{"id":1362,"date":"2012-08-14T10:54:55","date_gmt":"2012-08-14T10:54:55","guid":{"rendered":"http:\/\/kkkarchiv.strengthen-creative-cooperation.eu\/?p=1362"},"modified":"2022-10-18T07:28:19","modified_gmt":"2022-10-18T07:28:19","slug":"brazil-kids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/archiv\/?p=1362","title":{"rendered":"Brazil Kids"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\">Mestre Claudio stammt aus den Armenvierteln in Resende, einer kleinen Stadt nahe Rio. Ein h\u00f6flicher, stiller Mann, der keinerlei Aufhebens um sich macht, obwohl er Meister der klassischen Capoeira ist. Zudem ist er seit zwei Jahren &#8222;Botschafter&#8220; einer brasilianisch-deutschen Kooperation zwischen Mau\u00e1 und Ostrhauderfehn. Mestre Claudio unterrichtet Capoeira in verschiedenen Gruppen mit fast 500 Kindern und Jugendlichen aus Resende und Umgebung. In Ostrhauderfehn h\u00e4lt er seit zwei Jahren Workshops in Schulen und therapeutischen Einrichtungen ab.<\/p>\n<p><strong>Capoeira <\/strong><br \/>\nCapoeira ist eine Mischung, die sich urspr\u00fcnglich aus der Kampftechnik, dem Tanz und der Musik von aus Angola nach Brasilien in die Sklaverei verschleppten Schwarzen entwickelt hat. Capoeira bietet Bewegung sowie Arbeit in der Gruppe, es erfordert Fitness und Respekt vor dem Gegner; somit werden sowohl Disziplin als auch intakte Sozialgemeinschaften gef\u00f6rdert. Aufgrund dieser positiven Eigenschaften ist Capoeira inzwischen in allen Gesellschaftschichten popul\u00e4r, insbesondere bei den Kids in den Vorst\u00e4dten und Favelas.<\/p>\n<p>Ein Mestre ist nicht nur Trainer f\u00fcr neue Bewegungsformen. Er h\u00e4lt vor allem auch die Gruppe zusammen und k\u00fcmmert sich um die Probleme der einzelnen Mitglieder. Capoeira schult sowohl die Kreativit\u00e4t als auch die sozialen F\u00e4higkeiten. Man kann stark sein, ohne anderen zu schaden. Man kann schwach sein, ohne ausgelacht zu werden. Man kann besser werden MIT den anderen, aber im individuellen Tempo. Man kann singen, das Pandeiro, die Conga oder die Berimbau spielen. Man kann neue Texte dichten. Man lernt vieles \u00fcber sich, \u00fcber die Mitmenschen und \u00fcber die Geschichte. Das Selbstbewusstsein schwarzer Capoeiristas w\u00e4chst auf das Ma\u00df der wei\u00dfen; ebenso gleichberechtigt gehen Jungen und M\u00e4dchen, junge und \u00e4ltere Jugendliche miteinander um.<\/p>\n<p><strong>Seine Arbeit in Brasilien <\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"pics\/Heart%20of%20Capoeira%20041.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"279\" align=\"right\" border=\"0\" hspace=\"5\" vspace=\"5\" \/>Mestre Claudio ist deshalb beauftragt vom Jugend- und Schulamt der Pr\u00e4fektur in Resende und arbeitet eng zusammen mit MUTIRUM, einem Projektverbund sozialer Einrichtungen. Der Ostrhauderfehner Verein &#8222;Partnerschaft Mirantao \/ Mantiqueira&#8220; hat diese Arbeit des Mestre erweitern k\u00f6nnen durch die Unterst\u00fctzung von Bingo-Lotto. Mestre arbeitet nun im Projekt &#8222;Ginga do Brasil&#8220; auch in einer Einrichtung f\u00fcr Behinderte, in einem Waisenhaus und in den Schulen rund um Maua, dem Sitz der Partnerschule der Ostrhauderfehner Orientierungsstufe &#8211; alles Arbeitsst\u00e4tten, die sich Capoeira-Gruppen bisher nicht leisten konnten.