The Golden Youth Club – from the dusty roads of Winterveldt

Den „Golden Youth Club“ gibt es seit 2001. Gegründet wurde er im südafrikanischen Winterveldt bei Pretoria von Johanna Mahlangu und einer Gruppe von acht jugendlichen Tänzern. Sie hatten erkannt, dass es in den ärmeren, eher ländlichen Vierteln von Winterveldt eine hohe Kriminalitätsrate, große Arbeitslosigkeit und massive Armut gibt. Dagegen wollten sie etwas unternehmen. Mit Erfolg: Inzwischen macht der Golden Youth Club Schule, es gibt Gruppen in den Gemeinden Madidi, Itsuseng, Hamanskraal und Gemsbockspruit. Das Projekt ist somit in drei südafrikanischen Provinzen vertreten.

The dusty roads of Winterveldt

Die Mitglieder
Der „Golden Youth Club“ besteht heute aus mehr als 30 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 22 Jahren aus sozial benachteiligten Familien, die von der Gesellschaft oft als Außenseiter ausgeschlossen wurden. Sie wollen ihr Leben selbst in die Hand nehmen und dabei vor allem ihre vorhandenen Talente nutzen und ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten weiter entwickeln. Zum Beispiel besuchen die Jugendlichen Choreographie-Workshops und Gruppenleiterkurse, nehmen Tanzunterricht und machen bei Workshops zum Thema HIV/AIDS mit. Und sie übernehmen Verantwortung für die Gemeinschaft: Mit Theater, Tanz und Musik greifen sie brisante Themen wie AIDS/HIV, Drogen und Missbrauch auf und regen gesellschaftliche Debatten an.

Peer Leader International
Der Golden Youth Club ist im Netzwerk „Peer Leader International“ aktiv und arbeitet eng mit verschiedenen umliegenden Schulen zusammen. Im Rahmen des Peer-Leader-Programms gibt es im Golden Youth Club Gruppen, die sich im politischen Umfeld betätigen, andere befassen sich mit Umweltschutz, eine weitere Gruppe ist im weltweiten „Love Life Programm“ zur Aids-Prävention aktiv.

Vielfalt der Kulturen in Südafrika
Mit seiner kulturellen Arbeit will der Golden Youth Club die Vielfalt der Kulturen in Südafrika aufzeigen. Die unterschiedlichen Sprachen, Bräuche, Kleidungsformen, Ernährungsweisen und auch die Religionen und Bräuche anderer Völker in Südafrika kennen zu lernen, soll vor allem das Bewusstsein junge Südafrikaner_innen für ihr kulturelles Erbe stärken. In den letzten Jahren ist der Golden Youth Club für seine künstlerische Arbeit bei vielen Wettbewerben ausgezeichnet worden.
http://www.goldenyouthclub.org

Traditionelle Tänze sind eine Spezialität der Gruppe

Das Programm
Lieder und Tänze aus Südafrika
Das Programm des GOLDEN YOUTH CLUB stellt wieder Tänze und Lieder aus ganz Südafrika vor und spiegelt so die Vielfalt der Kulturen wieder. Die Gruppe will mit dem Programm Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit, Lebensfreude und den Willen zur Veränderung in Südafrika auf der Bühne zeigen.
Verstärkt werden in das Programm moderne Tänze einbezogen, die heute von der Jugend in den Discos getanzt werden und Tradition und Moderne miteinander verbinden.
Die künstlerische und musikalische Qualität des Programms ist überwältigend und wurde in Südafrika schon mit verschiedensten Preisen und Anerkennungen bedacht.

Zeitraum: 25.08.-02.11.14 | Personenzahl: 14 | Technik: Bühne 6×4, CD-Anlage & Verstärker, 2 kabellose Mikros, Grundlicht | Workshop: Traditionelle Tänze, Rhythmen

Von der Arbeit in Winterveldt


Ausschnitte aus dem Programm „Rainbow Nation“ von 2011

Veröffentlicht unter Arts for social transformation, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Musik, Tanz, The Golden Youth Club | Ein Kommentar

KAYEYE spinnt Fäden zu afro-kolumbianischen Wurzeln

„Kayeye“ ist ein Kollektiv von jungen Künstler_innen, das 2007 in Cazuca, einem Stadtteil im Süden von Bogatá, der Hauptstadt von Kolumbien, gegründet wurde. In Cazuca leben vor allem Menschen, die vor Krieg und bewaffneten Konflikten in Kolumbien aus ihren Dörfern flüchten mussten.

Cazuca am Rande von Bogotá

Cazuca
Cazuca ist in Bogotá die größte Siedlung von Menschen, die als Opfer von bewaffneten Konflikten vertrieben wurden. Die meisten Bewohner sind afro-kolumbianische Familien. In Cazuca leben Opfer und Täter zusammen. Der Stadtteil ist zu einem der gefährlichsten Orte in Bogotá geworden: Menschen werden bedroht, ermordet oder verschwinden. Neben Gewalt und Kriminalität gibt es im Alltag aber auch Freude, Hoffnung und die Träume vieler Jugendlicher, die sich wünschen ein anderes Gesicht ihres Ortes zeigen zu können.

