The Dreamcatchers

Die Dreamcatchers stellen sich vor:

 

So fing alles an

2009 besuchte Theaterpädagoge Wolfgang Schramm von „Creacting-Net“ aus Schöllkrippen zum ersten Mal die nur von Spendengeldern betriebene „AO Zora School“. Die AO Zora School ist eine kleine Dorfschule mit 100 Schülern in der Nähe von Bodhgaya, Bihar (eine der ärmsten Regionen Indiens). Die Schule dient außerdem 12 Waisen und Halbwaisen als Zuhause. Mit dieser Gruppe von Jungs, alle zwischen 8 und 19 Jahren alt, begann Wolfgang Schramm Improvisationstheater zu machen. Ein sehr motivierter junger Lehrer, Vinod Kumar, wurde dabei als Theaterpädagoge ausgebildet.
Vinod Kumar arbeitete mit den Kindern weiter und so entstand die Theatergruppe „The Dreamcatchers“, die mittlerweile in den umliegenden Dörfern sehr bekannt ist. Einmal im Jahr kommt ein Team von „Creacting Net“ für einen Monat nach Indien, um Vinod zu unterstützen und mit den „Dreamcatchers“ intensiv Theater zu spielen. Am Ende der ca. vierwöchigen Probenzeit gibt es dann immer eine Tournee durch die Region. In den letzten drei Jahren wurde das Projekt ausgeweitet und auch Kinder aus anderen Schulen zu den Workshops eingeladen.
Die erfahrenen jungen Schauspieler der AO Zora Schule unterstützen die Theatertrainer dabei intensiv, in dem sie die Neueinsteiger motivieren, Übersetzen und selbständiges Leiten von Spielaufgaben.

Die Theatergruppe Dreamcatchers erarbeitet das ganze Jahr über Szenen und Stücke. Die lokalen Beziehungen und das Netzwerk der theaterbegeisterten Kinder Bodhgayas, dessen Unterstützung für das Fortbestehen der Gruppe nötig ist, erweitern sich stetig.
Zum Beispiel überlässt die AO Zora School den „Dreamcatchers“  Schulräume zum Proben. Sowohl von Seiten anderer Schulen, als auch von geistlicher Seite verschiedener Religionen wird das Projekt stark unterstützt. Hindu wie Buddhisten stellen Tempel zu Probezwecken oder gar als Aufführungsort zur Verfügung.  Die Guesthouse-Besitzer Siddharta Kumar und Gyoti Gupta öffnen Räume, um Workshops zu ermöglichen. Das „Sewing Centre“, ein soziales Projekt zum Empowerment von Frauen, hilft bei der Erstellung  der Kostüme. Diese Verbindungen stärken die Region und schaffent langfristige und nachhaltige Beziehungen, Strukturen und eine Basis für neue Projekte.

Empowerment, Mut zur Kreativität und Hilfe zur Selbsthilfe

Durch Improvisation auf der Bühne verarbeiten Kinder häufig ihre Alltagserfahrungen, wie zum Beispiel Alkoholismus oder das große Müllproblem in Indien. Diese in Bihar akuten Themen werden dann zu zentralen Punkten in der Show. Auf der Bühne können die Jugendlichen kreative, phantasievolle Lösungen für Probleme finden.
Aber nicht nur Probleme werden thematisiert - immer wieder stehen hinduistische Götter auf der Bühne, oder die Bühne ist plötzlich voll von Bollywood Tänzern. So kann Theater als Ausdrucks- wie Reflexionsmittel zur Persönlichkeitsbildung beitragen. Durch Theaterübungen wird außerdem die Konzentrationsfähigkeit der jungen Schauspieler erweitert und gefestigt, bei Sprech-Szenen wird die laute und deutliche Aussprache geschult, Tanz- und Bewegungs-Szenen können zu einem besseren Körpergefühl und -bewusstsein beitragen.
Die Möglichkeit zu haben, auf einer Bühne zu stehen und etwas zu zeigen, also gesehen zu werden, ist oft neu für die Kinder aus Bodhgaya. Sie können lernen, das, was sie beschäftigt, kreativ zu be- und verarbeiten, sich Gehör zu verschaffen und sich einen Raum zu nehmen, um sich mitzuteilen. Weiterhin ist Theater immer ein Ort der Probe. Probieren heißt auch zu scheitern, Fehler zu machen, mit diesen umzugehen und aus ihnen zu lernen. Dies kann Angst vorm Scheitern mindern und Experimentier- und Entdeckungsfreude sowie Neugierde steigern.

