eingeschlagen, so viel Begeisterung auf einmal (und so viele Tränen nach der Aufführung auf Kampnagel am Samstag, uns Lehrerinnen standen dann bei so viel Geheule auch die Tränen in den Augen – spätestens dann auch, als die Kleine aus Jg 6 meinte „Edith (eine junge Darstellerin von „Arena y Esteras“), du bist wie meine zweite Mutter geworden“. Ein Schüler, leistungsmäßig eher schwach, erklärte „nun werd ich für ein Jahr nach Lateinamerika gehen!!!“

Die Aufführung der in 8 Workshoptagen erarbeiteten Performance (in der Schule vor 17 Klassen, also knapp 400 SchülerInnen) zeigte sehr deutlich was sich in einer relativ kurzen Zeit künstlerisch entwickeln kann. Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler zeigen zudem, wie intensiv eine solche Zusammenarbeit mit einer Gruppe der KinderKulturKarawane sein kann. Und es wird deutlich, dass ein solches Projekt nachhaltige Ergebnisse mit sich bringt.

 

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Marcelo plant für die Zukunft

Marcelo am 2. Juni im Hamburger Hafen.

Am vergangegen Wochenende war Marcelo Bazan zu einem Kurzbesuch in Hamburg, auch um die Freundinnen und Freunde von „Arena y Esteras“ zu sehen. Wir konnten die Zeit nutzen, um die nächsten Schritte für Marcelos Heimkehr zu planen und einige ungelöste Fragen ansprechen.
Vorweg: Marcelo geht es sehr gut. Er betont immer wieder, dass es für unfassbar ist, quasi ein neues Leben anfangen zu können. Die Niere seines Bruders arbeitet einwandfrei, die Ergebnisse der Untersuchungen in der Marburger Uni-Klinik sind „ohne Befund“.

Marcelo und seine kleine „Apotheke“

Zur Zeit schluckt Marcelo allerdings noch täglich 18 (achtzehn !) verschiedene Medikamente, jeweils minutengenau vom Mobilphone erinnert. Im Laufe der Zeit werden es zwar immer weniger Medikamente, aber 2 „Immun-Suppressiva“ muss er sein Leben lang nehmen.
Es sind noch zwei oder drei Untersuchungen in der Marburger Uniklinik geplant, spätestens am 20. oder 21.6.13 kann Marcelo aber nach Hause fliegen. Darauf freut er sich sehr, auch wenn ihm die lieben Menschen in Marburg ans Herz gewachsen sind.

Marcelo in der Kampnagel-Fabrik. Vor der Aufführung von Arena y Esteras „noch eben mal die Mails checken“.

Marcelo hat mehrmals an der Martin Luther Schule Theaterworkshops gegeben oder über seine Arbeit beim „Zeta-Projekt“ der Stadt La Paz berichtet. Er hat Freunde gefunden,. mit denen er zusammen Musizieren kann (Marcelo hat den Abschluss der Musikhochschule im Fach „Schlagzeug“). Aber ihm fehlt sein Familie, seine Freunde in El Alto, seine Heimat.
Sobald er zurück in Bolivien ist, wird er sich auf die letzte mündliche Prüfung vorbereiten, mit der er im September sein Jura-Studium abschließen kann. Diese Prüfung musste er damals aussetzen, da er sich wegen der regelmäßigen Dialyse und des allgemein schlechten Gesundheitszustandes nicht richtig darauf vorbereiten konnte. Er hofft dann vielleicht Anfang kommenden Jahres als Rechtsanwalt arbeiten zu können.
In jedem Fall soll aber das „Zeta-Projekt“ sehr bald weitergeführt werden, das die Stadtverwaltung ins Leben gerufen hat. Zudem wird Marcelo sich endlich wieder als Trainer bei COMPA/Teatro Trono in El Alto engagieren können, insbesondere beim Musikprojekt Yauri, mit dem er 2010 ja zuletzt mit der KinderKulturKarawane in Deutschland unterwegs war.
In Marburg wird derzeit ein Abschiedsfest für Marcelo geplant. Der genaue Termin steht aber noch nicht fest.

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„Arena y Esteras“ sollen wiederkommen!

Das komplette Ensemble samt der Lehrerinnen.

