Kann Kunst die Welt verändern? – Ja!

Im August 2010 hatte Ines Sanguinetti von „Crear vale la pena“ die Gelegenheit beim TED-Forum in Buenos Aires zu sprechen. Sie sprach über Kunst und soziale Transformation, ausgehend von der Frage: „Kann Tanz die Welt verändern?“. Nach knapp 20 Minuten war klar: Ja!

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Playing for change – STAND BY ME


Stand By Me | Playing For Change | Song Around The World

All unseren FreundInnen und KollegInnen der KinderKulturKarawane ein musikalischer Gruß zum Wochenende.
„Stand by us!“

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Der 6. Lateinamerikanische Kulturkongress tagt

Vom 11. – 13. 4.2014, also an diesem Wochenende tagt in San José in Costa Rica der 6. Lateinamerikanische Kulturkongress, eine Konferenz bei der sich in erster Linie die staatlichen Kulturverantwortlichen des Kontinentes Treffen. Der Kongress findet alle 2 Jahre statt. In diesem Jahr ist das Thema: CULTURA VIVA COMMUNITARIA.
Die Basisbewegung „Cultura Viva Comunitaria“, die mit der Konferenz Ende Mai 2013 in Bolivien einen ersten Kulminationspunkt hatte, ist so mobilisierend und überzeugend, dass auch die staatlichen Stellen sich dem Thema nicht mehr verschliessen können.
Eine Reihe unserer Partner in Lateinamerika werden im Rahmen des Kongresse sprechen und Wokshops leiten.
Programm und weitere Informationen: http://www.culturaiberoamerica.cr/
Man kann den Kongress auch live verfolgen unter: http://www.culturaiberoamerica.cr/en-vivo/

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Tanzen bis ans Ende der Welt

Montagmittag gegen eins in Beccar, einem Barrio am Rande von Buenos Aires: im Kulturzentrum „Puertas al arte“, das vor vielen Jahren von „Crear vale la Pena“ zusammen mit den Bewohnern des Viertels aufgebaut wurde, herrscht im Theatersaal geschäftiges Treiben. Musik knallt durch den Raum, Licht flackert auf und erlicht wieder. Dazwischen Menschen mit Kameras, einem Mikrophon-Galgen. Wir haben das Gefühl, es muss sowas wie die Premiere, oder zumindest die Generalprobe sein.

„Puertas al arte“
Dabei hatten wir mit Laura Zapata, Gründerin des Tanzprojektes BIG MAMA LABORATORIO doch nur vereinbart, dass „wir mal vorbeikommen, um die Kids zu treffen, die an der KinderKulturKarawane 2014 teilnehmen“ werden. Vielleicht ein paar Fotos wollten wir machen… Nun ist hier nervöse Gespanntheit zu spüren in „Puertas al arte“. 2005 war ich zum ersten Mal dort und habe auf dem gleichen Platz gesessen. Damals gab es die Jahresabschlusspräsentation aller Kurse, die „Crear vale la pena“ angeboten hatte. Mit dabei eine Modern-Dance-Gruppe, in der auch Laura tanzte – sie war damals 19 und war bereits einmal mit der KinderKulturKarawane in Deutschland unterwegs gewesen.

Laura begrüßte uns kurz und herzlich – und widmete sich dann wieder „ihrer“ Gruppe. Dann gings unvermittelt los: Big Mama Laboratorio tanzte ihr Programm „Todo Terreno“, das sie ab dem 10. Mai in Europa zeigen werden.
Ganz zu Anfang funktionierte der Sound noch nicht richtig, mittendrin erneuter Einsatz. Beim zweiten Song spürte man die Nervosität der jungen Tänzerinnen und Tänzer – und dann machte es „klick“! Auf einmal vibrierte der Saal, die Energie sprühte geradezu auf der Bühne. Tanzfreude allenthalben. Leiber auf dem Boden, Leiber in der Luft. Modern, Cumbia, Parkour, HipHop – schnell sind wir vom Bühnengeschehen mitgerissen.

Geländegängig
„Todo Terreno“ heißt die Performance.  Eigentlich ist das eher mit „geländegängig“ zu übersetzen und ist eine gebräuchliche Bezeichnung für entsprechende Autos. Big Mama Lab will damit zum Ausdruck bringen, dass ihre Arbeit immer – auch unter widrigen Umständen – „funktioniert“. Und offensichtlich macht die Gruppe mit dem Titel auch deutlich, dass sie beim Tanzen alle Ebenenen der Bühnen mit einbeziehen.

