Nafsi African Acrobats

„Nafsi Acrobats“ ist eine Gruppe von Künstler_innen aus den Slums um Kenias Hauptstadt Nairobi. Die Gruppe will Kindern und Jugendlichen aus den ärmsten Gegenden der Stadt mit Hilfe von Kunst, Akrobatik und anderen kreativen Ausdrucksformen einen Sinn für Gemeinschaft, Respekt, Selbstbestimmung und Kultur näherbringen. Entstanden ist die Idee zu „Nafsi Acrobats“, als sich im Jahr 2000 eine Gruppe junger Artist_innen im Kivuli Center, einem christlichen Gemeindezentrum in einem der armen Viertel Nairobis, zusammenfand.

Die Artist_innen und Trainer_inen stammen zum großen Teil ebenfalls aus armen Familienverhältnissen. Für die Verwirklichung ihrer Träume haben sie hart gearbeitet und sind deshalb stolz auf ihr professionelles Niveau. Die Akrobat_innen sind schon viele Male international mit ihrem Programm aufgetreten und konnten Menschen in Kenia und in Europa begeistern.

Die Mehrheit der mehr als drei Millionen Einwohner Nairobis ist arm. Viele Kinder leben auf der Straße. In ganz Kenia gibt es Millionen von Kindern und Minderjährigen, die arbeiten müssen, unter Drogenmissbrauch und Misshandlungen leiden. Vielen von ihnen ist der Zugang zu Bildung verwehrt. Nafsi will diesen Kindern mit seinem Programm etwas Lebensfreude und Perspektiven für die Zukunft geben.

Programm

Neben der Akrobatik und der Ausbildung des professionellen Teams bietet Nafsi auch ein Trainingsprogramm in den Slums und schlecht ausgestatteten Schulen Kenias an. Es reicht von Akrobatik und Tanz über Yoga bis hin zu Malerei und Fotografie. Die Nafsi Acrobats, die selbst keinen Zugang zu guter Bildung hatten, wollen den Kindern zeigen, dass es mit genug Leidenschaft, Enthusiasmus und einem guten Konzept trotz schwieriger Umstände möglich ist, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

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Big Mama Laboratorio

Big Mama Laboratorio

Das Projekt „Big Mama Laboratorio“, das aus der Stiftung „Crear vale la pena“ 2011 heraus entstanden ist, vereint urbane Tanzformen mit traditionellen und erzählt dabei die Geschichte der Mitglieder. „Big Mama Laboratorio” ist ein Labor, dass sich auf kein bestimmtes Genre festlegt, sondern mit so unterschiedlichen Ausdrucksformen wie Hip-Hop, Dance Hall, Cumbia, Folklore, Reggaeton, Pop, Parkour und Akrobatik experimentiert.

Das Projekt bringt Menschen jeglicher sozialer Hintergründe und Klassen zusammen. Es steht für einen sozialen Wandel hin zu einer gerechteren Gesellschaft. Die Mitglieder der Gruppe glauben daran, dass sich Tanz und Musik einen gemeinsamen Ursprung teilen und sich in der Vereinigung, im Ritual treffen. Ebenfalls glauben sie, dass alle Menschen ungeachtet der Unterschiede in Herkunft, Hautfarbe, Standpunkten, Kultur oder sozialen Schichten zusammen in einer vorurteilsfreien, gemeinsame Gesellschaft leben können. Mit ihrer Arbeit wollen sie das Ursprüngliche in allen Menschen wachrufen: Liebe, Solidarität und Frieden.

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Kigamboni Community Centre

Eine solidarische, unterstützende und kreative Welt ohne Armut – diese Vision vor Augen gründeten Festo, Rashid, Nassoro und George 2007 ein Gemeindezentrum in Kigamboni, einem Stadtteil von Dar es Salaam in Tansania. Die Vier litten in ihrer Kindheit selbst unter Armut, Misshandlung, Obdachlosigkeit und fehlenden Bildungschancen. Doch die Gemeinde half den jungen Männern, ihre Probleme zu überwinden. Deshalb beschlossen sie, der Kommune etwas zurückgeben. Mit dem Ziel, Armut durch soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu bekämpfen, bietet das Kigamboni Community Centre (KCC) kostenlose Schulbildung an. Die vielfältigen Talente von Kindern und Jugendlichen aus der Region werden gefördert, um ihre Chancen auf ein selbstständiges Leben zu erhöhen.

