{"id":8252,"date":"2016-09-22T11:01:23","date_gmt":"2016-09-22T10:01:23","guid":{"rendered":"http:\/\/powerofculture.info\/blog\/?p=8252"},"modified":"2025-12-17T21:24:07","modified_gmt":"2025-12-17T20:24:07","slug":"jyoti-und-nisha-zu-gast-bei-familie-hermens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/?p=8252","title":{"rendered":"Jyoti und Nisha zu Gast bei Familie Hermens"},"content":{"rendered":"<p><em>Familie Hermens aus Aachen war schon zum dritten Mal Gastfamilie f\u00fcr eine Gruppe der KinderKulturKarawane. Diesmal waren zwei M\u00e4dchen von &#8222;The Dreamcatchers&#8220; aus Indien zu Gast. Die Familie hat hier ihre Erfahrungen als GastgeberInnen aufgeschrieben. <\/em><br \/>\n<em>Wir ver\u00f6ffentlichen diesen Bericht hier, weil wir glauben, dass er aufzeigt, wie unkompliziert, vor allem aber bereichernd es ist, jungen Menschen von der KinderKulturKarawane zu beherbergen.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8254\" src=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/nisha.jpg\" alt=\"nisha\" width=\"32\" height=\"49\" \/>Eigentlich war es in diesem Jahr vorgesehen, dass wir nur eine Inderin aus dem Projekt KinderKulturKarawane der Theatergruppe \u201cThe Dreamcatchers\u201c aufnehmen sollten. Doch ein paar Tage vor Ankunft bekamen wir einen Anruf. Die beiden 13- und 14-j\u00e4hrigen M\u00e4dchen Jyoti und Nisha hatten w\u00e4hrend ihrer letzten Station <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8255 alignleft\" src=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/jjoti.jpg\" alt=\"jjoti\" width=\"33\" height=\"49\" \/>den dringenden Wunsch ge\u00e4u\u00dfert, unbedingt zusammen untergebracht zu sein. Es war dabei v\u00f6llig egal, wie gro\u00df ihr Zimmer sei und ob es dort zwei vern\u00fcnftige Betten f\u00fcr sie gibt.<\/p>\n<h3>Wir kennen das!<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8260\" src=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/aachen03.jpg\" alt=\"aachen03\" width=\"333\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/aachen03.jpg 333w, https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/aachen03-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/>Als Eltern von drei M\u00e4dchen im Alter von acht, neun und zehn hatten wir auch schon einmal eine Zeit, in der alle drei ihre eigenen Zimmer hatten. Jetzt schlafen tats\u00e4chlich alle wieder in einem Raum und sind gl\u00fccklich damit. Es gibt ihnen Sicherheit!<br \/>\nWie k\u00f6nnten wir da also kein Verst\u00e4ndnis haben. Zumal die beiden ja auch noch einen kleinen Kulturschock zu durchleben hatten. Und mal ehrlich, dann kocht man eben eine Portion mehr. Man konnte sp\u00fcren, dass sie sich zu zweit von Anfang an recht sicher f\u00fchlten.<br \/>\nSo wurden wir bald erzogen, ordentlich gew\u00fcrztes indisches Essen mit den richtigen<br \/>\nZutaten zu kochen. Die ersten Versuche waren leider zu europ\u00e4isch. Sie trauten sich ihre<br \/>\nW\u00fcnsche und Anliegen auszusprechen und das mag zwar schon mal ein wenig Arbeit<br \/>\nmachen, aber wir finden, dass sie sich ja nun auch wohlf\u00fchlen sollen in ihrer Gastfamilie.<br \/>\nWir sind der festen \u00dcberzeugung, dass uns das auch gelungen ist.<\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8257\" src=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/henna.jpg\" alt=\"henna\" width=\"164\" height=\"220\" \/>50.000 Bienen&#8230;<\/h3>\n<p>Am ersten Tag zeigten unsere Kinder unseren G\u00e4sten das Trampolinspringen all unsere Tiere, wobei die beiden M\u00e4dchen unsere 50.000 Bienen dann doch etwas unheimlich fanden.