Jamoka

JAMOKA ist ein Tanzensemble professioneller KünstlerInnen aus Madagaskar. Gegründet hat sich die Gruppe 2002 und als Verein „echter“ organisiert: mit Vorstand, Sekretär, Schatzmeister und einem Beirat. Ziel der Gruppe ist es, die traditionelle Kultur Madagaskars zu identifizieren und auf dieser Basis neue künstlerische Wege zu gehen. Es geht also nicht in erster Linie um die Pflege des Kulturgutes, sondern um die Entwicklung neuer Kunst- und Tanzformen.
Seit 2003 repräsentiert JAMOKA die Republik Madagaskar bei verschiedenen internationalen Anlässen, u.a. auch bei den Olympischen Spielen in Griechenland 2004. Im Bereich des Tanz verbindet JAMOKA immer wieder die traditionellen Formen des madegassischen Tänzen mit Modern Dance, Zirkuskunst und anderen künstlerischen Ausdrucksformen.

Da JAMOKA seine künstlerische Arbeit von Anfang in einen gesellschaftlichen Zusammenhang gestellt hat, lag es fast auf der Hand, dass die Gruppe sich ehrenamtlich engagiert. Jamoka hat 2005 in verschiedenen Zentren gearbeitet, konzentriert sich aber seit Anfang des Jahres auf das Zentrum „Tafita“. „Tafita“ ist eine Zentrum für Straßenkinder. Das Zentrum lädt Kinder und Jugendlichen, die zum Teil eine Schule besucht haben, dreimal in der Woche zum Unterricht ein. Das Zentrum kümmert sich auch um die Reintegration der Kinder in ihre Familien und organisiert Workshops, in denen die Mütter der Kinder oder ihre Schwestern kochen lernen. Sie lernen dort auch wie sie sich wieder einander annähern und besser um die Kinder kümmern können. Für diese Kochworkshops hat das Zentrum Geld vom Rotary Club bekommen.
„Tafita“ wird von einem Komitee geleitet. Für die praktische Arbeit sind die Leiterin des Zentrums und zwei Betreuerinnen verantwortlich. Das Zentrum wird von einem kanadischen Sponsor finanziert, der auch den Bau des Zentrums unterstützte. Außerdem gibt es finanzielle Unterstützung von einem Zweig der anglikanischen Kirche, der SAHASOA heißt, was so viel bedeutet wie „gute Tat“.

JAMOKA konzentriert sich in dem Zentrum auf künstlerische Ansätze. Die Förderung der Kreativität, gemeinsame Proben und die künstlerische Be- und Verarbeitung der eigenen Geschichte, gibt den Kindern neues Selbstbewusstsein. Es fördert das Verantworungsgefühl und kann auch dazu beitragen, dass die Kinder einen eigenen Wunsch entwickeln in eine Schule zu besuchen.
Die Arbeit von JAMOKA ist in die Arbeit des Zentrums integriert. Als zum Beispiel ein Stück zum Abschluss der Workshops mit Kindern im Dezember 2005 aufgeführt wurde, war das der Anlass, dass die Mütter aus dem Kochkurs für ein Essen sorgten.

Seit Ende Mai arbeitet JAMOKA mit mehr als 120 Kinder und Jugendlichen im Zentrum „Tafita“ für 3 Monate. Mit Zirkus, zeitgenössischem Tanz und anderen körperlichen Ausdrucksformen werden die Kinder von der Straße geholt und in eine Gemeinschaft eingebunden. Das Projekt wird von der französischen Botschaft unterstützt und wird am Ende eine große Aufführung haben.

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