Huuhed Zaluuchuud

 
Das „Special Center for Children’s Training and Education” in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar wurde 1991 gegründet. Das Center sorgt momentan für mehr als 170 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 21 Jahren. Viele der Kinder und Jugendlichen sind Waisen, die auf der Straße lebten. In diesem Heim finden sie Schutz vor Gewalt und Misshandlungen.

Der Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft nach 1990 führte in der Mongolei zu vielen wirtschaftlichen Problemen. Viele Betriebe mussten schließen, die Arbeitslosigkeit stieg stark an. Eltern waren ohne Einkommen, vernachlässigten ihre Kinder und deren Ausbildung. In der Folge endeten viele von ihnen auf den Straßen und in der Kanalisation von Ulaanbaatar. Da der Staat diese Kinder wieder eingliedern will, werden sie regelmäßig von der Polizei aufgegriffen und in Kinder- und Jugendheime wie das „Special Center for Children’s Training and Education” gebracht.

 Dort sollen sie ihre schulische Ausbildung beginnen oder fortsetzten. Das Heim sorgt später auch für die berufliche Ausbildung der Jugendlichen und hilft ihnen, Arbeitsplätze zu finden. Das Ausbildungsangebot umfasst verschiede Gewerke wie zum Beispiel Maurer, Schreiner oder Schuster und Dienstleistungen wie Pflege- oder Hotelberufe.

Wichtig ist dem Heim die kulturelle Arbeit. Unter dem Titel „Huuhed zaluuchuud", was auf Deutsch „Kinder und Jugend" heißt, werden die Neigungen der Heimbewohner gefördert und Freizeitaktivitäten angeboten. Im Musik- und Tanzunterricht können die Kinder und Jugendlichen ihre Talente entfalten, sie gewinnen an Selbstbewusstsein und stärken ihren Teamgeist. Neben einem Musiklehrer und einer Sozialarbeiterin unterstützen auch verschiedenen NGO und Studenten die Talentförderung und das Freizeitangebot des Heims und üben mit den Kindern Zirkustechniken, Ballett und modernen Tanz. Die Musikgruppe des Heims ist bereits zu Auftritten nach Japan gereist und spielt auch oft zu verschiedenen Anlässen in Ulaanbaatar.

 





 

STEPPENKIDS


„Steppenkids“ heißt die Show, mit der sie 2014 bei der KinderKulturKarawane teilnehmen. Es ist eine Mischung von Tradition und Moderne - traditioneller Tanz trifft auf Beatbox und Hip Hop auf Pferdekopfgeigen und Kehlkopfgesang.

Die Pferdekopfgeige ist ein traditionsreiches Instrument und eines der nationalen Symbole der Mongolei. Um ihren Ursprung ranken sich viele Legenden, doch sie alle thematisieren den Tod eines geliebten Pferdes. So erinnert der Klang der Geige an den Wind in der mongolischen Steppe und das Wiehern eines Pferdes. Das Instrument besteht aus einem rechteckigen oder trapezförmigen Resonanzkörper und einem langen Hals, der von einem geschnitzten Pferdekopf gekrönt ist. Die Geige ist nur mit zwei Seiten bespannt, was eine feinfühlige Grifftechnik erforderlich macht.

Der mongolische Kehlkopfgesang, oder auch Khoomei, ist eine Art des Oberton- und Untertongesangs und ebenfalls eine alte Tradition in dem von China und Russland umschlossenen Land. Die Sängerinnen und Sänger imitieren mit Hilfe einer speziellen Technik, die ihren Stimmen einen besonderen Klang verleiht, Geräusche der Natur.


http://www.happykids.ub.gov.mn/  (mongolischsprachige Website)