{"id":7347,"date":"2016-05-23T15:01:07","date_gmt":"2016-05-23T14:01:07","guid":{"rendered":"http:\/\/powerofculture.info\/blog\/?p=7347"},"modified":"2025-12-17T21:24:08","modified_gmt":"2025-12-17T20:24:08","slug":"tete-adehyemma-dance-theatre-scheitert-an-deutscher-gruendlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/?p=7347","title":{"rendered":"Tete Adehyemma Dance Theatre scheitert an deutscher Gr\u00fcndlichkeit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Tete_07.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7348\" src=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Tete_07-300x201.jpg\" alt=\"Tete_07\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Tete_07-300x201.jpg 300w, https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Tete_07-768x515.jpg 768w, https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Tete_07-600x402.jpg 600w, https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Tete_07.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Sie w\u00e4ren sehr gerne morgen Abend im M\u00fcnsteraner &#8222;Pumpenhaus&#8220; mit ihrem neuesten St\u00fcck &#8222;Abweichler&#8220; aufgetreten. Stattdessen standen die jungen DarstellerInnen vom &#8222;Tete Adehyemma Dance Theatre&#8220; am letzten Freitag vor der Deutschen Botschaft in Accra und weinten, waren traurig und verzweifelt. Wieder hatten sie das Visum nicht bekommen, um nach Deutschland reisen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Was war passiert?<\/strong><br \/>\nZun\u00e4chst brauchte die Verwaltung in Ghana knapp 4 Monate (!) um die P\u00e4sse f\u00fcr die Jugendliche auszustellen. Durch die F\u00fcrsprache des Ausw\u00e4rtigen Amtes in Berlin, das die Deutschen Botschaft in Accra auch dar\u00fcber informierten, dass die Visa kostenlos ausgegeben werden k\u00f6nnen, bekam die Gruppe recht z\u00fcgig einen Termin. Dieser endete jedoch damit, das alle Unterlagen wieder mitgenommen wurden. Laut Deutscher Botschaft fehlten u.a. Dokumente, die die &#8222;Verwurzelung&#8220; der Eltern der Minderj\u00e4hrigen nachweisen. Offensichtlich sollte das die &#8222;R\u00fcckkehrwilligkeit&#8220; der Kinder garantieren. Da sind Fragen nach Geburts- , Heirats- oder Sterbeurkunden fast schon harmlos. Menschen, die in gr\u00f6\u00dfter Armut leben, sollen &#8222;Einkommensnachweise&#8220; vorlegen? Und dann m\u00fcssen die auch noch den Anspr\u00fcchen des Schengen-Abkommens gen\u00fcgen?<\/p>\n<p>Zwei Tage reisten die Verantwortlichen des Projektes zu den verschiedenen Familien, um m\u00f6glichst viele Dokumente zu bekommen. Ein neuer Termin wurde recht kurzfristig anberaumt, wahrscheinlich auch deshalb, weil sich inzwischen Parlamentarier und Mitarbeiter von Engagement Global eingeschaltet hatten.<\/p>\n<p><strong>Schreibweisen<\/strong><br \/>\nAm Freitag morgen um 7.00 Uhr standen dann alle vor der Botschaft &#8211; und waren am Ende bitter entt\u00e4uscht: trotz der &#8222;wohlwollenden&#8220; Behandlung wurden die Visa nicht erteilt. Zum einen hatten die Eltern nicht auf den Originalantragsformularen unterschrieben. Zum anderen gab es auf ID-Card, Urkunden und Formularen unterschiedliche Schreibweisen der Namen. Und so konnten die Antr\u00e4ge nicht entg\u00fcltig behandelt werden. Es war aber auch klar, dass zwar die Unterschriften der Eltern an der richtigen Stelle zu beschaffen waren. Aber ebenso war auch klar, dass die Frage der Schreibweisen in den Dokumenten in der K\u00fcrze der Zeit nicht mehr zu regeln war. Damit war die Teilnahme der Gruppe an der KKK 2016 nicht mehr machbar, das war auch die traurige Einsicht der Verantwortlichen des Projektes. Wenn sie die Jugendlichen zusammenhalten und weiter proben, steht einer Teilnahme an der KinderKulturKarawane 2017 nichts im Wege.<\/p>\n<p><strong>Was k\u00f6nnen wir daraus lernen ?<\/strong><br \/>\nWir sp\u00fcren es schon seit 2 -3 Jahren: die Handhabung des Schengen-Abkommens bez\u00fcglich der Visa wird auch f\u00fcr uns immer schwieriger. In einigen Aspekten wird es geradezu absurd f\u00fcr uns, weil wir mit randst\u00e4ndigen jungen Menschen arbeiten. Und da sind eben nicht alle Familienverh\u00e4ltnisse geordnet. In den Slums gibt es eben nicht alle Dokument in der Form, wie es die deutsche Gr\u00fcndlichkeit erfordert. Jugendaustausch und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung wird so immer mehr etwas f\u00fcr die Reichen.<br \/>\nBezogen auf Ghana ist es zwar das gute Recht der Botschaft mit Blick auf Kinderhandel oder Kindesentf\u00fchrung durch Eltern, auf eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Visavergabe zu achten. Allerdings sollte man sich auch dar\u00fcber Gedanken machen, wer der Einladende ist &#8211; in diesem Fall die KinderKulturKarawane, die seit 17 Jahren arbeitet, mehrfach ausgezeichnet wurde und \u00fcberwiegend aus \u00f6ffentlichen Mitteln gef\u00f6rdert wird. Und man h\u00e4tte sich die Arbeit des Projektes und insbesondere die Produktionen mal n\u00e4her anschauen sollen. Ein Projekt, das seit Jahren integrativ mit Jugendlichen arbeitet und das mit einem St\u00fcck auf Reisen geht, das gerade gegen die Fluchtgedanken von Jugendlichen arbeitet, ist sicherlich anders zu beurteilen, als eine Touristengruppe.<\/p>\n<p>Die Abschottungspolitik Europas und des Bundesinnenministers wird immer effektiver. Jugendaustausch und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung wird zum Luxusgut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie w\u00e4ren sehr gerne morgen Abend im M\u00fcnsteraner &#8222;Pumpenhaus&#8220; mit ihrem neuesten St\u00fcck &#8222;Abweichler&#8220; aufgetreten. 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