Junge Tänzer_innen von KAYEYE

Kultur, Tradition, Identität
„Kayeye“ ist als traditionelle kolumbianische Musikgruppe organisiert, die die öffentlichen Plätze der Stadt Bogotá zu ihrer Bühne macht. So werden Straßen, Bürgersteige und Parks für Auftritte genutzt. Die Gruppe strebt danach, ihre eigene Musik zu kreieren und durch geringe Einnahmen ihre Familien finanziell unterstützen zu können. Die Gründer von Kayeye stammen aus dem Projekt „Taller de Vida“ (Werkstatt des Lebens), das schon mehrfach auf Einladung der Kinderkulturkarawane in Europa gastierte. In dieser Werkstatt hatten die Kinder und Jugendlichen aus Cazuca die Möglichkeit, ihre schmerzhaften Erfahrungen aufzuarbeiten. Kayeye ist eine Fortführung des begonnenen Prozesses, bei dem die Gruppe auf ihre Erfahrungen mit Musik, Theater, Tanz und Menschenrechten zurückgreifen kann.
Momentan profitieren mehr als dreißig Kinder und Jugendliche des Stadtteiles Cazuca von dem Projekt, die Mehrheit von ihnen hat afrikanische Wurzeln.

Auch um ihre Wureln geht es

Projekt „Ananse“
2012 begann für die Mitglieder von „Kayeye“ eine neue Phase, die von viel Disziplin und intensivem Training geprägt ist. Dieses „Camp“ der Musik, des Tanzes, des Theaters und der Menschenrechte begleiten und unterstützen professionelle Künstler und Nichtregierungsorganisationen. Durch diese Kooperationen reift die Gruppe, sie kann mehr künstlerische und gestaltende Elemente in ihre Arbeit einbeziehen und Trainings in Musik, Tanz und Theater anbieten, um die Talente und das kulturelle (Selbst-)Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen in Cazuca zu fördern.
Mit diesem Projekt will „Kayeye“ aufdecken, was in Kolumbien totgeschwiegen wird: die Folgen des Krieges, der täglichen Ausübung von Gewalt, des Verschwindens von Personen und der Rassendiskriminierung. Das Projekt hat einen ethnisch-sozialen Ansatz, der die Rechte der afrokolumbianischen Bevölkerung einfordert und versucht, sie politisch abzusichern.
Das Projekt „Ananse“ ist inspiriert von einer Sage des Stammes der AKAN aus dem Süden Ghanas. Die Geschichte der Spinne Ananse erzählt davon, wie sie ein großes Netz spinnt, in dem sie die vielen Geschichten der Versklavten beherbergt, die ihrer Heimat entrissen und nach Südamerika verfrachtet worden waren. Dank Ananse leben diese Geschichten nun in vielen Regionen Amerikas, auch in Kolumbien, wieder auf.
Die Teilnehmer des Projekts, mehr als 30 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren, sehen sich als Töchter und Söhne Ananses. Sie wollen die Erinnerung an den Kampf ihrer Familien für Freiheit mitten in einem bewaffneten Konflikt am Leben zu halten.

Unterstützer
Kommunales Engagement hat „Kayeye“ möglich gemacht. Die Gemeinde ist die größte Stütze für das Projekt, sie hat es immer wieder angetrieben und motiviert. Außerdem verhelfen viele jugendliche und erwachsene Freiwillige zum Erfolg, die ihre Zeit und ihr Wissen investieren, um verschiedene künstlerische oder bildende Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen anzubieten.
Auch andere Organisationen haben dem Projekt viel Interesse entgegengebracht und „Kayeye“ unterstützt. So entstanden ein Video- und ein Demo-Tape mit zwei Liedern, welche die künstlerische und musikalische Arbeit der Gruppe zeigen.

Szenenfoto

Das Programm:
Ananse spinnt Fäden in die Vergangenheit
„Ananse, hilos ancestrales“, was zu Deutsch so viel wie „Ananse, uralte Fäden“ heißt, ist der Titel des Musicals, das von Kayeye inszeniert worden ist. Es wird von 7 Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren aufgeführt und soll die Menschen für das Erbe, das sie als afrokolumbianische Bevölkerung mit sich tragen, sensibilisieren.
In der afrikanischen Diaspora spinnt Ananse ihr Netz und zeigt die Mythen, Sagen und kindlichen Spiele, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. „Ananse, hilos ancestrales“ ist ein Symbol der Erinnerung, der Stärke, der Weisheit und der Widerstandskraft der versklavten Vorfahren der Kolumbianer und zeigt Hoffnung für die Zukunft ihrer Kinder in der neuen Welt.

Szenenfoto

Jeden Sonntag wird das Musical im Gemeindehaus von Cazuca aufgeführt. Die Schauspieler und Musiker bringen in dem circa 60-minütigen Stück, das mit wenig technischem Equipment auskommt, ihre Gefühle und Emotionen zum Ausdruck. So haben die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen zum einen die Möglichkeit, sich kreativ durch Musik, Tanz und Theater auszudrücken und im Spiel neue Fähigkeiten zu erlernen. Zum anderen können sie ihre Arbeit der Gemeinde näherbringen und mit ihr teilen.