<br \/>\nAm zweiten Tag mussten wir Gasteltern leider Abends zu wichtigen Terminen und wir hatten f\u00fcr unsere Kinder eine mit den beiden Gastkindern in etwa gleichaltrige Babysitterin engagiert. Jetzt wurden schon Henna-Tattoos verteilt. Unsere Kinder waren so richtig stolz.<\/p>\n<h3>Wenig Pannen<\/h3>\n<p>Nachdem wir den beiden direkt am ersten Tag die Benutzung europ\u00e4ischer Toiletten erkl\u00e4rt hatten, gab es eigentlich nur wenige kleinere Pannen: Das eigentlich f\u00fcr sie vorgesehene kleinere Bad wurde zus\u00e4tzlich und leider zu unseren morgendlichen Sto\u00dfzeiten gleichzeitig benutzt, so dass unser 5-Personen-Haushalt teilweise improvisieren musste. Licht haben sie eigentlich selten ausgeschaltet. Vielleicht gab Ihnen das in der Nacht ja noch irgendwie mehr Halt. Das alles war aber nicht weiter schlimm und wir haben sie einfach gelassen.<\/p>\n<p>Dienstag kamen die beiden genau zur Bettzeit unserer Kinder. Eigentlich waren sie hungrig und wir wollten Ihnen schnell noch etwas zu Essen machen. Nachdem unsere Kinder zehn Minuten sp\u00e4ter fertig waren und wir das Essen erw\u00e4rmen wollten, waren unsere Gastkinder spontan auch eingeschlafen. Der Jetlag hatte noch seine Spuren hinterlassen und die ersten Wochentage mit ihrem Programm schienen wohl sehr anstrengend gewesen zu sein.<\/p>\n<h3>Hauptsache dabei sein!<\/h3>\n<p>Am vierten Tag kamen Jyoti und Nisha ganz anders nach Hause. Sie gingen kurz in ihr<br \/>\nZimmer und kamen direkt wieder zu uns in die K\u00fcche. Man merkte, dass sie unbedingt<br \/>\nKontakt wollten. Spielen, reden, in der K\u00fcche helfen, &#8211; Hauptsache dabei sein! Das war<br \/>\nsehr sch\u00f6n und unsere Kinder haben sich wirklich sehr gefreut. Es wurde Trampolin<br \/>\ngesprungen, Memory und Badminton gespielt, Fahrrad und Roller gefahren. Es war ein<br \/>\nVergn\u00fcgen zu lauschen, wie die Kinder sich mit ihrem jeweils gebrochenem Englisch<br \/>\nverst\u00e4ndigten. Als unsere Kinder die Idee hatten mit Ihnen zum nahegelegenen Spielplatz<br \/>\nzu gehen, waren die zwei M\u00e4dchen v\u00f6llig aus dem H\u00e4uschen. Ausger\u00fcstet mit<br \/>\nArmbanduhr, Fahrrad und Roller zogen alle los.<\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8258\" src=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/oche.jpg\" alt=\"oche\" width=\"210\" height=\"284\" \/>I love Oche<\/h3>\n<p>Abends erz\u00e4hlten sie uns, dass am n\u00e4chsten Tag der Geburtstag von Abhishek w\u00e4re und frugen, ob wir nicht ein Geschenk organisieren k\u00f6nnten. So wurde dann am Donnerstag ein sch\u00f6nes I love Oche \u2013 T-Shirt f\u00fcr Abhishek gekauft.<br \/>\nAbends hatten wir uns eigentlich mit einer anderen Gastfamilie verabredet. Wir wollten mit Ihnen und ihrem Gastkind Dharmaraj zusammen mal so richtig indisch auftischen. Leider kam Dharmaraj etwas krank von seinem Nachmittagsausflug nach Hause. Irgendetwas hatte er nicht vertragen und so hatte er nur ein Bed\u00fcrfnis: Schlafen!<\/p>\n<h3>Mau-Mau<\/h3>\n<p>Nachdem die Familien ihre Men\u00fcbestandteile aufgeteilt hatten, wurde also nun getrennt gegessen. Wir hatten am Abend aber noch ganz viel Spa\u00df beim Mau-Mau-Spiel. Das ist ja ein sch\u00f6nes einfaches Spiel, welches so schnell erkl\u00e4rt ist. Die beiden hatten richtig Spa\u00df! Jetzt war schon Freitag. Am Nachmittag hatten wir uns zum Tanz-Workshop angemeldet, bei welchem wir als Familie aber schlapp machten. Da die Gruppe Abends den Geburtstag<\/p>\n<p>von Abhishek beim Grillen feierten, wir aber aufgrund unserer st\u00e4ndigen Abendtermine nicht teilnehmen konnten, hatten wir an diesem Tag dann nicht viel voneinander. Wie wir aber schon vermuteten, kamen sie sp\u00e4ter hungrig nach Hause. Sie hatten zwar unsere mitgegebenen Linsenfladen, Bananen und Kinderriegel aufgegessen, das war aber wohl nicht ausreichend. So gab es dann noch etwas Dal-Suppe.