„Ich bin begeistert von meinen Schülerinnen und Schülern!“ Wann hört man solche Worte aus dem Mund einer Lehrerin einer Stadtteilschule?! Am Samstagabend nach der Präsentation der Arbeit von „Arena y Esteras“ mit Schülerinnen und Schülern der „Gretel-Bergmann-Stadtteilschule in Hamburg-Allermöhe wurde es genau  so in der Kampnagel-Fabrik formuliert. Und die SchülerInnen, die bei dem Projekt mitmachen konnten, gaben nach der Aufführung auch ihre Meinung dazu: „Wir wollen, dass die Gruppe wieder an unsere Schule kommt!“ Und an die Gruppe selbst gewandt: „Wir haben in den wenigen Tagen so viel von euch gelernt. Danke!“
Im Rahmen des „Kulturagenten“-Programms und in Kooperation mit dem „YoungstarFest 2013“ in der Kampnagel-Fabrik hatte „Arena y Esteras“ am 21.5. mit Schülerinnen und Schülern in Allermöhe begonnen, eine Performance zu entwickeln, die dann 10 Tage später zunächst in der Schule und am Tag danach dann in der Kampnagel-Fabrik aufgeführt werden sollte. Die Ausgangsbedingungen waren nicht die besten, weil einige der Beteiligten in den ersten Tagen wegen verschiedener Klausuren nicht dabei sein konnten. Aber auch durch die private Unterbringung bei SchülerInnen der Spanischkurse der Schule begünstigt, wuchs schnell Vertrauen untereinander und zunehmend auch das Selbstbewusstsein der beteiligten Jugendlichen aus Allermöhe. Gerade das Vertrauen untereinander war bei der entwickelten Performance von besonderer Bedeutung, denn ohne dieses Vertrauen wären manche Akrobatik-Nummern nicht denkbar gewesen.
Der Rahmen der Handlung bildete der Umweltschutz in verschiedenen Facetten, aber immer im Zusammenhang mit derTierwalt. Im Laufe der Produktion bekamen alle Beteiligten zu ihren Talenten passende Rollen. Jede/r konnte sich in der ihr/ihm eigenen Art präsentieren. Und es waren überraschendeTalente darunter! Die jungen Darsteller von „Arena y Esteras“ hatten sich weitgehend zurückgenommen. So kam eine Performance von 30 Minuten zustande, die das Publikum begeisterte. Und alle Beteiligten waren sichtlich stolz auf diesen Erfolg. Belohnt wurden alle für den Mut, ein solches Projekt zu wagen. Belohnt wurden vor allem die LehrerInnen, die quasi „ins kalte Wasser“ gesprungen waren, durch die Anerkennung und das zunehmende Interesse ihrer KollegInnen. Und am Ende des Projektes war klar: 2015 wird Arena y Esteras wieder nach Allermöhe kommen. Die Zusage der Schulleitung gibt es bereits. So sind mit diesem Projekt eine Reihe von Wünschen am Ende wahr geworden.

 

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„The Rainbow House of Hope“ zu Gast in Langenlois

Die Jugend-Theatergruppe Rainbow House of Hope aus Kampala/Uganda ist in Langenlois (NÖ) vom 23. – 29.5.13 zu Gast. Mit ihrem Theater- und Tanzstück „Mirembe – die Dorfschönheit“ wollen die Jugendlichen aus Ost-Afrika Weltsicht vermitteln und für Themen wie Kinderrechte und die Position von Frauen und Mädchen in der Gesellschaft sensibilisieren. Mit traditionellen Tänzen, Chorgesang und HipHop erzählen sie die Geschichte vom Mädchen Mirembe und bieten mit ihrer lebendigen Show Einblicke in ihre Lebenswelt.Begrüßt wurden die afrikanischen Gäste am Mittwoch, dem 22. Mai 2013 um 14.30 Uhr in der Neuen Mittelschule Langenlois, die dieses EU-Projekt mitorganisiert.
Auch die KinderKulturKarawane in Langenlois dabei, da sie Teil der EU-Projektes „Strengthen Creative Cooperation“ ist.

Fahnen, die eigentlich schon auf das 100-Jahr-Jubiläum der Schule in der nächsten Woche hinweisen, grüßen die weitgereisten Gäste.
Auf den afrikanischen Staat haben sich die Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet…
… und wissen eine Menge über das Land.
Gekommen sind auch internationale Vertreter des Comenius-Projektes.
Sie sind zum ersten Mal in Europa und freuen sich auf interessante Begegnungen.
Aufgelockerte Begrüßung durch die Klasse 2M mit dem bekannten Song „We can’t back down“ aus dem Film Camp Rock.
Weiter geht es mit dem Lied „Wavin‘ flag“ …
… das Lied des kanadisch-somalischen Musikers K’naan wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gesungen.
Heute gilt es den Gästen aus Uganda…
… die auch vom Mayor of Langenlois, Hubert Meisl, herzlich willkommen geheißen wurden.
Mayanja, der Sprecher der Gruppe, stellte sein Land vor und lädt alle ein, nach Uganda zu kommen, in jenes Land, in dem 53 Sprachen gesprochen werden und alle Schüler und Lehrer uniformiert sein müssen. Auch wenn wir alle verschieden sind, so sind wir doch alle gleich, meinte er so treffend.
Groß war die Überraschung und Freude, als sich die Schüler der dritten Klassen mit einem Spendenscheck bei der Gruppe einstellten. Sie haben an drei Tagen in der Schule Jause verkauft und können jetzt 300 Euro übergeben.
Musikalisch bedankten sich die Mädchen dafür.
Michael Jackson hat es einst mit dem unvergesslichen Lied „Heal the world“ auf den Punkt gebracht:
„Heal the world, make it a better place, for you and for me and the entire human race.
There are people dying, if you care enough for the living – make a better place for you and for me.“
Weltfrieden wäre so einfach, stimmt auch Direktor Mag. Erich Broidl zu.
Ihr in Langenlois seid immer wieder einzigartig – ihr arbeitet daran.
„A warmly welcome“! Eine Woche lang werden die afrikanischen Jugendlichen in Langenlois bleiben, in der Schule mitlernen, im BORG Krems auftreten, Ausflüge in die Wachau und nach Wien und diverse Workshops sind geplant. Sie werden von Gastfamilien und von Lehrerin Petra Nagl dankenswerterweise betreut.
Mit einem österreichischen Volkslied…
… das gemeinsam gesungen wird…
… und einem Glas Wein bzw. Traubensaft endet der nette Empfang in der Schule.
Quelle der Fotos: Website der Stadt Langenlois, Ulli Paur
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„MOO“ von Arena y Esteras in Hamburg auf Kampnagel.

Mit dem Zirkustheater „Moo“ hat die peruanische Gruppe „Arena y Esteras“ am 23.5. das „YoungstarFest 2013“ in der Hamburger Kampnagel-Fabrik eröffnet.
Hier geht es zur Fotogalerie der Veranstaltung: www.facebook.com

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