Zeitraum: 28.08.-03.11.14 | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 6×4, Grundlicht, 2 kabellose Mikros, CD-Anlage & Verstärker | Workshop: Afrokolumbianische Rhythmen | Facebook: https://www.facebook.com/kayeyetambo?fref=ts

„Ananse, hilos ancestrales“

Veröffentlicht unter Arts for social transformation, Gewalt, Kolumbien, Kulturelle Bildung, Musical, Musik, Tanz | Schreib einen Kommentar

Große Talente aus dem „Kigamboni Community Centre“

Eine solidarische, unterstützende und kreative Welt ohne Armut – diese Vision vor Augen gründeten Festo, Rashid, Nassoro und George 2007 ein Gemeindezentrum in Kigamboni, einem Stadtteil von Dar es Salaam in Tansania.
Die Vier litten in ihrer Kindheit selbst unter Armut, Misshandlung, Obdachlosigkeit und fehlenden Bildungschancen. Doch die Gemeinde half den jungen Männern, ihre Probleme zu überwinden. Deshalb beschlossen sie, der Kommune etwas zurückgeben. Mit dem Ziel, Armut durch soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu bekämpfen, bietet das Kigamboni Community Centre (KCC) kostenlose Schulbildung an. Die vielfältigen Talente von Kindern und Jugendlichen aus der Region werden gefördert, um ihre Chancen auf ein selbstständiges Leben zu erhöhen.
Dar es Salaam ist mit über vier Millionen Einwohnern Tansanias größte und reichste Stadt. Im beliebten Stadtteil Kigamboni lebt eine sozial gemischte Bevölkerung, er ist noch relativ dünn besiedelt und bietet Zugang zu den schönen Sandstränden des Indischen Ozeans.

Bildung
Zwar verbessert sich das tansanische Bildungssystem, doch noch gibt es viele Lücken. Um diese zu schließen bietet das KCC Grundschulunterricht an – auch für Kinder, die bereits älter als sieben Jahre sind und somit kein Recht mehr auf die staatliche, vierjährige Grundschule haben. Am Ende der auf zwei Jahre komprimierten Grundschule im KCC können die Kinder durch eine Abschlussprüfung den Zugang zum staatlichen weiterführenden Schulsystem erwerben.
Das Bildungsangebot beinhaltet eine kostenlose Vorschule, für die Eltern ansonsten Schulgeld bezahlen müssen. Ergänzend gibt es im KCC Nachhilfeunterricht, Englisch- und Computerkurse sowie ein Peer Education Programm, welches zusätzlich zur klassischen institutionellen Bildung soziale Kompetenzen und einen respektvollen Umgang miteinander fördert. In diesem Kurs werden alltägliche Probleme wie Gesundheit und Sicherheit besprochen, über HIV, (sexuelle) Gewalt und Prostitution aufgeklärt.

Akrobatische Höchstleistungen im KCC

Talentförderung
Den KCC-Initiatoren liegt die außerschulische Beschäftigung und Talentförderung sehr am Herzen. In vielen Familien werden die besonderen Begabungen der Kinder nicht erkannt und gefördert. KCC übernimmt diese Aufgabe und bietet mit der „Talent Academy“ ein breites nachmittägliches Angebot. Die Aktivitäten bringen den Kindern Spaß, manchen eröffnen sich sogar neue Perspektiven wie etwa ein Berufseinstieg. Da immer mehr Ehrenamtliche ihre Fähigkeiten einbringen, kann das KCC das Angebot der Aktivitäten ständig erweitern.

Akrobatik, Tanz, Theater
Von Anfang an bietet das KCC-Gründungsmitglied Nassoro Mkwesso ein Akrobatik-Programm an. Er ist selbst Akrobat. Schon mit elf Jahren tourte er mit einer Zirkusgruppe durch Südostasien. Das professionelle Team der Akrobatikgruppe des KCC wird regelmäßig für Events und Auftritte gebucht.

Tradition und Moderne gehören im KCC zusammen

Ebenfalls seit dem Beginn 2007 besteht das Theater-Programm im KCC. Die Gruppe schreibt selbst Stücke über soziale Probleme und führt diese im Stadtteil auf.
Beliebt sind auch die Tanzgruppen. Es gibt eine Gruppe für traditionelle Tänze, die aus Trommlern und Tänzern besteht. Sie treten in traditionellen Kostümen auf, bemalen ihre Gesichter und singen zu einigen Tänzen. Seit 2009 gibt es eine Gruppe für modernen Tanz, die zu verschiedenen Musikstücken Choreografien einstudiert. Wie die Akrobaten werden auch die Tanzgruppen regelmäßig für Auftritte gebucht.
Neben einer Musikgruppe und verschiedenen Sportarten gibt es im KCC auch Programme für Kunst und Handarbeiten. Dort lernen die Schüler Malen, Nähen, und stellen Schmuck her – teils auf handwerklich hohem Niveau. Der Verkauf der Produkte sichert dem KCC ein eigenes Einkommen.

Traditional Dance im KCC

Straßenkinder
Die UN-Kinderhilfsorganisation Unicef schätzt, dass rund 3000 Kinder in Dar es Salaam auf der Straße leben. Sie sind im KCC willkommen, bekommen Unterstützung und dürfen an den Aktivitiäten teilnehmen.
Um ihnen dauerhaft eine sichere Unterkunft und Hoffnung auf ein geborgenes Leben bieten zu können, gibt es jetzt das Projekt KCC Children’s Shelter. Da die Eltern vieler Straßenkinder noch leben, suchen die Mitarbeiter des KCC nach den Familien und klären, ob eine Rückkehr möglich ist. Wenn das nicht der Fall ist, versucht das KCC-Team die Kinder an Pflegefamilien zu vermitteln. Da es jedoch für viele Straßenkinder nicht leicht ist, sich wieder an das Leben in einer richtigen Familie zu gewöhnen, will das KCC die obdachlosen Kinder in Zukunft in betreuten Wohnungen unterbringen. Zu diesem Zweck plant das Center auf einem neu erworbenen Gelände ein Haus zu bauen.