Barrieren bröckeln

Theater lässt die Barrieren des Kastensystems bröckeln, sowohl unter den Teilnehmenden  als auch im Kontakt mit dem Publikum. Berührung mit den „Unberührbaren“ wird möglich. Auch der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen, der in Indien eine große Rolle spielt, kann auf der Bühne vermindert werden, ohne kulturelle Werte dadurch anzugreifen. Kinder werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und erfahren Aufmerksamkeit und Zuwendung. Am Ende ein gemeinsam erarbeitetes Produkt präsentieren zu können, kann zu einem Erfolgserlebnis führen. Theaterspielen fördert die Kooperationsfähigkeit der Spielenden untereinander, ganz gleich, ob es sich dabei um Zugehörige verschiedener Kasten, Jungen, Mädchen, Kinder, Erwachsene, Bekannte oder Fremde handelt.

All diese Qualifikationen und Erfahrungen stärken die Persönlichkeitsentwicklung und tragen zum Selbstwertgefühl bei.

The Hathi Show – Wo sind all die Elefanten hin?

Lange Zeit lebten die Elefanten zufrieden in ihrem Dschungel, im Einklang mit allen anderen Wesen des Waldes. Doch das änderte sich eines Tages alles:
Menschen mit lauten Maschinen rücken an und fällen Baum um Baum, bis nichts mehr übrig ist. Der nackte Boden ist der Erosion preisgegeben. Die Elemente (Erde, Feuer, Wasser, Luft) spielen verrückt und entfalten ihre zerstörerische Gewalt. Ein toter Elefant bleibt auf diesem „Schlachtfeld“ liegen. Seine Elefantenherde streift umher und bleibt schließlich vor dem leblosen Elefantenkörper stehen. Trauernd um ihn und trauernd um den verlorenen Wald legen sich ihre Rüssel auf ihn und tragen ihn zu Grabe. Der Rat der Elefanten wird einberufen, um zu besprechen was zu tun sei. Sie beschließen, diesen Planeten zu verlassen, da es keinen Lebensraum mehr für sie gibt. Ein großes Schiff holt sie ab und bringt sie in die Anderwelt.

Unterdessen machen sich die Mahuts, die menschlichen Hüter der Elefanten, auf die Suche nach ihren Freunden. „Hathi? Haaaathiiiii! – Elefant? Wo bist du?“ rufen sie überall. Doch es kommt keine Antwort. Die Elefanten sind weg. Die Menschen trauern über das Verschwinden der Elefanten, ihrer Freunde, die doch ein so wichtiger Bestandteil ihres Lebens und ihrer Kultur sind.
Sie beschließen, den besten Magier der Welt um Hilfe zu bitten. Doch der hat keine Zeit, denn er ist gerade damit beschäftigt, sich in einem Wettstreit mit einem anderen Zauberer zu messen. Es geht um die Entscheidung, wer der weltgrößte Zauberer ist.
Durch einen Zauberunfall verwandeln sich die beiden Streithähne gleichzeitig in einen Elefanten und können sich nicht mehr zurückverwandeln. Sie bemerken, dass sie selbst nun die letzten Elefanten der Welt sind. In ihrer Einsamkeit und Verzweiflung rufen sie Ganesha, den Elefantengott, um Hilfe. Dieser antwortet ihnen mit einer rätselhaften Botschaft: „Der Fisch braucht das Wasser.“ „Der Vogel braucht die Luft.“ Die Magier in Elefantenkörpern überlegen verwundert, was dies zu bedeuten habe.
„Der Elefant, der Elefant, was braucht der Elefant, so wie der Fisch das Wasser, und wie der Vogel die Luft?“ Endlich verstehen sie: der Elefant braucht den Dschungel! In diesem Moment verwandeln sie sich in ihre menschliche Form zurück. Durch ihre Erkenntnis haben sie den Bann gebrochen. Sie gehen zu den Mahuts, die die ganze Zeit weiter nach den Elefanten gesucht haben. „Ihr müsst den Elefanten den Dschungel zurückgeben!“ erklären sie ihnen.
Bald sammelt sich eine große Menschenmenge um die Mahuts. Alle stimmen zu, es gibt viel Gerede, Diskussionen, jeder weiß am besten, was zu tun ist. Aber nichts geschieht. Da rufen die Mahuts kraftvoll und unmissverständlich: „Stop talking, start planting!“ Und schon beginnen die Menschen, Bäume zu säen und zu pflanzen, und der Regenwald beginnt wieder zu wachsen. Das wird von allen gemeinsam gefeiert. Mehr Hintergründe zur Hathi Show finden sie hier!

Zeitraum: 20.08. – 06.11.2016 | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 8m x 8m, CD-Player mit Verstärker, Grundlicht | Workshop: Tanz |



 
















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