Das Programm





 







“Im Schatten der Berge”

Das Stück bringt eine Mischung aus Streetdance, Capoeira und Parkour verwoben mit Elementen des Theaters auf die Bühne.  Insgesamt hat das Stück eine Länge von 55 Minuten und die Tänzer und Schauspieler erzählen mit ihren Mitteln die Geschichte IM SCHATTEN DER  BERGE.

Das Stück basiert auf realen Ereignissen, die in einigen Randbezirken von Bogotá, wie Usme und Cazuca, stattgefunden haben.  Dort wurden zwischen den Jahren 2000 und 2005 junge Künstler von einer Organisation bedroht, die sich die „Schwarzen Adler“ nannte. Diese Drohungen wurden in der kolumbianischen Gesellschaft auch unter dem Namen „Säuberungsaktionen“  bekannt.

Viele Jugendliche erzählen, dass es für sie nur bis sechs Uhr abends möglich war, sich draußen aufzuhalten. Danach wäre die Gefahr zu groß gewesen, zur Zielscheibe einer „Säuberungsaktion“ zu werden, vor allem, wenn man ein Jugendlicher mit großer Begeisterung für Tanz und Theater oder anderer künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten gewesen sei, die die Aufmerksamkeit von anderen auf sich gezogen hätten. Dies hätten die „Schwarzen Adler“ als eine Art von Rebellion und Revolte aufgefasst.

Lange Zeit hätte man nur gehört und gesehen, wie viele Tote es an jedem Tag gegeben hätte oder mit welchen Mitteln die „Schwarzen Adler“ ihre Verfolgungen weitergeführt hätten. Große Talente und Idealisten dieser Bezirke hätten  daraufhin zum zweiten Mal ihren Wohnort verlassen. Viele von ihnen wären unfreiwillig und aufgrund von aufgezwungener Umsiedelung  in diese Bezirke gezogen.

Das Schicksal hat es aber nicht gut mit ihnen gemeint, denn sie sahen sich hier erneut mit einer harten Realität konfrontiert, in der anders denken und sich anders zeigen, als Symbol für Probleme verstanden wurde und so mussten sie ihre Heimat erneut verlassen.

Das Stück „Im Schatten der Berge“ spannt einen Bogen von den Erfahrungen der Sklaverei, über die Vertreibung im eigenen Land in Kolumbien bis hin zu den Aktivitäten der „Schwarzen Adler“. Leitfaden der Choregraphien ist die Frage, die sich die Jugendlichen z.B. in Cazuca oder Usme gestellt haben: aufgeben oder widerstehen.
Es gibt Gruppenchoreographien, aber auch Solotanz, Rap und Theater.

Monolog eines „Schwarzen Adler“
Das was die da Tanzen und Schauspielern nennen, das überzeugt und gefällt uns gar nicht. Diese Leute haben vergessen, wer diejenigen sind, die in diesem Viertel das Sagen haben, sie haben vergessen dass WIR das Viertel regieren, dass WIR diejenigen sind, denen Respekt und Ehre entgegengebracht werden sollten. Stattdessen laufen sie hier herum und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, dass es schon die Spatzen von den Dächern pfeifen, aber die werden schon sehen, wir werden sie alle kriegen und werden ihnen zeigen dass wir hier diejenigen sind, die die Regeln aufstellen und nicht irgendwelche Rotznasen mit Flausen im Kopf, die kein Anmut oder Talent haben , aber von der großen Karriere träumen.
Von jetzt an werde ich euch genauestens im Auge behalten, denn niemand wird uns unsere Macht wegnehmen die wir hier in diesem Gebiet besitzen …. wenn einer unklug ist oder es wagt zu widersprechen, dann sollte man ihm eine Ladung Blei in den Kopf schießen und wenn dann die von oben wissen möchten, was da los war, dann wird es sehr leicht sein zu erklären, dass die Viertel von Räubern und Straftätern befreit werden sollten und dass auch diese welche waren.

Monolog eines Jugendlichen
Wo ist die Freude hin, die es vorher in diesem Viertel gab, diese Fröhlichkeit mit der ich früher mit meinen Freunden durch die Straßen zog…? Wo sind all diejenigen, die Kunst machen wollten? Ah ich erinnere mich… Sie haben sie getötet! (Lächeln) und die die sie nicht getötet haben, haben sie so verängstigt, dass die sich gar nicht mehr trauen … (er schreit nach hinten auf die Bühne ) … Was ist mit euch, gebt ihr euch auch geschlagen, damit man vielleicht vergisst, wie es war,  als wir hier ankamen… ja wir kamen, weil wir vertrieben und misshandelt worden waren und wir hatten Angst vor den Leuten, die so anders waren als wir. Aber es waren diese Unterschiede, die uns zusammengeschweißt haben, die uns stark gemacht haben und die jene Freundschaften entstehen ließen, an die ich heute appelliere...Habt ihr all das vergessen? Haben wir etwa nicht versprochen zu tanzen bis die Welt sich aufhört zu drehen? Was ist aus diesen Versprechen, aus diesen Träumen geworden, wo sind sie geblieben als wir uns geschlagen gegeben haben, als wir uns entschieden haben uns im Schatten dieses Gebirges zu verstecken?

Finale
Ihr könnt uns unsere Stimmen nehmen, aber nicht unseren Körper…und egal was ihr plant, um uns zu verletzen , wir werden uns nicht geschlagen geben.
Wir werden weiter das tun, was, was uns Spass macht! Tanzen!
Wir werden durch unsere Körper auch denjenigen eine Stimme geben, die schweigen oder es nicht wagen, die Stimme gegen euch zu erheben.

8 Jugendliche
Technik: Bühne 6m x 6m, Licht, CD-Player, Verstärkeranlage
Workshop: HipHop, Parcour