Moderner Tanz

Geschäftsmodelle
Das KCC hat einige Geschäftsideen entwickelt, um künftig monatlich anfallende Kosten wie kleine Gehälter und notwendige Anschaffungen unabhängig von Spenden bezahlen zu können. In einem eigenen kleinen Laden werden Produkte verkauft, die in den handwerklichen Kursen der Talentförderung hergestellt wurden. Auch die Tänzer und Akrobaten verdienen mit ihren Auftritten Geld. Das KCC unterhält eine „Flotte“ mit zwei Bajajs, das sind dreirädrige Fahrzeuge, die als Taxis im Ort unterwegs sind und auch für Stadtrundfahrten von Touristen genutzt werden. Für Touristen werden außerdem Koch-, Tanz- und Kiswahili-Kurse angeboten.

Das Areal für „KCC-Future“ – 15km vom Zentrum entfernt

KCC-Future
Ein weiterer Schritt hin zur finanziellen Unabhängigkeit ist der 2010 erfolgte Kauf eines drei Hektar großen Grundstücks in 15 Kilometer Entfernung vom jetzigen Center, dem „KCC Future“. KCC plant dort den Bau neuer Gebäude und die Installation von erneuerbaren Energieträgern. Außerdem sollen Tiere gehalten und eine nachhaltige Landwirtschaft aufgebaut werden. Vom Verkauf der Farmprodukte erhofft sich das KCC regelmäßige Einkommen und eine gesicherte Zukunft.

Partner und Unterstützer
Natürlich bekommt das KCC auch Geld- und Sachspenden von verschiedenen Partnern in Tansania, Kanada, Großbritannien und Deutschland. Sie stehen ihnen auch mit ihrer Erfahrung, technischem Wissen und freiwilligem Engagement zur Seite. In Deutschland ist das Hansa-Gymnasium in Köln, ein Mitglied des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen, eine wichtige Stütze für das KCC. Die Partnerschaft besteht, seitdem 2010 zwei ehemalige Schülerinnen das KCC besucht haben. Seither sammelt das Gymnasium Spenden und informiert die Menschen über das Leben der Kinder in Tansania. Auch der Kinderschutzbund Frechen arbeitet mit dem KCC zusammen.
http://kccdar.com/

Das Programm: KCC Talent Show
KCC präsentiert ein Stück, das zwar vor allem von Hiphop und Akrobatik geprägt wird, aber auch Theaterszenen und traditionelle Tänze enthält. Es wird in dem Stück um die vielen Talente der Jugendlichen in Kigamboni gehen und die Frage in wieweit diese gefördert werden können. Was können diese Talente für junge Menschen und ihre Zukunft bedeuteten? Und wie kann man auch Eltern davon überzeugen, dass es Sinn macht die Talente ihrer Kinder zu fördern?

Zeitraum: 20.08.-30.09.14 bundesweit | 01.10-13.10.14 Slowenien | 14.10-26.10.14 Österreich | 27.10-03.11.14 bundesweit | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 6×6, CD-Anlage & Verstärker, Grundlicht, 2 kabellose Mikros | Workshop: Akrobatik, Hip Hop

Welcome to Kigamboni Comunity Center

 

Akrobaten im KCC

 

Die Hiphop-Abteilung

 

Veröffentlicht unter Akrobatik, Arts for social transformation, Bildung für nachhaltige Entwicklung, HipHop und Modern, Kulturelle Bildung, Musik, Strassenkinder, Tanz, Tanzania | Schreib einen Kommentar

Die „Steppen-Kids“ aus Ulaanbaatar

Einen der Werkstätten für künstlerische und handwerkliche Beschäftigung

Das „Special Center for Children’s Training and Education” in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar wurde 1991 gegründet. Das Center sorgt momentan für mehr als 170 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 21 Jahren. Viele der Kinder und Jugendlichen sind Waisen, die auf der Straße lebten. In diesem Heim finden sie Schutz vor Gewalt und Misshandlungen.
Der Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft nach 1990 führte in der Mongolei zu vielen wirtschaftlichen Problemen. Viele Betriebe mussten schließen, die Arbeitslosigkeit stieg stark an. Eltern waren ohne Einkommen, vernachlässigten ihre Kinder und deren Ausbildung. In der Folge endeten viele von ihnen auf den Straßen und in der Kanalisation von Ulaanbaatar. Da der Staat diese Kinder wieder eingliedern will, werden sie regelmäßig von der Polizei aufgegriffen und in Kinder- und Jugendheime wie das „Special Center for Children’s Training and Education” gebracht.

Berufliche und künstlerische Ausbildung
Dort sollen sie ihre schulische Ausbildung beginnen oder fortsetzten. Das Heim sorgt später auch für die berufliche Ausbildung der Jugendlichen und hilft ihnen, Arbeitsplätze zu finden. Das Ausbildungsangebot umfasst verschiede Gewerke wie zum Beispiel Maurer, Schreiner oder Schuster und Dienstleistungen wie Pflege- oder Hotelberufe.

Ein vielfältiges traditionelles Angebot.