Raff  Dich auf
Laura erzählt in ihren Liedern Geschichten von den Wünschen und Sehnsüchten der Menschen, die in den ärmeren Viertel am Rande von Buenos Aires leben. Sie erzählt von Perspektivlosigkeit und von Hoffnung der Jugendlichen. Eine Hommage an ihren Vater ist dabei. Die Gruppe setzt die Songs in Tanz und Bewegung um. Bilder und Videos die auf den Hintergrund projeziert werden verschmelzen mit den tanzenden jungen Menschen und formen ein Gesamtbild.

Big Mama ist im Haus, um zu kommunizieren
Kreieren, erfinden. Sie kommt, um zu navigieren
Komm zum Fest, komm wirklich
Raff dich auf, komm, um mitzumachen
Drück dich aus, reih dich ein, schließ dich dieser Kunst an
NO NOS VAN A PARAR (MP3 – Datei)

Die Bilder zeigen andere Welten wie das Stadtviertel, aus dem die Mitglieder der Gruppe kommen, die Gassen und Straßen, ihre Nachbarn, die Plätze auf denen gespielt wird. Wo zuvor Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung das Bild des Stadtteils trübten, gibt die Gruppe dem Viertel in ihren Stücken eine neue Bedeutung: Veränderung, Hoffnung und das Recht auf eine bessere Existenz.

Integration
Manche Sequenzen laden ein zur Selbstreflexion und zum Nachdenken und erschaffen persönliche und besinnliche Momente. Das Stück lädt die Zuschauer aber auch dazu ein, körperlich aktiv teilzunehmen – die „vierte Wand“ zum Publikum wird durchbrochen. Der Tanz verbindet nicht nur die Künstler auf der Bühne miteinander, sondern auch die Gruppe mit dem Publikum. So wird der Tanz zu einer Art Ritual, das eine Verbindungsbrücke schafft und sich so über Unterschiede in Herkunft, Hautfarbe, Einstellung und soziale Klasse hinwegsetzt. Das ist „Integration“, wie Laura sie versteht.

Auf dem Boden bleiben!
Nach knapp 60 Minuten ist das Spektakel vorbei. Zwischendurch haben wir mit den jungen TänzerInnen Cumbia getanzt, haben in Refrains eingestimmt. Aber eine derart energiegeladene und perfekte Performance haben wir lange nicht gesehen. Das meint auch Ines Sanguinetti, die sehr berührt ist von der Aufführung. Sie setzt sich zu den jungen KünstlerInnen dazu und hält mit Lob nicht zurück: „…das Beste was ich seit langem von der jungen Tanzszene in Argentinien gesehen habe.“ Gleichzeitig aber bringt sie ihre internationale Erfahrung mit ins Spiel: „Überall haben sich Leute extrem engagiert, damit ihr in Europa auftreten könnt. Ihr seid gut. Sehr gut. Aber: ihr wärt nichts ohne all die Leute die sich dafür den Arsch aufgerissen haben. Bleibt auf dem Boden! Bleibt offen und wach.“

Lange haben wir noch Laura und mit den jungen Tänzerinnen und Tänzern gequatscht. Fragen zu Europa beantwortet, die getröstet, die nicht mitkommen können. Dabei war die Neugier, die Gespannheit und die Aufgeregtheit derjeineigen, die über den Atlantik fkliegen dürfen deutlich zu spüren. Beste Voraussetzungen also für den Start am 10. Mai im Kulturzentrum „Brunnengasse“ in Wien.
In San Isidro gibt es übrigens schon am 25.4.14 eine Art Premiere und gleichzeitig Abschiedsaufführung im „Teatro del Viejo Concejo“.

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TRAUMSPUREN – zum 3. Todestag von Juliano Mer-Khamis

Am 4. April 2011 wurde der Schauspieler und Intendant des Freedom Theatre, Juliano Mer-Khamis, im Flüchtlingslager Jenin in Palästina direkt vor „seinem“ Theater erschossen. War es die Hamas oder doch der israelische Geheimdienst? Bis heute ist der Mord unaufgeklärt.

Juliano Mer Khamis probt im Freedom Theatre in Jenin.