Dar es Salaam ist mit über vier Millionen Einwohnern Tansanias größte und reichste Stadt. Im beliebten Stadtteil Kigamboni lebt eine sozial gemischte Bevölkerung, er ist noch relativ dünn besiedelt und bietet Zugang zu den schönen Sandstränden des Indischen Ozeans.

Bildung

Zwar verbessert sich das tansanische Bildungssystem, doch noch gibt es viele Lücken. Um diese zu schließen bietet das KCC Grundschulunterricht an – auch für Kinder, die bereits älter als sieben Jahre sind und somit kein Recht mehr auf die staatliche, vierjährige Grundschule haben. Am Ende der auf zwei Jahre komprimierten Grundschule im KCC können die Kinder durch eine Abschlussprüfung den Zugang zum staatlichen weiterführenden Schulsystem erwerben.

Das Bildungsangebot beinhaltet eine kostenlose Vorschule, für die Eltern ansonsten Schulgeld bezahlen müssen. Ergänzend gibt es im KCC Nachhilfeunterricht, Englisch- und Computerkurse sowie ein Peer Education Programm, welches zusätzlich zur klassischen institutionellen Bildung soziale Kompetenzen und einen respektvollen Umgang miteinander fördert. In diesem Kurs werden alltägliche Probleme wie Gesundheit und Sicherheit besprochen, über HIV, (sexuelle) Gewalt und Prostitution aufgeklärt.

Talentförderung

Den KCC-Initiatoren liegt die außerschulische Beschäftigung und Talentförderung sehr am Herzen. In vielen Familien werden die besonderen Begabungen der Kinder nicht erkannt und gefördert. KCC übernimmt diese Aufgabe und bietet mit der „Talent Academy“ ein breites nachmittägliches Angebot. Die Aktivitäten bringen den Kindern Spaß, manchen eröffnen sich sogar neue Perspektiven wie etwa ein Berufseinstieg. Da immer mehr Ehrenamtliche ihre Fähigkeiten einbringen, kann das KCC das Angebot der Aktivitäten ständig erweitern.

Von Anfang an bietet das KCC-Gründungsmitglied Nassoro Mkwesso ein Akrobatik-Programm an. Er ist selbst Akrobat. Schon mit elf Jahren tourte er mit einer Zirkusgruppe durch Südostasien. Das professionelle Team der Akrobatikgruppe des KCC wird regelmäßig für Events und Auftritte gebucht.

Ebenfalls seit dem Beginn 2007 besteht das Theater-Programm im KCC. Die Gruppe schreibt selbst Stücke über soziale Probleme und führt diese im Stadtteil auf.

Beliebt sind auch die Tanzgruppen. Es gibt eine Gruppe für traditionelle Tänze, die aus Trommlern und Tänzern besteht. Sie treten in traditionellen Kostümen auf, bemalen ihre Gesichter und singen zu einigen Tänzen. Seit 2009 gibt es eine Gruppe für modernen Tanz, die zu verschiedenen Musikstücken Choreografien einstudiert. Wie die Akrobaten werden auch die Tanzgruppen regelmäßig für Auftritte gebucht.

Neben einer Musikgruppe und verschiedenen Sportarten gibt es im KCC auch Programme für Kunst und Handarbeiten. Dort lernen die Schüler Malen, Nähen, und stellen Schmuck her – teils auf handwerklich hohem Niveau. Der Verkauf der Produkte sichert dem KCC ein eigenes Einkommen.

Straßenkinder

Die UN-Kinderhilfsorganisation Unicef schätzt, dass rund 3000 Kinder in Dar es Salaam auf der Straße leben. Sie sind im KCC willkommen, bekommen Unterstützung und dürfen an den Aktivititäten teilnehmen.

Um ihnen dauerhaft eine sichere Unterkunft und Hoffnung auf ein geborgenes Leben bieten zu können, gibt es jetzt das Projekt KCC Children’s Shelter. Da die Eltern vieler Straßenkinder noch leben, suchen die Mitarbeiter des KCC nach den Familien und klären, ob eine Rückkehr möglich ist. Wenn das nicht der Fall ist, versucht das KCC-Team die Kinder an Pflegefamilien zu vermitteln. Da es jedoch für viele Straßenkinder nicht leicht ist, sich wieder an das Leben in einer richtigen Familie zu gewöhnen, will das KCC die obdachlosen Kinder in Zukunft in betreuten Wohnungen unterbringen. Zu diesem Zweck plant das Center auf einem neu erworbenen Gelände ein Haus zu bauen.