Wichtig ist dem Heim die kulturelle Arbeit. Unter dem Titel „Huuhed zaluuchuud„, was auf Deutsch „Kinder und Jugend“ heißt, werden die Neigungen der Heimbewohner gefördert und Freizeitaktivitäten angeboten. Im Musik- und Tanzunterricht können die Kinder und Jugendlichen ihre Talente entfalten, sie gewinnen an Selbstbewusstsein und stärken ihren Teamgeist. Neben einem Musiklehrer und einer Sozialarbeiterin unterstützen auch verschiedenen NGO und Studenten die Talentförderung und das Freizeitangebot des Heims und üben mit den Kindern Zirkustechniken, Ballett und modernen Tanz. Die Musikgruppe des Heims ist bereits zu Auftritten nach Japan gereist und spielt auch oft zu verschiedenen Anlässen in Ulaanbaatar.

Coole Hiphopper aus dem Jugendhaus

Das Programm: STEPPENKIDS
„Steppenkids“ heißt die Show, mit der sie 2014 bei der KinderKulturKarawane teilnehmen. Es ist eine Mischung von Tradition und Moderne – traditioneller Tanz trifft auf Beatbox und Hip Hop auf Pferdekopfgeigen und Kehlkopfgesang.

Die Pferdekopfgeige ist ein traditionsreiches Instrument und eines der nationalen Symbole der Mongolei. Um ihren Ursprung ranken sich viele Legenden, doch sie alle thematisieren den Tod eines geliebtenPferdes. So erinnert der Klang der Geige an den Wind in der mongolischen Steppe und das Wiehern eines Pferdes.

Pferdekopfgeige

Das Instrument besteht aus einem rechteckigen oder trapezförmigen Resonanzkörper und einem langen Hals, der von einem geschnitzten Pferdekopf gekrönt ist. Die Geige ist nur mit zwei Seiten bespannt, was eine feinfühlige Grifftechnik erforderlich macht.
Der mongolische Kehlkopfgesang, oder auch Khoomei, ist eine Art des Oberton- und Untertongesangs und ebenfalls eine alte Tradition in dem von China und Russland umschlossenen Land. Die Sängerinnen und Sänger imitieren mit Hilfe einer speziellen Technik, die ihren Stimmen einen besonderen Klang verleiht, Geräusche der Natur.

Termine: 1.6. – 15.7.2013

Das Center auf Facebook:
https://www.facebook.com/pages/Special-center-for-childrens-training-and-education/184504331626963

Veröffentlicht unter Arts for social transformation, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Kulturelle Bildung, Mongolischer Staat, Musik, Steppen-Kids, Tanz | Schreib einen Kommentar

Big Mama Lab: TODO TERRENO

Kaum ist die KinderKulturKarawane 2013 zu Ende und alle Gruppen wieder wohlbehalten daheim angekommen, steht schon das neue Programm auf der Tagesordnung. Die KinderKulturKarawane 2014 wird 7 Gruppen aus 3 Kontinenten nach Europa bringen und wie immer neue Projekte und „alte Bekannte“ präsentieren. Auch 2014 schreibt die KinderKulturKarawane wieder ihre Geschichte selbst: die Gruppen aus Argentinien und aus Kolumbien sind quasi die „2. Generation“ der KinderKulturKarawane. Ihre Gründer_innen haben einst selbst als junge Künstler_innen an der KinderKulturKarawane teilgenommen.

Crear vale la pena
„Um das Unmögliche zu erreichen, braucht man nur etwas länger“, ist das Motto, nach dem „Crear vale la pena“ gegen die Hoffnungslosigkeit in den armen Stadtteilen von Buenos Aires kämpft. Mit außergewöhnlichen Mitteln setzt sich das Projekt für eine bessere Lebensqualität in den benachteiligten Vororten der Metropole ein. „Crear vale la pena“, was so viel heißt wie „Kreativ-Sein lohnt sich“, erarbeitet mit Kindern und Jugendlichen aus diesen Vierteln künstlerische Produktionen, bildet Jugendliche in Bereichen aus, die mit der Arbeit auf und hinter der Bühne zusammenhängen, und baut Kulturzentren auf.

Training in „Puertas al Arte“

„Puertas al Arte“ (Türen zur Kunst)
Die Organisation entstand aus der Überzeugung heraus, dass Kunst ebenso wichtig zum Leben ist wie Essen, Trinken und Arbeit. Ines Sanguinetti, Gründerin und Präsidentin der Stiftung, aber auch Tänzerin und Choreographin, gründete 1993 zusammen mit einer Handvoll junger Frauen aus dem Barrio La Cava das erste Gemeindezentrum, das sie „Puertas al Arte“ (Türen zur Kunst) nannten. Dieses Zentrum wird – wie alle anderen, die sich danach gründeten -, von den Bewohnern des Viertels selbst verwaltet.

Auch die jüngferen sind bei CLVP schon ganz aktiv.

Hilfe zur Selbsthilfe ist ein zentrales Anliegen von „Crear vale la pena“. Die Organisation hat inzwischen mehrere Gemeinde-Kulturzentren ins Leben gerufen und bietet anerkannte Ausbildungsgänge in den Bereichen Kunst, Bühnentechnik und Sozialarbeit an. Mit den Kunstproduktionen werden Begegnungen ermöglicht zwischen der Mitte der Gesellschaft und jenen, die an ihren Rändern leben. In Zusammenarbeit mit professionellen Künstlern wird moderner Tanz, Hip-Hop und Streetdance, Theater, Musik und Comic erarbeitet. An die Kreativität der jungen Künstler werden hohe Ansprüche gestellt. Deren Produktionen basieren oftmals auf ihren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen.