Was aber machte den Menschen Mer-Khamis und seine Arbeit so gefährlich, dass er gleichermaßen gehasst und geliebt wurde und von beiden Seiten umgebracht worden sein könnte? Diesen Fragen gehen Heike Brunkhorst und Roman Herzog in einem 42-minütigen eindrucksvollen und berührenden Radio-Feature nach: „Traumspuren – Über Juliano Mer-Khamis und das Freedom Theatre in Jenin“, das am 11.2.14 im Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde.

Graduierungszeremonie in Jenin
Mer-Khamis hatte mit dem Freedom Theatre in Jenin eine professionelle Schauspielschule, einen Ort des kulturellen Lebens und der Freiheit für Jugendliche und Erwachsene, Männer und Frauen etabliert, inmitten einer Spirale aus Hoffnungslosigkeit und Gewalt. Und an eben dieser Schaupielschule bekommen vier junge Schauspielschüler an Julianos Todestag ihre Graduierungs-Urkunde. Nach ihrer dreijährigen Ausbildung haben sie ihren Abschluss geschafft.

Kein Interesse den Mörder zu finden?
Ob der Mörder von Juliano jemals gefasst wird ist fraglich. Nach drei Jahren hat die palästinensische Autonomiebehörde noch immer keinen Anhaltspunkt. Obwohl im Flüchtlingscamp jeder jeden kennt. Das macht stutzig. Die israelische Regierung scheitn systematisch das Projekt destabilisieren zu wollen. Unter dem Vorwand, Juliano sei ja Israeli gewesen sind sie verschiedene Male ins Flüchtlager einmarscheiert und haben einen der (palästinensischen) Staff-Mitarbeiter verhaftet und z.T. und Menschenrechtwidrigen Umständen gefangen gehalten. Zuletzt wurde am 22.3.14 der bis 2012 für die Finanzen verantwortliche Mussadaq Jarrar an einem „Flying Checkpoint“ von den Israelischen Militärs verschleppt.

Der Traum wird wahr
Das Freedom Theatre ist unglaublich aktiv. Neben der Theaterschule gibt es Weiterbildung im Film- und Videobereich. Es gibt die Produktionen und Aufführungen im Freedom Theatre und in anderen palästinensischen Orten, sowie Tournee in Ausland in europäsiche Länder und in die USA.
Mit dem „Freedom-Bus“ reisen SchauspielerInnen in viele Regionen Palästinas, hören der Bevölkerung zu und inszenieren am Abend dann „Play Back Theatre“ für alle.
Aus dem tiefen Schock nach dem feigen Mord an Juliano hat sich nach und nach eine unglaublich große Kreativität, ein noch größeres Engagement entwickelt, Julianos Traum umzusetzen.

Für uns in Hamburg war Juliano ein Freund, ein Partner. Er war ein Visionär und hat uns tief beeindruckt.

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„Das Leben ist jetzt schöner“ – Die Gaza-Monologe


In diesem Jahr ist zum ersten Mal das ASHTAR-THEATRE aus Ramallah (Palästina) bei der KinderKulturKarawane dabei. Das Theater wird 7 Jugendliche aus dem Gaza-Streifen nach Europa bringen, die im Jahr 2010 in den GAZA-MONOLOGEn ihr Erleben der Angriffe und Zerstörungen 2008/2009 durch Israel aufgeschrieben und verarbeitet haben. Sie haben diese Monologe dann auch im Gaza inszeniert und aufgeführt – am gleichen Tag wie in 49 anderen Länder der Erde.
Wie haben diese Jugendlichen sich weiterentwickelt, seit sie ihre Geschichten aufschrieben, und wie sehen sie ihre Texte heute, vier Jahre später?

In den „Gaza-Monologen“ erzählen 33 Jugendliche aus der Region Gaza, wie sie die Luftangriffe der Israelischen Armee zwischen Dezember 2008 und Januar 2009 erlebt haben. Die Texte handeln von Zerstörung, Tod, Trauer und Wut. Die Kinder und Jugendlichen – damals zwischen 13 und 16 Jahre alt – mussten grausame Szenen ansehen und haben Freunde und Verwandte verloren. Und so ist die Stimmung ihrer Geschichten dunkel.