Geschäftsmodelle

Das KCC hat einige Geschäftsideen entwickelt, um künftig monatlich anfallende Kosten wie kleine Gehälter und notwendige Anschaffungen unabhängig von Spenden bezahlen zu können. In einem eigenen kleinen Laden werden Produkte verkauft, die in den handwerklichen Kursen der Talentförderung hergestellt wurden. Auch die Tänzer und Akrobaten verdienen mit ihren Auftritten Geld. Das KCC unterhält eine „Flotte“ mit zwei Bajajs, das sind dreirädrige Fahrzeuge, die als Taxis im Ort unterwegs sind und auch für Stadtrundfahrten von Touristen genutzt werden. Für Touristen werden außerdem Koch-, Tanz- und Kiswahili-Kurse angeboten.

Ein weiterer Schritt hin zur finanziellen Unabhängigkeit ist der 2010 erfolgte Kauf eines drei Hektar großen Grundstücks in 15 Kilometer Entfernung vom jetzigen Center, dem „KCC Future“. KCC plant dort den Bau neuer Gebäude und die Installation von erneuerbaren Energieträgern. Außerdem sollen Tiere gehalten und eine nachhaltige Landwirtschaft aufgebaut werden. Vom Verkauf der Farmprodukte erhofft sich das KCC regelmäßige Einkommen und eine gesicherte Zukunft.

Partner und Unterstützer

Natürlich bekommt das KCC auch Geld- und Sachspenden von verschiedenen Partnern in Tansania, Kanada, Großbritannien und Deutschland. Sie stehen ihnen auch mit ihrer Erfahrung, technischem Wissen und freiwilligem Engagement zur Seite. In Deutschland ist das Hansa-Gymnasium in Köln, ein Mitglied des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen, eine wichtige Stütze für das KCC. Die Partnerschaft besteht, seitdem 2010 zwei ehemalige Schülerinnen das KCC besucht haben. Seither sammelt das Gymnasium Spenden und informiert die Menschen über das Leben der Kinder in Tansania. Auch der Kinderschutzbund Frechen arbeitet mit dem KCC zusammen.

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Kayeye

Kultur, Tradition, Identität

„Kayeye“ ist ein Kollektiv von jungen Künstler_innen, das 2007 in Cazuca, einem Stadtteil im Süden von Bogatá, der Hauptstadt von Kolumbien, gegründet wurde. In Cazuca leben vor allem Menschen, die vor Krieg und bewaffneten Konflikten in Kolumbien aus ihren Dörfern flüchten mussten.

Cazuca

Cazuca ist in Bogotá die größte Siedlung von Menschen, die als Opfer von bewaffneten Konflikten vertrieben wurden. Die meisten Bewohner sind afro-kolumbianische Familien. In Cazuca leben Opfer und Täter zusammen. Der Stadtteil ist zu einem der gefährlichsten Orte in Bogotá geworden: Menschen werden bedroht, ermordet oder verschwinden. Neben Gewalt und Kriminalität gibt es im Alltag aber auch Freude, Hoffnung und die Träume vieler Jugendlicher, die sich wünschen ein anderes Gesicht ihres Ortes zeigen zu können.

„Kayeye“ ist als traditionelle kolumbianische Musikgruppe organisiert, die die öffentlichen Plätze der Stadt Bogotá zu ihrer Schaubühne macht. So werden Straßen, Bürgersteige und Parks für Auftritte genutzt. Die Gruppe strebt danach, ihre eigene Musik zu kreieren und durch geringe Einnahmen ihre Familien finanziell unterstützen zu können.

Die Gründer von Kayeye stammen aus dem Projekt „Taller de Vida“ (Werkstatt des Lebens), das schon mehrfach auf Einladung der Kinderkulturkarawane in Europa gastierte. In dieser Werkstatt hatten die Kinder und Jugendlichen aus Cazuca die Möglichkeit, ihre schmerzhaften Erfahrungen aufzuarbeiten. Kayeye ist eine Fortführung des begonnenen Prozesses, bei dem die Gruppe auf ihre Erfahrungen mit Musik, Theater, Tanz und Menschenrechten zurückgreifen kann.