Big Mama Laboratorio
Das Projekt „Big Mama Laboratorio“, das aus der Stiftung „Crear vale la pena“ 2011 heraus entstanden ist, vereint urbane Tanzformen mit traditionellen und erzählt dabei die Geschichte der Mitglieder. „Big Mama Laboratorio” ist ein Labor, dass sich auf kein bestimmtes Genre festlegt, sondern mit so unterschiedlichen Ausdrucksformen wie Hip-Hop, Dance Hall, Cumbia, Folklore, Reggaeton, Pop, Parkour und Akrobatik experimentiert.
Das Projekt bringt Menschen jeglicher sozialer Hintergründe und Klassen zusammen. Es steht für einen sozialen Wandel hin zu einer gerechteren Gesellschaft. Die Mitglieder der Gruppe glauben daran, dass sich Tanz und Musik einen gemeinsamen Ursprung teilen und sich in der Vereinigung, im Ritual treffen. Ebenfalls glauben sie, dass alle Menschen ungeachtet der Unterschiede in Herkunft, Hautfarbe, Standpunkten, Kultur oder sozialen Schichten zusammen in einer vorurteilsfreien, gemeinsame Gesellschaft leben können. Mit ihrer Arbeit wollen sie das Ursprüngliche in allen Menschen wachrufen: Liebe, Solidarität und Frieden.

Laura Zapata
Die Tänzerin, Sängerin, Regisseurin und Choreografin Laura Zapata aus San Isidro, Buenos Aires, wurde durch das Projekt „Crear vale la pena“ bekannt. Im Gemeindezentrum „Puertas al Arte“ bot die Organisation ein Breakdance-Stück an, wodurch Laura Zapata erstmals in Kontakt mit „Crear vale la pena“ trat. Dort entwickelte sich Laura über einige Jahre künstlerisch immer weiter. Im Rahmen der KinderKulturKarawane war sie mit „Crear vale la pena“ zweimal in Europa unterwegs.
Sie ist Mitbegründerin vom „Big Mama Laboratorio“, in dem sie heute ihre Leidenschaften Tanzen und Singen mit der Inklusion sozial Benachteiligter vereinen kann. Auch der in Argentinien erfolgreiche Musiker und Produzent Diego Monk unterstützt das Projekt seit 2012. Vier Jahre zuvor war ihm der Preis „Gran Premio SADAIC – Música de Películas“ für Filmmusik vom SADAIC (Gesellschaft Argentiniens der Autoren und Komponisten) verliehen worden.

Das Programm: TODO TERRENO
Das Bühnenprogramm von „Big Mama Laboratorio“ wird von TänzerInnen und einem VJ (Visual Jockey) präsentiert, der die Performance mit bildlichen Darstellungen im Hintergrund unterstützt. Die Show ist so konzipiert, dass sie unabhängig von Raum und Ort an den verschiedensten Standorten umgesetzt werden kann: auf Plätzen, in Schulen, im Theater und bei Veranstaltungen auf der Straße.

Hoffnung und das Recht auf eine bessere Existenz
Die Stücke setzen die Geschichten, Wünsche und Sehnsüchte der Menschen, die in den ärmeren Viertel am Rande von Buenos Aires leben, in Tanz und Musik um. Die Geschichten sind getanzte Lieder, die mit den gezeigten Bildern verschmelzen und das Gesamtbild formen. Die Bilder zeigen andere Welten wie das Stadtviertel, aus dem die Mitglieder der Gruppe kommen, die Gänge und Straßen, ihre Nachbarn, die Plätze auf denen gespielt wird. Wo zuvor Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung das Bild des Stadtteils trübten, gibt die Gruppe dem Viertel in ihren Stücken eine neue Bedeutung: Veränderung, Hoffnung und das Recht auf eine bessere Existenz.
Die Szenen laden ein zur Selbstreflexion und zum Nachdenken und erschaffen persönliche und besinnliche Momente. Das Stück lädt die Zuschauer aber auch dazu ein, körperlich aktiv teilzunehmen – die „vierte Wand“ zum Publikum wird durchbrochen. Der Tanz verbindet nicht nur die Künstler auf der Bühne miteinander, sondern auch die Gruppe mit dem Publikum. So wird der Tanz zu einer Art Ritual, das eine Verbindungsbrücke schafft und sich so über Unterschiede in Herkunft, Hautfarbe, Einstellung und soziale Klasse hinwegsetzt.
„Todo Terreno“ heißt eigentlich „geländegängig“ und ist eine gebräuchliche Bezeichnung für entsprechende Autos. Big Mama Lab will damit zum Ausdruck bringen, dass ihre Arbeit immer – auch unter widrigen Umständen – „funktioniert“.

Big Mama Laboratorio im Kulturzentrum „Puertas al Arte“:

Termine:
10.05. – 20.05.14 Österreich
21.05. – 02.06.14 Slowenien
03.06.- 19.06.14 bundesweit
20.06. – 30.06.14 Köln
01.07. – 15.07.14 bundesweit

 

Veröffentlicht unter Arts for social transformation, Big Mama Lab, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Crear vale la pena, HipHop und Modern, Kulturelle Bildung, Musik, Parkours, Tanz | 2 Kommentare

FSJ-Kultur startet mit Workshop-Projekt

Mein Name ist Viktoria Schmid, bin 19 Jahre jung und darf das nächste Jahr bei der KinderKulturKarawane, einem Projekt des Büro für Kultur- und Medienprojekte gGbmH, im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres KULTUR (FSJ-K) verbringen. Aus Barcelona bin ich in das schöne Hamburg gezogen. Aufgewachsen bin ich am Bodensee, habe ich mich aber schon in den Charme der Stadt verliebt.