<\/p>\n<h3>Abschiedsgeschenke<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8259\" src=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/familie.jpg\" alt=\"familie\" width=\"283\" height=\"159\" \/>Samstags beim Fr\u00fchst\u00fcck mussten sich unsere beiden j\u00fcngeren M\u00e4dchen schon verabschieden, da sie mit ihrer Pfadfindergruppe ein Zeltlager hatten. Sie hatten die Fotos,welche wir einen Tag vorher aufgenommen hatten aufgeklebt, verziert und kleine Radiergummis aufgeklebt. Jyoti und Nisha haben sich sehr gefreut.<\/p>\n<p>Sie gingen morgens dann zur Stadtf\u00fchrung und wir noch schnell ein kleines Abschiedsgeschenk besorgen. Au\u00dferdem wollten wir schon alles vorbereitet haben, wenn Abends wieder Hunger aufkommt, denn im Nachmittag trafen wir alle am &#8222;Indemann&#8220; und verbrachten dort an der Aussichtsplattform zum Tagebau Inden den Nachmittag mit der Gruppe. Im Anschluss konnten wir uns dann auch endlich das sehr sch\u00f6ne Theaterst\u00fcck der Gruppe ansehen und siehe da, es war sehr wichtig am Ende des Tages nur noch ein vorgefertigtes Essen zu erw\u00e4rmen. Jetzt war es auch Zeit f\u00fcr unser Abschiedsgeschenk.<\/p>\n<p>Nachdem die beiden solch ein Temperament beim Mau-Mau-Spiel bewiesen hatten und<br \/>\nwir uns vorstellen k\u00f6nnen, dass dieses Spiel fast in allen Deutschen Haushalten zu finden<br \/>\nist, fanden wir es nahezu perfekt. Die Freude war riesig! So sch\u00f6n klein konnte das Spiel<br \/>\nauch noch einen Platz in ihren fast berstenden Koffern finden. Das h\u00e4tten wir uns gar nicht ertr\u00e4umen lassen, dass die beiden sich so freuen k\u00f6nnen. Wir lagen also goldrichtig mit unserer Idee! Vor lauter Freude bekam unsere \u00e4lteste Tochter ein Halstuch von den<br \/>\nbeiden geschenkt.<\/p>\n<h3>Von Aachen nach Hamburg<\/h3>\n<p>Nach zwei Runden Mau-Mau gingen alle satt , zufrieden und m\u00fcde in ihre Zimmer.<br \/>\nTja, am Sonntag hie\u00df es Abschied nehmen. Wir konnten Jyoti und Nisha noch zur<br \/>\nErinnerung unser gesungenes Tischgebet aufschreiben, &#8211; das hatten sie sich gew\u00fcnscht.<br \/>\nUnd sie haben uns ihre Adressen gegeben, damit wir auch mal schreiben k\u00f6nnen.<br \/>\nWas soll man sagen: Wir hatten uns jetzt nach einer Woche so richtig aneinander<br \/>\ngew\u00f6hnt. Die indischen M\u00e4dchen m\u00fcssen sich jetzt in Hamburg einleben. Es ist nicht<br \/>\neinfach, sich zu trennen, aber es geh\u00f6rt dazu und nat\u00fcrlich gab es Tr\u00e4nen! Wir w\u00fcnschen<br \/>\nden Dreamcatchers viel Erfolg und Freude!<\/p>\n<h3>Immer wieder spannend!<\/h3>\n<p>Schon zum dritten mal waren wir nun Gastfamilie f\u00fcr die KinderKulturKarawane und wir<br \/>\nhoffen sehr, dass wir auch n\u00e4chstes Jahr wieder um die Eindr\u00fccke und menschlichen<br \/>\nKontakte aus anderen Kulturen bereichert werden. Bei uns wird jetzt alles ein wenig ruhiger, aber wir freuen uns auf n\u00e4chstes Jahr, ob nun ein oder zwei G\u00e4ste! Das ist egal! Es ist immer spannend und ein tolles Erlebnis!<br \/>\nVielen Dank an die Kulturkarawane f\u00fcr die tolle Idee und die gute Umsetzung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Familie Hermens aus Aachen war schon zum dritten Mal Gastfamilie f\u00fcr eine Gruppe der KinderKulturKarawane. Diesmal waren zwei M\u00e4dchen von &#8222;The Dreamcatchers&#8220; aus Indien zu Gast. Die Familie hat hier ihre Erfahrungen als GastgeberInnen aufgeschrieben. 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