Momentan profitieren mehr als dreißig Kinder und Jugendliche des Stadtteiles Cazuca von dem Projekt, die Mehrheit von ihnen hat afrikanische Wurzeln.

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Steppenkids – Huuhed Zaluuchuud

Das „Special Center for Children’s Training and Education” in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar wurde 1991 gegründet. Das Center sorgt momentan für mehr als 170 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 21 Jahren. Viele der Kinder und Jugendlichen sind Waisen, die auf der Straße lebten. In diesem Heim finden sie Schutz vor Gewalt und Misshandlungen.

Der Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft nach 1990 führte in der Mongolei zu vielen wirtschaftlichen Problemen. Viele Betriebe mussten schließen, die Arbeitslosigkeit stieg stark an. Eltern waren ohne Einkommen, vernachlässigten ihre Kinder und deren Ausbildung. In der Folge endeten viele von ihnen auf den Straßen und in der Kanalisation von Ulaanbaatar. Da der Staat diese Kinder wieder eingliedern will, werden sie regelmäßig von der Polizei aufgegriffen und in Kinder- und Jugendheime wie das „Special Center for Children’s Training and Education” gebracht.

Dort sollen sie ihre schulische Ausbildung beginnen oder fortsetzten. Das Heim sorgt später auch für die berufliche Ausbildung der Jugendlichen und hilft ihnen, Arbeitsplätze zu finden. Das Ausbildungsangebot umfasst verschiede Gewerke wie zum Beispiel Maurer, Schreiner oder Schuster und Dienstleistungen wie Pflege- oder Hotelberufe.

Wichtig ist dem Heim die kulturelle Arbeit. Unter dem Titel „Huuhed zaluuchuud“, was auf Deutsch „Kinder und Jugend“ heißt, werden die Neigungen der Heimbewohner gefördert und Freizeitaktivitäten angeboten. Im Musik- und Tanzunterricht können die Kinder und Jugendlichen ihre Talente entfalten, sie gewinnen an Selbstbewusstsein und stärken ihren Teamgeist. Neben einem Musiklehrer und einer Sozialarbeiterin unterstützen auch verschiedenen NGO und Studenten die Talentförderung und das Freizeitangebot des Heims und üben mit den Kindern Zirkustechniken, Ballett und modernen Tanz. Die Musikgruppe des Heims ist bereits zu Auftritten nach Japan gereist und spielt auch oft zu verschiedenen Anlässen in Ulaanbaatar.

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Ashtar Theatre

Das „Ashtar Theatre“ ist ein dynamisches palästinensisches Theater mit einer globalen Perspektive. Mit ihren Schauspiel-Schulungen und den professionell aufgeführten Theaterstücken versuchen die Mitglieder, auf kreative Weise gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Ashtar war die erste Organisation, die in Palästina Theater-Trainings für Jugendliche anbot. Es wurde 1991 in Jerusalem von den bekannten palästinensischen Schauspieler_innen Edward Muallem und Iman Aoun gegründet. Mittlerweile befindet sich der Hauptsitz des Theaters in Ramallah. Um auch die Menschen in abgelegenen Gegenden mit in das Projekt einzubeziehen, bietet das Theater außerhalb der Zentren Projekte an.