Meine ersten Erfahrungen mit der KinderKulturKarawane waren sehr eindrücklich.Am Montag, dem 2. September startete mein FSJ mit einer Aufführung der „Experimental Theatre Foundation“ aus Mumbai (Indien) mit dem Stück : „Drop by Drop: Water“. Mit den Workshops danach über fast zwei Wochen durfte ich gleich zu Anfang ein volles Programm miterleben.
Mit farbenfrohen Gewändern und Tüchern, großem goldenem und silbernem indischen Schmuck, Trommelrhythmen und lauten Stimmen begeisterten die jungen Inder_innen auf der Bühne des Bürgerhauses in Wilhelmsburg.

Auch sie waren von ETF begeistert

Workshops in Wilhelmsburg
In separaten Workshops mit der 9c des Helmut-Schmidt-Gymnasiums und jeweils einer dritten Klasse der Elbinselschule und der Sprachheilschule ReBBZ teilte die indische Theatergruppe ihre traditionellen Tänze und Gesänge, brachte eigene Instrumente mit und zeigte den Schülern ihre eigenen Rhythmen. Durch Improvisationsarbeit, Gesprächsrunden, Rollenspiele und Motivationsmethoden wurde den Schülern sowohl Wesentliches über Schauspielerei und Präsenz auf der Bühne als auch über die fremde Kultur der indischen Peers vermittelt.

Manjul, der Leiter der Gruppe aus Mumbai, aber auch die jungen Künstler aus Indien waren immer darauf bedacht, die Schüler als Individuen zu sehen, auf ihre Wünsche und Vorschläge einzugehen und dem Workshop dadurch einen Leitfaden zu geben. So wurden alle Aufführungen der drei verschiedenen Klassen eine bunte Mischung, aus indischen Gewändern, Musik und Tanzschritten – ergänzt durch die eigenen Ideen der deutschen Schüler.

Selbstbewusstsein gestärkt
Durch die positiven Feedbackrunden und die dankbare, wertschätzende und vorurteilsfreie Haltung von Manjul wurde das Selbstbewusstsein und –vertrauen der Schüler gestärkt und nach und nach legten sie ihre Scheuheit ab.

Manjul bei einem Workshop

Worin sich alle Befragten einig waren: dass sie viel Freude an dem Workshop und vor allem der Aufführung hatten; dass sie viel über Indien und die andere Kultur gelernt haben; dass sie nun wissen, wie man dort tanzt, singt und feiert und vor allem dass sie ihre neuen Bekanntschaften ins Herz geschlossen haben!

Im Jahr 2000 war zum ersten Mal eine Theatergruppe von ETF aus Mumbai im Rahmen der KinderKulturKarawane unterwegs. In diesem Jahr war die Gruppe in Deutschland, Slowenien und Österreich mit ihrem Stück „Drop by Drop: Water“ zu Gast. Es geht in dem Stück vor allem um die Privatisierung des Wassers und den fehlenden Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Eine große Chance
Für die jungen Mitglieder der Theatergruppe bedeutet die Teilnahme an der KinderKulturKarawane und damit auch den Workshops eine große Chance, viel über sich selbst zu lernen, aber auch, Indien im Ausland zu repräsentieren. Den Wandel, den die Mitglieder der Gruppe durchlebt hatten, sollten auch die Hamburger Schüler des Bildungszentrums Tor zur Welt erfahren.

Eine 16-seitige Dokumentation mit vielen Fotos habe ich als erstes großes eigenständiges Projekt erarbeitet.

Veröffentlicht unter Allgemein, Arts for social transformation, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Experimental Theatre Foundation, Gewalt, Kulturelle Bildung, Musik, Tanz, Umwelt | Schreib einen Kommentar

Das Finale der KinderKulturKarawane 2013

Keinen hält es mehr auf den Plätzen, als die Musiker von Teatro Trono und Treme Terra zum gemeinsamen Finale anstimmen. Gäste aus ganz Deutschland tanzen gemeinsam mit den Künstlern aus Bolivien und Brasilien im Bürgerhaus Wilhelmsburg – so endete die KinderKulturKarawane 2013 am 29.10.13. Zuvor zeigten die beiden Gruppen, die mehrere Wochen mit ihren Programmen durch Europa gereist waren, noch einmal ihr Können auf der Bühne und begeisterten die Zuschauer. Ein bisschen getrübt wurde die Stimmung nur durch die Abwesenheit der Musiker und Musikerinnen von „Fanfare Masolo“ aus der Demokratischen Republik Kongo. Ihr Auftritt musste leider kurzfristig abgesagt werden aufgrund von Ansteckunsgefahr und den Vorschriften des Gesundheitsamtes. Doch sie wurden nicht vergessen: „Viva Bolivia! Viva Brazil Viva Congo!“ schallte es durch das Bürgerhaus.