Aber es gibt auch Hoffnung: einige der Mädchen und Jungen berichten, dass sie nun, nach dem Krieg, mutiger und selbstbewusster sind. Und sie haben auch ihre Pläne für die Zukunft nicht aufgegeben. „Ich bin nach dem Krieg stärker und schreite fester und selbstbewusster in meine Zukunft“, berichtet Heba Daoud (damals 15 Jahre alt). „Ich liebe das Land mehr. Das Leben ist schöner. Ich selber wurde auch schöner“, erzählt Yasmeen Katbeh (damasl 14 Jahre alt), die während der ersten Angriffe in Russland war und zurück nach Gaza kam, um bei ihrer Familie zu sein. Und Ehab Elayan (damals 16 Jahre alt) schreibt: „Ich habe festgestellt, dass ich vor dem Krieg nicht wirklich existierte. Nach dem Krieg, da bin ich. Ich bin in der Stadt, ich atme ihre Luft, ich tanze und singe und ich weine, wenn sie weint. Und so geht das Leben weiter“.

Szenenfoto der Aufführung in Ramallah

Das Projekt wurde 2010 vom „Ashtar Theatre“ ins Leben gerufen, um den Kinder und Jugendlichen in Gaza die Möglichkeit zu geben, ihre schrecklichen Kriegserfahrungen zu verarbeiten. Das Ashtar-Theatre ist eine Palästinensische Non-Profit Organisation, die eigene Theaterproduktionen entwickelt und national sowie auch für internationale Studierende Theatertraining anbietet. Da die Jugendlichen aus Gaza ihre Heimat nicht verlassen durften arbeitete das Ashtar Theatre mit verschiedenen Theatern in über 50 Städten auf der ganzen Welt zusammen, in denen die Gaza-Monologe am 17. Oktober 2010 gleichzeitig aufgeführt wurden.

In Deutschland wurden die Monologe durch jugendliche Schauspieler in der Schaubühne in Berlin interpretiert. Mehr Informationen dazu mit Reaktionen der Presse: http://www.suite42.org/produktionen/gaza_monologe

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„Bella Italia“ in Montevideo – Kultur für alle!

Das Ensemble von „De Ninguna Manera“

Murga aus Montevideo, politische Karnevalsmusik von jungen Menschen gespielt, die aus einem der ärmeren Stadtteile der Hauptstadt Uruguays stammen: Bella Italia.
Die jungen MusikerInnen waren 2009 im Frühjahr bei der KinderKulturKarawane dabei und haben mit ihrem Charme, ihrer Musikalität und Energie das Publikum hingerissen. Vier von Ihnen und zwei „vecinos“, Eduardo und Laura, haben wir am 15. März mittags in ihrem Zentrum an der Ausfallstraße Richtung Pandu, dem „Mercadito Bella Italia“, wiedergetroffen. Einem sehr herzlichen Empfang folgte ebenso offenes wie spannendes Gespräch.

Der Mercadito Bella Italia

Aus der düsteren, alten kleinen Markthalle von einst war ein buntes kleines Kultur- und Bildungszentrum geworden. Und aus den jungen z.T. etwas zurückhaltenden KünstlerInnen waren junge Erwachsene geworden, die – wie wir im Gespräch erfuhren – inzwischen selbst als TrainerIn oder LehrerIn in unterschiedlichen künstlerischen Genres in und für den Stadtteil arbeiten.

Eduardo und Laura, jeweils Eltern einiger der jungen KünstlerInnen und vor allem „Nachbarn“ in Bella Italia, führten uns durch das kleine Zentrum und berichteten, was sich seit 2009 alles entwickelt hat. Damals gehörte der „Mercadito“ schon zum Programm der „Esquinas Culturales“, das 2005 vom Kulturdirektor von Montevideo, Mauricio Rosencof, und seinem Team gestartet worden war. Zunächst waren es etwas mehr als 20 solcher kleiner kultureller „Ecken“, die aus dem Programm der Stadtverwaltung Montevideos finanziert wurden. Heute sind es fast 100 kulturelle „Brennpunkte“ – und das obwohl es nur recht bescheidene Mittel für die Zentren gibt.

Das Wandgemälde zeigt eine Candombe-Gruppe

Die Unterstützung der Esquinas bestand in der Vernetzung mit bekannten KünstlerInnen, die dann als LehrerInnen, TrainerInnen oder Coach die Menschen in ihren kulturellen Interessen unterstützten.
Oder das städtische Synfonieorschester kam z.B. zweimal im Jahr raus nach Bella Italia und spielte dort open-air vor dem Mercadito. „De Ninguna Manera“ war übrigens auch von einem der bekanntesten „Murgisten“ Uruguays, Pitufo Lombardo, unterichtet worden.