Theater-Trainings-Programm

Das Ashtar-Theatre bietet Theater-Workshops sowohl für junge Palästinenser_innen, als auch für internationale Student_innen an, die meist in Aufführungen münden. Dabei trainieren die Teilnehmer mehr als nur das Schauspiel. Sie lernen auch sich selbst besser kennen und entwickeln so Selbstvertrauen, arbeiten an ihren Kompetenzen in Teamwork und Kommunikation.
Repertoire
Neben den Workshops für Schauspiel- und Theaterinteressierte führt das Ashtar Theatre auch eigene Theaterproduktionen auf. Die Theaterstücke zeugen von hohem künstlerischem Niveau und regen zu kritischem Nachdenken an. Das Theater unterhält Kooperationen mit Schauspieler_innen und Regisseur_innen in vielen Ländern der Welt, um den eigenen Standard weiter zu entwickeln. Für seine Arbeit wurden die Theatermacher aus Palästina bereits mit einigen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Nach den Angriffen auf den Gazastreifen durch Israel im Dezember 2008 und Januar 2009 entstand 2010 das Projekt „The Gaza Monologues“. Das Ashtar Theatre begann, unterstützt durch Unicef und durch weitere Theatergruppen, mit Kindern und Jugendlichen der Gaza-Region zusammenzuarbeiten. Sie unterrichteten sie in Schauspiel und kreativem Schreiben. Aus dieser Arbeit entstanden 31 Monologe der Kinder und Jugendlichen (zwischen 13 und 16 Jahre alt), in denen sie von ihren Erfahrungen und Ängsten während des Krieges erzählen. Dabei fand jedes Mädchen und jeder Junge ihre oder seine ganz eigene Sprache. Da die jugendlichen Autoren Gaza nicht verlassen durften, wurden diese Monologe parallel in weltweit 49 Ländern von jungen Theatergruppen inszeniert und am 17. Oktober 2010 aufgeführt. In Deutschland haben in Berlin die „Zwiefachen“ (Schaubühne) und das Jugendtheaterprojekt „Grenzen-Los! e.V“ und einige palästinensische Jugendliche die Monologe auf die Bühne gebracht. Auch während des „International Day of Solidarity with the Inalienable Rights of the Palestinian People“ am 29. November 2010 in New York wurden die Monologe aufgeführt – von Jugendlichen aus 18 verschiedenen Ländern.

Die psychosoziale Arbeit des Ashtar-Theatre im Gaza war 2009 der Ausgangspunkt für die „Gaza-Monologe“. Jetzt ist die Lage im Gaza für Kinder und Jugendlichen noch schlmmer als 2010.
Das Ashtar-Theatre hat im September begonnen die psychoisoziale Arbeit im Gaza auszuweiten und zu intensivieren.
„Wir nutzen das Theater, speziell die Methoden des ‚Theaters der Unterdrückten‘, um den Kindern aus Gaza dabei zu helfen, ihre Selbstsicherheit wiederzuerlangen, ihr Vertrauen zu ihren Eltern zurückzugewinnen, sich mit ihren neuen Lebensbedingungen und in ihrer Umgebung einzurichten. Denn viele von ihnen haben ihr Zuhause, Familienangehörige und Liebsten verloren. Mithilfe des Theaters können sie ihre posttraumatische Störung überwinden, die sie durch die Gräueltaten des Krieges erlitten haben“, schreibt das Ashtar-Theatre.

Das Ashtar-Theatre ist das nationale Zentrum für „Forum Theater“ in Palästina. Entwickelt wurde das Forum Theater von Augusto Boal, einem brasilianischen Schauspieler. Im Gegensatz zur klassischen Theateraufführung, bei der das Publikum die Vorstellung passiv konsumiert, wird es nun dazu animiert, in das Geschehen auf der Bühne einzugreifen, es zu ändern und in Dialog mit den Schauspieler_innen zu treten. Das Ashtar-Theatre nutzt diese Form des Theaters, um den Menschen zu zeigen, wie sie durch ihr Handeln das Stück und auch die Welt verändern können. In diesem Sinne ist Forum Theater ein Werkzeug zur Demokratiebildung.

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Treme Terra

Treme Terra ist ein Projekt von „Instituto Nação“. Es wurde im Jahr 2006 von João Nascimento und seinem Vater Dinho Nascimentoin in Morro Do Querosene gegründet, einem Viertel in Sao Paulo, das für seine starken kulturellen Traditionen bekannt ist. João Nascimento ist zusammen mit Ronaldo Alves auch der Gründer von „Instituto Nação“.  TREME TERRA setzt sich seit 2006 für die Anerkennung und Verbreitung der Afro-Brasilianischen Kultur ein.