Veröffentlicht unter Allgemein, Arts for social transformation, DR Kongo, Espace Masolo, Kulturelle Bildung, Musik, Tanz, Teatro Trono, Treme Terra, Umwelt | Schreib einen Kommentar

Experimental Theatre Foundation zurück in Mumbai

Am Dienstag erreichte uns die Nachricht, dass die Gruppe der EXPERIMENTAL THEATRE FOUNDATION wohlbehalten in Mumbai angekommen. In Wien hat die Gruppe noch ein kleines Feedback per Video gegeben über ihre Eindrücke und ihr Fazit der Tour. Einige Statements sind auf Englisch, einige auf Hindi.

Veröffentlicht unter Allgemein, Arts for social transformation, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Experimental Theatre Foundation, Kulturelle Bildung, Tanz, Umwelt | Schreib einen Kommentar

Menschen gestalten ihre Stadt – El Alto

Hauptstrasse von El Alto

„Teatro Trono“ wurde in EL ALTO, eine Stadt oberhalb von La Paz, vor über 20 Jahren gegründet. Damals gab es vielleicht 400.00o Einwohner dort – genau das niemand sagen.  Vor vierzig Jahren entstand El Alto aus einigen zusammengezimmerten Holzhütten. Doch sie wuchs schnell, und vielen gilt sie heute als heimliche Hauptstadt des bolivianischen Hochlands.
Vor zehn Jahren machte in Lateinamerika eine bolivianische Stadt auf sich aufmerksam, von der bis dahin kaum jemand etwas gehört hatte: El Alto. Die Bewohner der Stadt gingen gegen die neoliberale Politik des damaligen Präsidenten Gonzalo Sanchez de Lozada auf die Barrikaden und zwangen ihn zum Rücktritt. Es war der Aufstand der Alteños im Oktober 2003, der dazu beitrug, dass sich Bolivien grundlegend veränderte. Die folgenden Wahlen gewann Evo Morales, der erste indigene Präsident Lateinamerikas.

Markt von El Alto

Wie die meisten Bewohner El Altos gehört er zum Volk der Aymara. El Alto, die einstmals unbedeutende Armutssiedlung am Rande der Hauptstadt La Paz, hat sich mit dem Aufstand vor zehn Jahren in ganz Lateinamerika einen Namen gemacht. Und die Einwohner sind stolz auf ihre Stadt, stolz auch auf das, was sie selbst geleistet haben, um sie bewohnbar zu machen.

Ein Feature von Thomas Guthmann für WDR 5 „Neugier genügt“ (25.10.2013). In dem Feature kommen aus Tintin und Chaleb von TEATRO TRONO zu Wort.

Veröffentlicht unter Bildung für nachhaltige Entwicklung, Teatro Trono, Umwelt | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

ESPACE MASOLO und die Handys

Vorderseite des Flyers zur Sammelaktion

Es sind die bekannten Fakten: jedes Handy enthält rund 40 Prozent wertvoller Rohstoffe, beispielsweise Coltan, das überwiegend aus dem Kongo stammt. Der Abbau dieses extrem seltenen Rohstoffs erfolgt unter menschenunwürdigen und brutalen Bedingungen – auch Kinder und Jugendliche müssen in den teils illegalen Minen für einen Billiglohn ihr Leben riskieren.Umso schlimmer, dass allein in Deutschland schätzungsweise rund 80 Millionen alte Handys ungenutzt in Schubladen liegen oder einfach im Restmüll landen. Dabei können die Rohstoffe weitgehend abgetrennt und wiedergewonnen werden.
Dies war auch einer der Aspekte die ESPACE MASOLO in seinem Stück „Wir sind Partei!“ aufgegriffen hat: die Reichtümer des Landes müssen anders verteilt werden – im Land selbst!

In Freiburg hat der langjährige Partner der KinderKulturKarawane „Südwind Freiburg e.V.“ den Besuch von ESPACE MASOLO zum Anlass genommen, mit Jugendlichen schon vor dem Besuch den jungen Musiker_innen aus Kinshasa zu diesem Thema zu arbeiten. Das war nicht ohne Konsequenzen: die Jugendlichen initiierten eine Kampagne, die bis zum 16.12.13 möglichst viele nicht mehr benötigte Handys über die Deutsche Umwelthilfe an die Hersteller zurückgibt. Diese können die wichtigen Rohstoffe herauslösen, benötigen also in dieser Menge keine neuen Rohstoffe. Die Freiburger bekommen dafür € 1,50 pro Handy und leiten dieses Geld dann im Dezember weiter an ESPACE MASOLO.
Diese Kampagne hat in Freiburg hohe Wellen geschlagen bis hin zu einem Kurzbericht im SWR: Handys-Sammeln für Kinder und Jugendliche im Kongo.

Das FAIRPHONE kommt.
Ab Dezember wird das erste Android-Fairphone ausgeliefert. Für 320,00 € kann man dieses Smartphone bestellen (es gibt bereits über 18.000 Vorbestellungen) und dann „ruhigen Gewissens“ telefonieren. Das schicke Smartphone kann eine Menge, Löhne und Arbeiotsbedingungen bei der Rohstoffgewinnung sind „fair“ und auch die Frage des Recycling ist schon von vorneherein geklärt.
Mehr Informationen: http://www.fairphone.com/

Veröffentlicht unter Arts for social transformation, Bildung für nachhaltige Entwicklung, DR Kongo, Espace Masolo, Gewalt, Kulturelle Bildung, Musik, Umwelt | Schreib einen Kommentar