Mitteilungstafel im Mercadito mit Kursplänen und Veranstaltungsinformationen

Nach den intensiven Erfahrungen in Europa haben sich alle Mitglieder der Murga-Gruppe weiter im Zentrum engagiert und weitere Talente bei sich entdeckt und diese entwickelt. Andere Musikformen, Theater, Kunst, Tanz – aber auch Murga  – sind die Felder, in denen die Jugendlichen arbeiten. Einige von Ihnen sind als StudentInnen in Theater- oder Musikschulen, anderen arbeiten und engagieren sich nebenher im Mercadito. Dabei ist dieser kein Jugendzentrum. Auch die Erwachsenen haben hier ihre Möglichkeiten der Entfaltung, erzählte uns Eduardo, einer der „vecinos“. Da gibt es Schminkkurse, die eher der Maskenbildnerei zuzuordnen sind. Im Computerbereich des Zentrums treffen sich wöchentlich 15 Männer des Stadtteils, um sich im IT-Bereich weiterzubilden. Es gibt Gymnastikkurse in der „Halle“, Tanzkurse und viele Aktivitäten mehr. Vieles davon konzentriert sich dabei auf den Karneval, der in Montevideo eine der längsten Sessionen der Welt hat, und dort Aschermittwoch noch lange nicht vorbei ist.

Der Karneval 2014 war für den Mercadito ein Meilenstein, wude uns berichtet, denn zum ersten Mal war das „Defile“, also der Umzug der unterschiedlichen Gruppen, ein Ereignis, bei dem fast das gesamte Barrio auf den Beinen war. Kinder und ältere Semester, Frauen, Männer, Jugendliche: sie alle kamen aus ihren Wohnungen und machten kostümiert, geschminkt und mit Musik auf den Straßen rund um den Mercadito mit. Deutlich konnten wir den Stolz von Laura (die andere Nachbarin) und Eduardo aus ihren Erzählungen heraushören. Ein Stolz der durchaus berechtigt ist, denn das erklärte Ziel der „Esquinas Culturales“ ist es, die Menschen zu ermutigen selber kulturell aktiv zu werden und nicht isoliert zuhause vor dem Fernseher zu hocken.
„Kulturelle Teilhabe“ ist der Schlüsselbegriff, denn diese hat in der Regel auch zur Folge, dass die Menschen sich in ihrem Stadtteil auch allgemein engagieren.

Wandgemälde an einer Außenwand des Mercadito

Längst konzentrieren sich die Aktivitäten der Nachbarn und der Jugendlichen nicht mehr nur auf „ihr“ Zentrum. Sie haben Kontakte zu verschiedenen Schulen und Kindertagesstätten geknüpft und sind auch dort aktiv. Musikförderung für die 1- 5-jährigen, Tanzworkshops in der „secundaria“ – vielfältig und unkompliziert ist da die Zusammenarbeit. Das wäre hier in Deutschland so nicht möglich.
Aber der Mercadito vernetzt sich nicht nur im Barrio, sondern bekommt auch aus anderen Stadtteilen Besuch. 2011 hat das Kulturministerium Uruguays Mittel bereit gestellt, eine kleines Musikstudio im Mercadito einzurichten. Und das erfreut sich großer Beliebtheit bei MusikerInnen und Bands jeder Art – auch in den angrenzenden Barrios.

Die Außenbühne am Mercadito

Wohlgemerkt: es gibt im Mercadito keine „Kulturmanager“, es gibt keinen festen Etat. Es gibt allerdings viele engagierte Nachbarinnen und Nachbarn, und es gibt viel Geduld und Bodenhaftung. Die „vecinos“ und vor allem die Jugendlichen haben begriffen, welche Möglichkeiten in ihrer „esquina cultural“ stecken. Und sie haben begriffen, dass alles „seine Zeit braucht“.
Vor einiger Zeit gab es ein Beschäftigungsprojekt für Jugendliche in einem anderen Barrio. Auf der Suche nach praktischen Einsatzmöglichkeit sind sie auch beim Mercadito vorstellig geworden. Jetzt hat das Zentrum eine feste Außenbühne.