In ihrem Hauptsitz, der jetzt in Rio Pequeno, einem Viertel an São Paulos Stadtrand liegt, bietet die Gruppe freie künstlerische Bildungs-Workshops für Jugendliche aus ärmeren Verhältnissen, zwischen 8 und 21 Jahren, an. Von den Teilnehmern dieser Workshops wurden  Musik- und Tanzgruppen gegründet, die dem gesellschaftlich-kulturellen Austausch dienen. Ihren Sitz wechselte TREME TERRA von Morro Do Querosene zu Rio Pequeno, da sie es für notwendig hielten, ihre Aktivitäten auch in anderen Regionen bekannt zu machen. Außerdem ist in Rio Pequeno die Miete deutlich günstiger. Instituto Nação ist für die Finanzierung und die Organisation der Aktivitäten und Auftritte von TREME TERRA verantwortlich. Sie machen TREME TERRA außerdem öffentlich bekannt und knüpfen Partnerschaften mit verschiedenen Kultureinrichtungen.

Die Inszenierungen von TREME TERRA beruhen zum Großteil auf der Verschmelzung von traditionellen Volkskultur-Rhythmen (Lieder aus Brasilien mit afrikanischen und einheimischen Einflüssen) und städtischen melodischen Rhythmen,  begleitet von Tanzbewegungen, welche sich wiederum an die Orisha Mythologie stützen. Es werden Klänge und Bilder der afrikanischen Diaspora in Brasilien dargestellt und auch die Einflüsse aus anderen Kulturen gezeigt.

Mit Hilfe von Recycling Materialien, Fässern, Rohren und Altmetall entwickelt TREME TERRA einen „Klang der Stadt“, der zusammen mit konventionellen Instrumenten, zeitgenössische Musik Afrikas hervorbringt, die auf den regionalen Rhythmen basieren,  (ijexá, congo, barra-vento, samba reggae, jongo, soli, baô) und mit Funk, Hip-Hop etc. vermischt werden.

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Rainbow House of Hope

Das „Rainbow House of Hope“  wurde 1998 von Geoffrey Tumusiime und Micheal Mwase in Ugandas Hauptstadt Kampala gegründet und ist dort seit 2002 als Nicht-Regierungs-Organisation registriert.

Das Ziel der beiden Sozialarbeiter ist, die soziale Situation der Kinder und Jugendlichen aus armen Verhältnissen  zu verbessern und eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Kinder und Jugendlichen in Frieden leben können und ihre Grundrechte, wie beispielsweise Bildung und soziale Gerechtigkeit, verwirklichen können. Außerdem sollen die schlechten Lebensbedingungen und die dadurch mangelnde Lebensqualität verbessert werden.

Wie Frieden so sind auch Kinderrechte und soziale Gerechtigkeit die wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und einer Gesellschaft  als Ganzes. Im „Rainbow House   of Hope“ wird davon ausgegangen, dass jedes Kind – reich oder arm, Mädchen oder Junge – die Chance und Möglichkeit erhalten sollte, zur Schule zu gehen, in einer friedvollen Umgebung zu leben, sich sicher und unterstützt zu fühlen und  über seine Zukunft zu entscheiden. Insbesondere in der Gleichstellungsproblematik  ist in den Fokus des Projektes gerückt, da Mädchen  durch armutsbedingte Probleme am meisten gefährdet sind.

Besonders mit Hilfe von Musik, Theater, künstlerischen Kursen und Sport soll es den Kindern und  Jugendlichen ermöglicht und erleichtert werden, aus eigener Kraft und mit eigenen Fähigkeiten eine bessere Zukunft anzustreben und aufbauen zu können. Sie sollen lernen, ihre eigene Lebenssituation zu verbessern, denn Kreativität ist für Menschen –  und ganz besonderes für Kinder  – eine wichtige Ressource, um eine erfolgreiche Zukunft gestalten zu können.

Mit diesem Ziel und den vielen Aktivitäten ist „Rainbow House of Hope“ inzwischen zu einem wichtigen Jugendzentrum in Kampala geworden. Unter anderem gibt es dort eine eigene Brass Band (Rainbow House Brass Band), in der über 30 Kinder und Jugendliche im Alter von 8-19 Jahren zusammen musizieren. Durch     die verschiedenen Aktivitäten und Initiativen, die auch die Eltern eng miteinbeziehen, spielt Rainbow House of Hope inzwischen eine wichtige Rolle in der Region. Durch die regelmäßigen Eltern-Treffen und Hausbesuche, u.a. durch Freiwillige oder Ugandische Studenten, ist das Thema Bildung bei den Eltern wieder mehr in den Vordergrund gerückt und die schulischen Leistungen der Kinder sind dadurch gestiegen.