<\/p>\n<p>Mestre betreut die verschiedensten Gruppen. Er besucht sie, weist seine Assistenten ein, h\u00e4lt kleine Reden \u00fcber die Geschichte der Capoeira, \u00fcber Benehmen und neuerdings auch \u00fcber das friedliche Zusammenleben der V\u00f6lker. Oft reist er mit interessierten Mitgliedern einzelner Gruppen zu anderen Gruppen. Sie spielen und tanzen dort mit, sind G\u00e4ste, Hilfslehrer, Kontaktemacher und Sch\u00fcler, die lernen, wie man in anderen Regionen lebt, aber auch, wie der Mestre lehrt.<\/p>\n<p><strong>Seine Arbeit in Deutschland <\/strong><br \/>\nWas gut ist f\u00fcr Kids in Brasilien, muss auch den deutschen Kids gut tun &#8211; so die Annahme des Vereines in Ostrhauderfehn, der den Mestre im vergangen Jahr als Versuch einlud in den Schulen in Ostrhauderfehn im Rahmen des Ostrhauderfehner Pr\u00e4ventionsverbundes von rund 15 Einrichtungen zu arbeiten. Man gab ihm die &#8222;schwierigen&#8220; Kids, nerv\u00f6s, disziplinlos teilweise, teils aggressiv. Nach wenigen Trainingsstunden war klar: ein kleines Wunder geschieht. Sei es die Ausstrahlung des Mestre, sei es die Bewegungsform oder seien es die Rituale der Gruppen. Die Kids waren fasziniert und begeistert, die Lehrer verwundert. Was macht der Brasilianer, warum wirkt er so &#8230;..<\/p>\n<p>Beim zweiten Besuch in Deutschland wurde der Aktionskreis erweitert. Angesprochen waren Projekte mit Jugendlichen, mit Straff\u00e4lligen, mit Drogenabh\u00e4ngigen. Und wieder die gleiche Erfahrung: Der Mestre z\u00e4hmte und faszinierte selbst diese &#8222;harte&#8220; Gruppe in verschiedenen Einrichtungen. Diesmal war er mit seinem Assistenten Halley, einem 17J\u00e4hrigen brasilianischen Sch\u00fcler als \u00dcbersetzer (portugiesisch &#8211; englisch) fast 4 Wochen unterwegs in den Einrichtungen und Schulen.<\/p>\n<p>Interkulturelle Bildung oder Pr\u00e4vention oder Therapie oder Globales Lernen? In jedem Fall ein erfolgreicher Versuch zu beweisen, dass die L\u00e4nder und Partnerprojekte sich mehr zu geben haben als Geld. Es geht tats\u00e4chlich um die Suche nach den besten Methoden mit Problemen und Zukunft fertig zu werden, nicht um die Missionierung der &#8222;Unterentwickelten&#8220;. Und in dieser Frage hat zum Beispiel Brasilien ein Menge zu bieten, wie das Ostrhauderfehner Partnerschaftsprojekt in vielen Seminaren und Workshops, Webprojekten und Unterrichtsprojekten bewiesen hat. Zuletzt arbeiteten neben dem Mestre mit der &#8222;Capoeira&#8220; auch Musiker, K\u00fcnstler und andere Experten mit im &#8222;Millenium-Village&#8220;, dem Tandem-Versuch ein deutsch-brasilianisches Zukunftsprojekt auf die B\u00fchne zu stellen (www.millenium-village.de ).<\/p>\n<p>Das urspr\u00fcngliche Projekt hei\u00dft &#8222;Ginga do Brasil&#8220; und wird u.a. von Bingo &#8211; der Umweltlotterie gef\u00f6rdert. Inzwischen ist das Projekt &#8222;Ginga&#8220; ein Herzst\u00fcck lokaler deutsch-brasilianischer Bem\u00fchungen um Gewalt- und Drogenpr\u00e4vention. Mestre Claudio ist im Rahmen seiner Arbeit in Brasilien und im Nordwesten Deutschlands ein Partner der Einrichtungen geworden und fast regelm\u00e4\u00dfig im Herbst in Deutschland.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kinderkulturkarawane.de\/2006\/brazilkids\/index.htm\">Weitere Informationen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mestre Claudio stammt aus den Armenvierteln in Resende, einer kleinen Stadt nahe Rio. Ein h\u00f6flicher, stiller Mann, der keinerlei Aufhebens um sich macht, obwohl er Meister der klassischen Capoeira ist. 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