Im Gespräch mit Vecinos und Jugendlichen im Mercadito

Natürlich kamen wir auch auf die KinderKulturKarawane zu sprechen und eine mögliche erneute Zusammenarbeit. Eine Idee gibt es auch schon in Montevideo: die Jugendlichen von 2009 wollen aus ihren Gruppen und den verschiedenen Genres Kids zusammenbringen und eine Inszenierung entwickeln, die die Geschichte des Barrio „Bella Italia“ mit den unterschiedliche Künsten erzählt. Wir sind gespannt und sehr offen…

Ein großer Plan des Zentrums ist eine Erweiterung um einen großen Saal für Aufführungen und Versammlungen. Die Grundmauern stehen noch vom alten Gebäude, also eigentlich beste Voraussetzungen.  Zudem benötigt man im Zentrum für Versammlungen und Kurse unbedingt Tische und Stühle.

https://www.facebook.com/mercadito.bellaitalia?fref=ts

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Skater, Parkour, Subkultur in Qalqilya (Palästina)

„This is my dream.“ Sajed Abu Ulbeh steht auf dem Rand der neuen Skaterampe in Qauqiliya (Palästina) und blickt mit strahlenden Augen auf die ausgelassen herumtollenden Kinder und Jugendlichen hinab. „Everyone is crazy!“, sagt er lachend. Sajed ist 29 Jahre alt und Skater aus Leidenschaft. Als er zwölf war, brachte ihm sein Vater ein Paar Inlineskates aus Israel mit und begründete damit die Passion seines Sohnes, der von da an die engen Straßen Qalqiliyas unsicher machte.
Bald schließen sich ihm andere Jugendliche und Kinder an, ausgestattet mit allem was Rollen besitzt. Es entwickelte sich eine – wenn schon nicht wirklich professionelle, so doch zumindest begeisterte Skater-Szene, die sich den Namen „X-Games“ gab – in Anlehnung an die berühmten Extremsportwettkämpfe der USA.

Die Suche nach Frei-Räumen
Die Jugendlichen träumten von einem ganz eigenen Ort und fantasierten insgeheim von den großen Skateparks und Rampen jenseits der israelischen Mauer. Die Suche nach Freiräumen ist allgegenwärtig in der Westbank. Man kann sich wohl kaum einen „klaustrophobischeren“ Ort als Qalqiliya vorstellen, denn die gut 40.000 Einwohner zählende Stadt ist an drei Seiten direkt von der israelischen Sperranlage umschlossen; einer acht Meter hohen grauen Betonmauer, deren Bau 2002 von der Regierung Scharon im Zuge seiner Anti-Terror-Maßnahmen beschlossen wurde.
Verschiedene Versuche eine dauerhafte Möglichkeit zu schaffen zu skaten scheiterten. Doch die Jugendlichen gaben nicht auf. Im Gegenteil: sie begannen damit, ihre Fähigkeiten zu trainieren und sich in Eigenregie Hip-Hop, Beatboxing und Parkour beizubringen – ein Ausdruck ihres Widerstandes gegen die israelische Okkupation einerseits und die starren konservativen Traditionen ihrer Gesellschaft andererseits. Gleichzeitig stellte es den Versuch dar, innerhalb der ummauerten Stadt ein wenig Lebensfreude zu finden.

Der Wendepunkt
2011 endlich kam der Wendepunkt und zwar in Gestalt zweier Männer: Der New Yorker Künstler Adam Abel war bei Recherchearbeiten für ein Kunstprojekt über physisch begrenzte Räume nach Qalqiliya gekommen, wo er auf der Suche nach einem kompetenten Ortskundigen auf den bekannten politischen Aktivisten und Menschenrechtler Mohammed Othman traf. Abel hatte über Umwege auch von Sajid und den „X-Games“ gehört und beschloss den jungen charismatischen Mann zu treffen. Othman, an dem die Existenz dieser jugendlichen Subkultur bisher völlig vorbei gegangen war, begleitete ihn.
Als sie Sajid trafen war es quasi Liebe auf den ersten Blick: „Mohammed und ich stammen zwar aus vollkommen unterschiedlichen Welten, doch beide haben wir sofort erkannt: Hier geschieht etwas Besonderes, etwas ganz und gar Einmaliges“, erinnert sich Abel. „Von einem auf den anderen Moment habe ich all meine Arbeit liegen gelassen und beschlossen, diese Geschichte in einen Film zu erzählen.“

Der Traum geht in Erfüllung
2013 begann dann endlich ein Traum in Erüfllung zu gehen. Die Finanzierung für eine Skate.Park stand, ein Designer war gefunden. Neun Monate intensiver Planung, eine einwöchige Bauphase, viele Rückschläge, Schweiß und Tränen. Doch inzwischen ist mit der Eröffnung der neuen Skate-Rampe auf dem Gelände des Zoos von Qalqiliya, übrigens dem einzigen Zoo der Westbank, der Traum Sajids und seiner Freunde in Erfüllung gegangen. Auch das mehrjährige Filmprojekt Abels und Othmans ist inzwischen abgeschlossen.

