{"id":1284,"date":"2012-08-14T09:11:00","date_gmt":"2012-08-14T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kkkarchiv.strengthen-creative-cooperation.eu\/?p=1284"},"modified":"2022-10-18T07:28:39","modified_gmt":"2022-10-18T07:28:39","slug":"movimento-tacuru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kinderkulturkarawane.de\/archiv\/?p=1284","title":{"rendered":"Movimento Tacur\u00fa"},"content":{"rendered":"<p>Am Rande von Montevideo hat sich im Laufe der Jahre ein Stadtteil gebildet, der von Arbeitslosigkeit, Armut und zerst\u00f6rten Familien gepr\u00e4gt ist: Ein Ghetto der Hoffnungslosigkeit, und das inzwischen in der dritten Generation. Dort wurde 1981 das Movimiento Tacur\u00fa mit dem Ziel gegr\u00fcndet, Minderj\u00e4hrige in Notsituationen zu unterst\u00fctzen, ihnen eine Ausbildung und\u00a0 somit die Chance auf soziale Integration anzubieten. Das Movimiento Tacur\u00fa ist in der &#8222;Sociedad de San Francisco de Sales&#8220; untergebracht. Arbeits- un Computerr\u00f6ume, Werkst\u00e4tten f\u00fcr Schmiede, Schreiner und Klempner geh\u00f6ren ebenso dazu wie ein Basketballplatz\u00a0 und ein Gem\u00fcsegarten, in dem die Jugendlichen die Nahrungsmittel f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf anbauen.<\/p>\n<p>Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr sozial schwache Jugendliche zu schaffen, ist eine der Aufgaben des Movimiento Tacur\u00fa. In der Zwischenzeit ist es gelungen, 400 Jugendliche in erster Linie in st\u00e4dtischen Einrichtungen unterzubringen. Zuerst aber m\u00fcssen die Jugendlichen auf das Arbeitsleben in festen Strukturen vorbereitet werden.<\/p>\n<p>&#8222;Wir entschieden uns, sie langsam an einen Arbeitsplan heranzuf\u00fchren&#8220;, erz\u00e4hlt Pater Mateo. &#8222;Zuerst war es eine halbe Stunde, danach eine Stunde, bis sie selbst merkten, dass sie mehr verdienen, je l\u00e4nger sie arbeiten. Sie begannen auch, sich selbst zu organisieren und Kooperativen zu bilden, in denen die Parole &#8218;es funktioniert, wenn ich funktioniere&#8216; gilt. Durch die Gruppenarbeit haben die Jugendlichen andere Lebensperspektiven entdeckt. Ihr Einkommen verbesserte sich und damit auch die Lebensqualit\u00e4t ihrer Familien.&#8220;<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem, mit dem das Movimiento Tacur\u00fa konfrontiert ist, ist die gro\u00dfe Gruppe von Schulabbrechern. W\u00e4hrend die Grundschule noch gut besucht ist, ist der Schulbesuch von Kindern \u00fcber 10 Jahren fast eine Seltenheit. Darin spiegelt sich nicht zuletzt die Hilflosigkeit von P\u00e4dagogen wieder, die mit den Kindern und ihren Erfahrungen mit Armut, Gewalt und Ablehnung, nicht umgehen k\u00f6nnen. Mangelnde Schulbildung f\u00fchrt jedoch automatisch ins soziale Aus. Darin sieht Pater Mateo eine der wichtigsten Herausforderungen. Wie kann man Kinder und Jugendliche davon \u00fcberzeugen, die Schule zumindest bis zur sechsten Klasse zu besuchen? Am meisten Sorgen macht ihm die Gruppe der Zw\u00f6lf- bis 15-J\u00e4hrigen, die seiner Erfahrung nach am anf\u00e4lligsten f\u00fcr den &#8222;Ausstieg&#8220; und das Abrutschen in die Kriminalit\u00e4t sind. Sportliche und andere Angebote, z.B. die MURGA, richten sich besonders an sie, um ihnen einen sozialen Halt in der Gruppe zu geben. &#8222;Die Gruppenerfahrung&#8220; , so Pater Mateo, &#8222;ist in der Arbeit des Movimiento Tacur\u00fa ganz zentral. Auch die schwierigsten Jugendlichen haben in der Gruppe jemanden, der ihnen zuh\u00f6rt und in seinem Erwachsenwerden begleitet.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Rande von Montevideo hat sich im Laufe der Jahre ein Stadtteil gebildet, der von Arbeitslosigkeit, Armut und zerst\u00f6rten Familien gepr\u00e4gt ist: Ein Ghetto der Hoffnungslosigkeit, und das inzwischen in der dritten Generation. 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