Bildung ist für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sehr wichtig, denn Wissen und neue Informationen sind notwendig, um bewusst, verantwortungsvoll und gewaltfrei handeln zu können. An erster Stelle steht hier die reguläre Schulbildung in den vorhandenen Schulen. Rainbow House of Hope unterstützt Kinder  durch einen Schulgeld-Fonds mit dem Schulgelder entweder ganz oder anteilig bereitgestellt werden.  An zweiter Stelle sollen die Kinder von Rainbow House oft Hope eine außerschulische Bildung in Wissensbereichen erhalten, die in der Schule nicht vermittelt werden. Diese erweiterte Bildung wird den Kindern beispielsweise über Seminare, Gesprächsrunden oder Ausflüge näher gebracht. Es soll den Kindern helfen über wichtige Probleme, wie beispielswiese AIDS, besser informiert zu sein.

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Espace Masolo

Das ‚Centre des Ressources de Solidarité Artistique et Artisanale’, kurz ‘Espace Masolo’ wurde 2003 von drei kongolesischen Künstlern gegründet : der Puppenspielerin Malvine Velo, dem Erzähler Hubert Mahela und dem Schauspieler Lambert Mousseka. Die Idee: Künstlerisches Schaffen und solidarisches Engagement miteinander verbinden. Seitdem betreut das Zentrum Straßenkinder, ehemalige Kindersoldaten und Kinder und Jugendliche, die als so genannte ‚Hexenkinder’ verstoßen wurden. Von Anfang an war der Aspekt internationaler Zusammenarbeit dabei von zentraler Bedeutung. ‚Espace Masolo’ hat sich so auch zu einem Ort kreativer internationaler Solidarität entwickelt.

Espace Masolo’ ermöglicht das Erlernen von künstlerischen und kunsthandwerklichen Metiers. Figurenspiel und Figurenbau bilden den Hauptschwerpunkt, dazu kommen Theater, Musik, Schneidern, Malen, Tischlern, Metallarbeit. Unterricht in Lesen, Schreiben und Rechnen hilft, schulische Defizite aufzuholen. Das Projekt ermutigt die Kinder und Jugendlichen dazu, über sich selbst, ihre Vergangenheit und Zukunft nachzudenken, zu sprechen und dafür eine künstlerische Form zu finden. Die entstandenen Theaterstücke, Bilder und Skulpturen sind oftmals Ausdruck dieser Auseinandersetzung und ein Weg, persönliche Identität und Lebensziele neu zu entwickeln.

‚Espace Masolo’ vermittelt den Kindern und Jugendlichen Handwerkszeug, um mit dem Erlernten Geld zu verdienen. Bilder, Skulpturen, Textilien, die verkauft werden, (Figuren-) Theaterstücke, die gezeigt werden und eine Blaskapelle, die aufspielt. Das Projekt ist Nachbarschaftszentrum, Veranstaltungsort, Produktionsstätte, Ort internationaler Begegnung.

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Yauri

Die 7-köpfige Band „Yauri“ (das ist Aymara und heißt so viel wie „große Nadel“) spielt mit traditionellen und modernen Instrumenten – wie Charango und E-Gitarre.
Ihr Programm „Seguimos Caminando y Creciendo“ spielen sie in der Besetzung: Gitarre, Bass, Keyboards, Charango, Schlagzeug, Perkussion und Gesang. Dabei haben sie alle Songs selber geschrieben und – mit Unterstützung von bekannten Musikern Boliviens – arrangiert. YAURI hat einen eigenen musikalischen Stil entwickelt, der die die traditonellen Musik sowohl mit modernen Rhythmen kombinert, als auch elektronisch verstärkte Instrumente des Rock und Pop nutzt. Neben der Musik Lateinamerikas und Boliviens, die sie neu interpretieren, hat die Gruppe eigene Songs geschrieben, die sich mit ihrem persönlichen kulturellen Hintergrund befassen.
Es geht dabei um die Stadt El Alto, ihren Stadtteil „Satelite“ und ihr Kulturzentrum COMPA. Sie beschreiben aber auch, wie selbst „Kultur“ verstehen und welche Projekte sich inzwischen aus der Arbeit von COMPA entwickelt hat. „Weitermachen und Wachsen“ ist die Parole des Ensembles, um noch mehr „Erfüllte Träume“ zu haben.

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