Text aus: „Qantara“ 
© Qantara.de 2014,
Laura Overmeyer


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Golden Youth Club zu Gast in Hamburg

Nur für ein paar Stunden kam Johanna Mahlungu, Gründerin und Leiterin des „Golden Youth Club“ aus Winterveldt in Südafrika, am 12.2.14 nach Hamburg. Johanna war im Rahmen des Projektes „Peerleader International“ für 10 Tage zu Gast in Deutschland und nutze die Gelegenheit in Hamburg, Absprachen für den Aufenthalt einer Gruppe des „Golden Youth Club“ zu treffen.

Theater zum Minenarbeiter-Streik
Vom 27.9. bis zum 11.10.2014 wird zum dritten Mal ein Projekt am Gymnasium Hochrad im Hamburger Stadtteil Klein-Flottbek geben. Beteiligt sind SchülerInnen einer 8. und einer 5. Klasse. Über 14 Tage werden die Jugendlichen aus Südafrika und Deutschland ein Theaterstück erarbeiten, das Johanna Mahlungu geschrieben hat und an dem die Hamburger SchülerInnen bereits arbeiten. In dem Stück geht es um den Streik der Minenarbeiter der Platin-Mine in Marinaka in Südafrika im August 2012, bei dem viele Minenarbeiter von der Polizei erschossen wurden. Dabei geht es in dem Stück weniger um eine Reknstruktion des Ablaufes der Ereignisse, als vielmehr um eine Einordnung in die aktuelle politische Situation in Südafrika, um Lebens- und Arbeitsbedingungen, um Korruption und die nachhaltigen Wirkungen der Apartheidspolitik von damals.

Johanna Mahlungu bei der Bearbeitung des Textes mit Virgina Brunnert

Natürlich wird das Stück kein reines Sprechtheater sein, sondern gefüllt sein mit traditionellen Tänzen und Liedern. Und darauf freuen sich – wie man hört – die Hamburg Kids besonders. Das Ergebnis wird dann am 10.10. in der Aula des Gymnasiums zu sehen sein.

Leben in Gastfamilien
Untergebracht werden die Kids aus Südafrika wieder in Familien der Schülerinnen und Schüler. Dort freut man sich schon jetzt auf die Gäste aus Winterveldt und überlegt schon, wie Freizeitprogramm aussehen kann. Zum erstem Mal sind Schülerinnen und Schüler für die 14 Tage zusammen mit ihren LehrerInnen vom Unterricht freigestellt. Das ermöglicht ein konzentriertes und effektives Arbeiten an der Inszenierung.

LehrerInnen und Elternrat im Gespräch mit Johanna Mahlungu

Aufwärmübungen in der 7d
Johanna Mahlungu war bei ihrem Hamburgbesuch in der 7d zu Gast, die im Herbst an dem Projekt teilnehmen wird. Nach einigen Aufwärm- und Lockerungsspielen beantwortet sie geduldig Fragen nach dem Inhalt und den Hintergründen des Stückes.
Anschließend konnten detaillierte Fragen der LehrerInnen zum Stück bearbeitet werden und schließlich kam auch Judith Gloe vom Vorstand des Elternrates der Schule dazu, um organisatorische Details mit zu besprechen.

Als Johanna dann gegen 15.00 Uhr wieder Richtung Ostfriesland aufbrach, waren sich alle einig, dass es im Herbst wieder ein phantastisches kreatives Projekt geben wird, das das Schulleben einmal mehr in vielerlei Hinsicht positiv beeinflussen wird.

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„Arena y Esteras“ aus Villa El Salvador im TV

In einem Fernsehinterview spricht Artura Mejia über die Geschichte und Arbeit von „Arena y Esteras“ in Villa El Salvado (Peru) – auf Spanisch.

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